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Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

NIM stv.

Bd. 2, Sp. 361a
NIM NAM NÂMEN GENOMEN und GENUMEN stv. Gr. 1,938. Graff 2,1054. zuweilen geht das m in n über, reimt wenigstens auf n sowohl allein wie mit andern consonanten verbunden (nint: vint, nan: kan), vgl. oben 282. a. ich neme = nime myst. 105,5. er nemet, nemit = nimet das. 158,15. 24. 228, 14.
1. mit acc. allein.
a. etwas mit der hand anfassen, ergreifen. er sach, wie ein vogel umb in vlôch und sô nâhen sich im bouc, daʒ er in mohte hân genumen Pass. K. 219, 31. dô nam der helet guot den gêr, den si geschoʒʒen im hete durch den rant Nib. Z. 70,42. Gunther der küene ein ruoder selbe nam Nib. Lm. 368,1. dô nam der herre Dietrîch selbe sîn gewant das. 2261,1. übertragen: Tristan nam Paranîsen sâ, führte ihn mit sich hinweg, Trist. 10698. die nam er alle und gie dan an eine sprâche sunder das. 11316, dô nam der wirt vil edele die sînen geste zehant und brâhte si zem sedele Nib. Z. 276, 51. vgl. unten hin bî nemen.
b. etwas hernehmen. wâ næmet ir die spîse? wo bekämet ihr die speise her? Nib. Z. 258,22. wâ habet ir den sin genomen Iw. 63. wâ solt ich nemen kint, wo sollte ich sie herbekommen haben? Gudrun 1254,1. wâ nâmen si den nît Parz. 463,7. den schatz hieʒ er balde füeren unde tragen, dâ in ê dâ nâmen die Nibelunges man, wo sie ihn her geholt hatten, um ihn zu theilen, Nib. Z. 16,13. tûsent, die hête in sînem lande Hagene genomen das. 275,64.
c. nehmen, was ein anderer giebt, annehmen. er nam den tranc Lampr. Al. 2885. er nam daʒ man im bôt Iw. 207. ich sanc hie vor den frowen umb ir blôʒen gruoʒ: den nam ich wider mîme lobe ze lône Walth. 49,13. getragene wât ich nie genam: dise næm ich als gerne ich lebe das. 63,4. ê daʒ ir scheidet hin, sô nemt die mîne gâbe Nib. Z. 47,22. vgl. das. 259,32. dar zuo was er ze rîche, daʒ er iht næme solt das. 39,41. vgl. das. 194,54. in der selben mâʒe man ouch liute vant, die eʒ vil gerne nâmen das. 219,22. vgl. das. 219,14.gegeben erhalten, bekommen (vgl. swert nemen). her keiser, swenne ir Tiuschen fride gemachet stæte bî der wide, sô bietent iu die fremeden zungen êre. die sult ir nemen ân arebeit Walth. 12,21. sîn hant dâ sigelîchen nam vil manegen lobelîchen prîs Parz. 4,16. her Iwein het genomen den prîs ze beiden sîten Iw. 118. ich gesach zem tôde nie helde gerner komen, die daʒ golt des küneges uns ze vâre hânt genomen Nib. Z. 326,64. er hât mir verwiʒʒen êre unde guot, des ich von dînen handen habe sô vil genomen das. 329,23. swer ouch êr în queme, hundert marc der neme Ludw. kreuzf. 2867. vielleicht gehört auch hieher die oben angeführte stelle Walth. 49,13.
d. nehmen, was man berechtigt ist zu nehmen. diu küneginne, die Meljaganz het genomen Iw. 210 u. so öfter. vgl. Ben. wtrbch. zu Iw.
e. zur ehe, heirathen. dô sprach der herre Sîvrit, sô wil ich Kriemhilde nemen Nib. Z. 8,54. welhe ir nemen woldet, hêtet irs gewalt das. 60,53. sô nemt dieselben witewen das. 175, 24. sol si nemen Ezele, si getuot uns leide das. 185,22. ob si den künec næme, eʒ wær ir wærlîchen guot das. 186,44. und dâhte doch ze nemene den wætlîchen man das. 257,43. ir müeʒet si nemen Iw. 249. ein vrowe sol einen herren nemen das. 243. vgl. einen man nemen, wîp nemen, ze manne nemen.
f. unerlaubt fortnehmen, rauben. sich hebt als übelʒ leben niur umb nemen allermeist, weil jeder rauben will, Teichn. 245. vergl. die verbind. mit dtv. und acc. — waʒ, ob got gebiutet, daʒ mich ouch nimt der tôt Nib. Z. 159,73.
g. besondere redensarten.vgl. Gr. 4,600 u. die betreffenden substantiva. got selbe antlütze hât genomen nâch der êrsten meide fruht Parz. 464,28. ich hân an iuwer reise vil michel arebeit genomen, viel mühe gehabt, Nib. Z. 92, 34. daʒ ir ietweder het genomen des andern dehein arbeit Iw. 273. dâ bî ein tumber bilde nimt MS. 2,256. a. vgl. misc. 2,296. 297. unbilde nemen Wolfdietr. 1825. 1836 (Gr. a. a. o.). daʒ er zuo der erden muost nemen einen buc roseng. hsg. v. W. Grimm s. 90. 22,2. dô daʒ weter ende nam Iw. 46. swenne sô der winter ein ende habe genomen Nib. Z. 114,22. wand si drumbe muoste geben ze aller jungest ir leben und jâmerlich ir ende nam Eneit. E. 36,11. die dar ze kampfe kâmen, ir ende dâ nâmen Trist. 8922. der hât sîn ende dâ genomen das. 9242. daʒ gemach si dô nâmen alsolich sô siʒ funden Eneit E. 23,28. Gâwân nam sîne geselleschaft Parz. 381,21. die solch ge- velle nâmen, vom rosse geworfen wurden, ir schanze wart gein flust gesagt das. 60,20. dô nam den gewalt mit alle der edeln Uoten kint, bekam die macht, die stellung, den einfluss, Nib. Lm. 661,2. die nâmen an der stiegen vil kleinen gewin Nib. Z. 302,62. sîne knappen nâmn dô goume, daʒ ein linde und ölboume unden bî der mûre stuont Parz. 352, 27. dô nam sîn vrâgen goume umbe der guoten liute vart das. 447,10. des nam mîn mâʒe goum MS. 2,83. b. daʒ si ze lande quâmen und die habe dâ nâmen, den hafen, Eneit E. 23,16. unser schiffe ist noch ein teil kûme an daʒ lant komen, unde habent habe genomen hie bî an ûwer lant das. 30,2. unde des nimt er [sich] hæle, das verbirgt er, myst. 313,5, wo sich (dativ? vgl. Ettmüller zu Frl. 63,6) in A fehlt. vrou minne nam die obern hant Iw. 65. herberge, nemen, einkehren, häufig; vgl. Iw. 45. Parz. 353, 11. Nib. Lm. 1119,1. 1303,3. wand ich in disen tagen einen kampf muoʒ bestân, den ich alsô genomen hân, daʒ in der künec Artûs muoʒ sehen Iw. 250. er nam ouch eine kêre nâch sînes herzen lêre, wol balde hin und balde wider Trist. 6851. vgl. das. 8941. daʒ er nâch eine kêre zer erde hête genomen das. 9132. swenne er deheine kêre næme in daʒ künecrîche das. 10046. mit füeʒen und mit henden nam si vil manege kêre das. 11809. daʒ er deheine kêre zer kemenâten næme das. 14290. dâ nam er manege kêre nâch des jegers lêre das. 17499. daʒ si zuo uns kâmen und unsen kouf nâmen Eneit E. 41,7. misselîchen kriec si nâmen, mancher streit entstand unter ihnen, MS. 2,172. b. dâ mite er und al sîn her gein dem lande ûʒ dem mer lantveste nâmen Parz. 750,9. lêre nemen feldbuch 493 (Gr. 4,600). list nemen mus. 2,44 (Gr. 4,600). dô nam ouch niemen lôn dâ zir Parz. 811,25. dô mîn vrouwe ir man nam Iw. 156. eʒ nam ein witewe einen man Walth. 106,24. vgl. ze manne nemen. swâ si die nahtselde nâmen Nib. Z. 106,63. nôt nemen MSFr. 42,18. des lasters nam er pflihte Parz. 264,11. der næme pflihte sîner nôt W. Wh. 130,16. er nam den poinder wol sô wît, daʒ von sîner tjoste hurt bêden orsen wart enkurt Parz. 197,4. mich bat mîn muoter nemen rât ze dem, der grâwe locken hât das. 162,29. zu zin nam er dô rât Eneit E. 33,25. zuo deme er allen sînen rât nam Roth. 458. got des niht langer ruochte, daʒ Parzivâl daʒ nemen in sîner hende solde zemen Parz. 744,15. er aber sîne reise nam dâ hin, von dannen er dar quam Trist. 18615. daʒ er vor quæme, die krône und daʒ rîche næme Ludw. kreuzf. 264. grôʒen roup si nâmen Eneit E. 137,19. genuoge ûʒ Bayerlande, solden si hân genomen den roup ûf der strâʒe nâch ir gewonheit Nib. Z. 199,23. si nâmen roup den meisten, den ieman mohte bringen Gudrun 1546,3. in ein venster gein dem pflûm nam er im sunder einen rûm, dâ er und Arnîve saʒ Parz. 655,7. ob si ruowe in den bluomen næmen, daʒ wil ich âne wænen lân Trist. 13438. dô giengen si beide dâ si grôʒen schaden nâmen Eneit E. 184,21. daʒ ir den schaden nâmet vil mêr denne Enêas das. 257,24. vgl. Ludw. 36,17. 33, 8. den schaden zuo den schanden, die ich hân genomen Nib. Z. 321,43. er nam im mange schouwe an mislîchen buochen arm. H. 6. die êbrecherinne, die müeʒent manegen schrecken nemen Berth. 253. daʒ si den sic nâch êren in sturme hêten genomen Nib. Z. 37,44. eines sicherheit nemen, sich angeloben lassen, Iw. 144. der hât genumen einen slâf Diutiska 2,33. hei, waʒ er von tieren sneller sprünge nam (sich annahm) Gudr. 98,2. sô danne nâmens einen swanc hin dâ der küele brunne klanc Trist. 17161. vgl. Gr. 4,601. dô ich gein al den fürsten strît nam W. Wh. 145, 22. nu nam den strît in die naht Ludw. kreuzf. 4503. des nimt er ze der hell ein sturz narrensch. 38,36. dâvon si solichen understurz nam Rosenpl. 79. jâ, næm ich ê die suone Nib. Z. 358,11. vil knappen swert dâ nâmen, vier hundert oder baʒ das. 97, 71. einen tac nemen ze dem kampfe Trist. 10808. vil manec rîchiu tjoste durch schilde wart genomen Nib. Z. 90,52. dâ unser hêrre nam den tôt Wigal. 4302. nemet den touf in gotes namen Georg 5212. si hôrte al êrste sagen, daʒ ein turney wære genomen W. Wh. 127,21. eʒ hât der künec von Engellant einen turnei wider in genomn Wigal. 1447. dô nâmen si niht lenger twâle das. 8721. urloup si alle nâmen Nib. Z. 48,31. vgl. das. 26,24 u. ö. zuo einem, sich bei jemand beurlauben, Wigal. 11509 u. a. vgl. Gr. 4,824. von einem Nib. Z. 228,21 u. ö. daʒ tor nam einen val Iw. 49. er nam den valt und den val al von obene hin ze tal Trist. 19018. vgl. Greg. 2037. altd. w. 3,171. krone 19985. g. sm. 1063. gevelle s. oben, vgl. anm. zu narrensch. 38,36. fürbaʒ dâ viel er (der mantel) selbe wider, und nam den valt al z'ende nider Trist. 10950. vgl. das. 19018. er nam im in der wilde manege kêre und manege vart Trist. 8941. eine veste nemen, vgl. Gr. 4,601. unz der kiel næme den vluʒ und die flieʒe, wand er lag an dem grieʒe Trist. 13577. dô was dem kiele waʒʒer komen und hete sînen fluʒ genomen das. 13332. den vride mînes herren ob ir den ruochet nemen Nib. Z. 357,72. vgl. gr. Ruod. Cb, 21. Da, 14. livl. chron. 5. b. wanc nemen MS. 2,83. b (nach Gr. 4,601). ir schœniu varwe ouch wandel nam Wigal. 8968. war nemen eines dinges oder umbe ein dinc Parz. 148,22. MS. 2,171. b. Nib. Lm. 296,2. Crane 2582 u. anm. Iw. 194 u. ö., vgl. war. ê daʒ der vogt von Rîne waʒʒer dô nam Nib. Z. 92, 21, sich beim beginn des mahles das waschbecken reichen liess. wîc nemen livl. chron. 74. a. drîe widerkêre hêt er nu genomen des hers an ein ende Nib. Z. 31,71. nu sol doch her Giselher, mîn herre, nemen wîp das. 256,51. ouch vinde ich ein wîp wol, swenne ich wîp nemen sol Iw. 243 (2 mal). vgl. mühlh. rechtsb. 42, 4. eʒ, das ross, hête mir den zügel genomen und lief alleʒ den walt in Trist. 2712.
2. mit reciprokem acc. mit handen si sich nâmen, ir rede was vil minnesam Diemer 192,15. — der sich ûʒer allen künegen nam, hervorthat, Lampr. Al. 16. b. ûʒ allen künegen bei Diemer 184,27. der keiser nam sich ûʒ in allen pf. Kuonr. 257,10. von danne nam si sich nu gar, wandte sich ab, Iw. 66. sich an die vluht nemen Jerosch. pf. 34. b. 55. d. der selbe Pomande nam sich von der Balge das. 37. b. zu den brudrin er sich nam das. 120. a. eins er sich zu schiffe nam mit den sînen unde kam zu Ousteten in daʒ lant das. 138. d. ein brudir mit etlîchin knabn zu schiffe von Ragnîte quam und sich dâ zu lande nam in strît kegn den burcliuten das. 144. b. dô er zuzim selbin quam, âne sûmen er sich nam heim zu sîme wîbe das. 153. b. kegn lande si sich nâmen das. 169. c. âne kummer si sich durch die Mimle nâmen das. 126. b. dô di heidin in ir lant kûme wârin kumen und sich zu ru genumen nâch der mude hâten das. 159. c. di sich genumen zu in heten, der was vil Pass. K. 568,32. wer mac baʒ gestrîchen hin, dâ sich nimt list witze ursprinc Frl. 63,6, s. die anm. vergl. unten ûʒ, vor und vür nemen.
3. mit doppeltem accus. er nam den poinder wol sô wît, daʒ Parz. 197,4. ir nâmet mich einen houptman hie Ludw. kreuzf. 5769.
4. mit acc. und adv. wie nam abe er mîn dienest ie sô trügelîchen? Walth. 26,24.
5. mit acc. der sache und dativ der person.
a. ich nehme einem weg. er nam im den bogen Iw. 125. daʒ er des hête willen, er næme im sîniu lant Nib. Z. 17,73. und næmstu ir den lîp, daʒ solde ich wol verkiesen das. 99,33. vgl. das. 136,12. dô nâmen si der witewen daʒ vil grôʒe guot das. 172,22. vgl. das. 202,21. ir golt und ir gewant, daʒ ennam in nieman, raubte ihnen niemand, das. 218,33.
b. nehme für einen. von reht ich iu nu sagen sol, wer herren zuo dem tage quam, unde wem man herberg dâ nam eine herberge bestellte, frauend. 65,4.
c. mit reciprokem dativ der person. manneclîch im die vreude nam Iw. 11. nim dir swen du wil Nib. Z. 106,31. daʒ ich mir trûren unde klage billîche nâch Tristande nime Trist. 18575. swaʒ herzesorge ich mir von ime unde ouch von sînen schulden nime das. 1018. daʒ er deheine solhe unmuoʒe im neme das. 95. er nam im in der wilde manege kêre und manege vart das. 8941. des selben nemt iu ein zil, das bedenket, Erec 8587. ich hân eʒ ouch vernomen, er habe ein vrouwen im genomen, er habe sich eine gebieterin (der er diene) erwählt, frauend. 15,6. swer im nu ruowe næme, ich wæn der hetes sünde Parz. 583,1. drî sorge hab ich mir genomen Walth. 84,1.
6. mit einer vermittelst einer präposition beigefügten bestimmung. ab dem aste er eʒ nam Erec. 7403. sus nâmen si den künec dar abe Engelh. 3668. — si nâmen wuocher dar an Iw. 263. dô wart her Kâî genomen an der ritterschefte Daniel 4. a. — den möht ein keiser nemen wol an sînen hôchsten rât Walth. 83,35. ich wil die cristenheit nemen an mich Barl. 15,27. 82,5. 27,39. nement an iuch den gelouben der untœtlîchen göter zürch. jahrb. 43,11. vgl. das. 43, 32. got nam an sich, des er was niht Barl. 63,26. waʒ zuht er an sich nam Nib. Z. 4,52. daʒ man tugent an sich nam Teichn. 273. vgl. Pass. K. 227,10. mich hât daʒ rîche und diu krône an sich genomen Walth. 19,36. er nam daʒ krûce an sich Ludw. 2,8. er nam durch unser sælekeit willen an sich die menscheit das. 12,10. si nâmen vil volks an sich, sammelten es um sich, hängten es an sich, zeitschr. 8,314. daʒ ors nam er an die hant Athis C, 124. — si nam in der hant öfter Iw. u. a. Nib. Z. 54,34. 71,72. 89,62. daʒ ors er bî dem zügele nam Trist. 9151. — swaʒ er dâ minne hât bejagt, daʒ nam er gar in nœten, mit gewalt, Parz. 343, 29. — er nam in die hant daʒ becke Iw. ir sünden bürde der mac nimmer werden pfant, danne eʒ næmʒ der pâbst in hant und der keiser mit ir kraft Teichn. 9 (s. 13). er nam den fürsten in den zoum frauend. 89,3. den er vaste nam in den zoum mit grôʒer kraft das. 92,30. si mahten, daʒ si nâmen Chonen in daʒ verworhte künne anegenge 22,66. — er nam daʒ ors mit den sporn, gab ihm beide sporen, Iw. ö. Trist. 7013. 8979. Nib. Z. 28, 62 u. ö. diu ors si nâmen beidiu zen sîten mit den sporn Nib. Lm. 183,2. mit sporn und mit enkeln nam er daʒ ors zen sîten Trist. 6845. er nam daʒ ors mit beinen Athis E, 128. viele beispiele dieser überaus häufigen redensarten zählt Pfeiffer, das ros im altd. 33,22 fg., auf; sie lassen sich noch beträchtlich vermehren.über sich nemen, in schutz nehmen, führt Ziemann auf s. 272. b. daʒ het er genomen ûf sînen eit Iw. 266. Heinr. Trist. 4597. daʒ nim ich ûf die triuwe mîn das versprechen gebe ich bei meiner treue, Nib. Z. 99,41. ûf mîn êre nim ich daʒ, glaube mir auf meine ehre, Trist. 5035. ebenso ûf mîn wârheit ich daʒ nime u. a. die helde beide wol geborn nâmen die ors ûf die sporn Ludw. kreuzf. 3493. — dô nam er in under daʒ kinnebein Iw. 198. si hêten aber ir swester under hende genomen, hatten sie bearbeitet, Nib. Z. 190,72.ûʒ den wurden tûsent der besten dô genumen Nib. Z. 77,52. disiu wirtschaft næme mich ûʒ sendem muote Walth. 93,37. dô wart diu frowe in gotes namen ûʒ irme sinne genumen Pass. K. 434,27. — dâ ich iuch von dem tôde nam Iw. 121. nimet er mich von dirre nôt Walth. 73, 15. daʒ klageten genuoge, dô si der tôt von in genam Nib. Lm. 661,4. — er hât rehter fröide kleine, der si von guoten wîben niht ennimt Walth. 91, 24. Amalîch von Arabia nam von im sîn rîche dâ, empfing sein reich als lehen, Ludw. kreuzf. 72. nemt von mir ze minnen ditze golt vil rôt Nib. Z. 1499,32 (nemt von mir ze lône disen bouc in C). — dise niwe meisterschaft die hân wir gar von im genomen, gelernt, Trist. 3290. hei, waʒ er von tieren sneller sprünge nam, sich aneignete, Gudr. 98,2. von der âventiure ich daʒ nime (ähnlich von der wârheit ich daʒ nime) Parz. im leseb. 399,6. niht von mir selben ich daʒ nime Ludw. kreuzf. 1533. — si nâmen in ir mœre von der hant Nib. Z. 12,64. doch wart si niht von dannen mit sulchen listen genumen Pass. K. 29, 17. — sîn alde sünde er vür sich nam, bedachte sie, die er aldâ klagete Pass. K. 70,82. die strâʒe er vor sich langes nam das. 243,34. — daʒ nam er vür sô grôʒen haʒ, so übel, Barl. 17,36. minne sol daʒ nemen vür guot Walth. 58,12. dat nâmen si für ein heil Crane 762. vgl. das. 4567. daʒ solt ir nemen für grôʒ guot das. 1391. daʒ nam diu vrouwe für vol, sie stimmte bei, nahm es wohl auf, Mai 151,34, vgl. das. 1,18. 53, 38. 117,29 u. ö. krone Sch. 65. b. — ich nim dîn glesîn vingerlîn vür, lieber als, einer küneginne golt Walth. 50,12. von dem næm ich ein wâreʒ nein vür zwei gelogeniu jâ das. 30, 18. vgl. das. 107,27. wil si fuoge für die schœne nemen das. 116,17. — nemt von mir ze minnen Nib. Lm. 1499,2 u. ö. nimet ein witewe einen man zu ê mühlh. rechtsb. 43,20. daʒ Kriemhilt nemen solde den künec Etzelen ze man Nib. Z. 184,14. vgl. das. 189,73. er nam mich ze wîbe Gudr. 770,2. ich nim in zeinem manne Iw. 85. Ortwîn die schœnen meit nimet ze eime wîbe Gudr. 1640,2. mir wære noch lieber der truhsæʒe ze manne genomen Trist. 11629. vgl. Gr. 4,823 fg. daʒ wort daʒ si zeheime haʒʒe neme büchl. 1,1636. gelêrter fürsten krône hât got hin ze im genomen Walth. 107,32. vgl. auch rât nemen, urloup nemen ze einem.
7. mit adverbialpräpositionen; doch wird die nachfolgende aufzählung der bedeutungen kaum eine erschöpfende sein. mit abe.
a. intrans. die sint guot den, die abenement an dem lîbe arzneib. Diemer f. XII. vgl. das. d. VIII. sô daʒ vieber abe neme das. N. XII. der schîn nimt drâte ûf und abe Walth. 81,14. er hete an fröiden abe genomen das. 121,35. die heidenschaft nam abe grôʒlîch an ir kraft Ludw. kreuzf. 296. er nam niht abe von (var. an) sîner klage, hörte nicht auf zu klagen, Mai 196,40.
b. trans. dâvon lâ dich nemen abe, lâ daʒ rîten under wegen Suchenw. 31,100. der krieg der was genomen abe Suchenw. 14,209. ouch sullent si kein unzîtiges vihe niht abnemen, eʒ sî kalp, kitze, lamp, von der mutter nehmen? meran. stadtr. 417. vgl. oder daʒ eʒ (das fleisch) niht gesunt enist, sô du eʒ abenimest, oder unzîtig ist an dem alter Berth. 45 (Ziemann s. 272 erklärt 'schlachten'). und wâ diʒ buoch gebresten habe ûf deheinen sin (in irgend einer hinsicht), den neme er abe, nehme er hinweg, entferne er, Boner. 3,70. die nüwen râtmanne gelobent den alten, niht abe ze nemen, aufzuheben, allis, daʒ si bî iren gezîten von der stat wegen getân haben kulm. recht 1, 2. eʒ ensî denne mit rehte abe genomen, abgeschafft, das. 3,109. der rât mag die sätz als ander sätz verkêren oder abnemen, swenn er wil münch. stadtr. s. 144. den schaden abenemen das. 143 (wo mir die bedeutung nicht ganz klar ist). — ich binʒ aller formen forme abgenomen nâch des innern sinnes norme Frl. FL. 17,14.    mit an. für die redensart ich nim mich einen, eines, ein dinc, eines dinges an, sehe es als mir zugehörend an, eigne es mir an, hat unsere heutige sprache keinen gleichbedeutenden, für jeden fall passenden ausdruck. in betreff des acc. oder gen. des objectes beweiset das häufige schwanken der handschr., dass die verschiedenheit des casus keine verschiedenheit der bedeutung zur folge hat.
a. das object ist eine person. daʒ sich wîp noch man næmen deheinen gast an Iw. 226. er nam ze kinde sich den weisen an Trist. 2036. die er sich ze gesellen wolde nemen an das. 4552. unmâʒe, nim dich beidiu an, manlîchiu wîp, wîplîche man Walth. 80,19. der drîer friunde nam sich an, der drei freunde hatte, Barl. 120,34. si wurden alle vertriben und darzuo alle, die sich ir an nâmen zürch. jahrb. 65,5.
b. das object ist eine sache. die sich sô starke arbeit næmen an Iw. 155. dô du dich næme valsches râtes an Barl. 207,8. nemt iuch lieber vreuden an, gebt euch freuden hin, MS. 1, 203. a. vgl. MS. 1,155. a. nim dich niht armuotes an, lebe nicht wie ein armer mann, Trist. 4454. er nam sich grôʒer armuot an, er lebte sehr armselig, Barl. 150,5. sich gespræches mit einem an nemen, mit ihm sprechen, das. 176,40. der sich nam sînes râtes an, der ihm rath zu geben pflegte, das. 192,18. nim der christenheit dich an, sage, du seiest ein christ, das. 201,17. si nâmen sich an diu geschaft (var. der), machten geschöpfe zu ihren göttern, das. 233,3. nimstu dich der tumpheit an, bist du so dumm, das. 233,18. sich der sünde annemen, sie begehen, das. 252, 22. sô nam er sich des andern (var. daʒ ander) an, trieb das andere, das. 255,20. sich einer kunst an nemen, sie treiben, das. 255,25. vgl. narrensch. vorr. 62. und 55, α, die anmm. zu beiden stellen und anh. zu vorr. 62. sich des gelouben an nemen, ihn zu seinem glauben machen, Barl. 213,12. si nâmen sich di muhe an, daʒ si zu dem munstre quâmin Jerosch. Pf. 151. b. des weges er sich an nam Pass. K. 242,19. daʒ er sich drîer hûse an nam, sie sich aneignete, die Laurencii wâren das. 386,84. der sich des hoves an nimt oder underwindet zürch. richtebr. 45. der sich des lobes nimet an, es sich anmasst, des er noch nie wirdig wart Boner. 18, 40. der sich des dinges nimet an, daʒ sîn geslehte nie gewan das. 20,53. wand er sich an der dinge nam, diu sîn geslehte nie gewan das. 68,33. der tugende iuch gar sêr gebricht und nemet iuch grôʒe hôchvart an Rspgl. 6,3. vgl. Theophil. 102. leseb. 596,6. 605,34. 636,5. er hete sich rîlîcher manheit angenomen Otte 95. vgl. die anm.
c. das object ist ein pronomen. der sich eʒ wolde nemen an Iw. 158. vgl. Trist. 9582. wes nimestu dich hie mite an das. 9921. waʒ hâstu dich an genomen, was willst du unternehmen? das. 11326. diu liet, diu sint zewâre guot, ich wil mich ab ir niht an nemen, will sie nicht als an mich gerichtet ansehen, frauend. 20,25. des si sich hête an genomen arm. Heinr. 872. ich hân mich sîn angenumen Alph. 93,1. aber is nam sich nymant an, niemand ging drauf ein, zeitschr. 8, 314. daʒ treib ich sô lange, unz ir genuoc under einander sich ersluoc, rehte als ichs mich hâte angenumen, wie ich versprochen, übernommen hatte, Pass. K. 285,21. wie der dienest sî gestalt, den ich mich sol nemen an frauend. 443,12.passivisch. swâ mite heinlich suln sîn zwô frowen an tugenden vollekomen, des wart sich von in an genomen Lanz. 5396.
δ. das object ist ein satz, mit und ohne voraufgehendes demonstrativ. nimet sich aber daʒ iemen an, daʒ der man getôt ist, tritt jemand deshalb als kläger auf, mühlh. rechtsb. 27,9. swelhe drî sich næmen an, daʒ siʒ bereiten wider mich Iw. 157. minne hât sich an genomen, daʒ si gêt mit tôren umbe Walth. 58,3. du hâst dich an genumen, du kunnest worte arzât sîn Barl. 17,18. ein man der nam ze kurzewîle sich an, daʒ er ein rehkelbelîn zôch in dem hove sîn das. 164,20. dô nam er sich an zehant, er wære Barlaâm genant das. 202,23. und nâmen sich an, daʒ si di kristenheit und kristenglouben zerstôrten zürch. jahrb. 43,1. der nam sich an, er wær keiser Friderîch das. 59,10.
ε. das object ist ein infin. mit ze. næm ich mich an ze râtenne Iw. 286. di sich heten angenumen, mit im ze sprechene von kunst Pass. K. 38,38. und ohne ze. al der werlde ze willen leben, sol sich nieman nemen an Teichn. 224.
ζ. das object wird angeknüpft durch umbe. si sint durch trôst zuo mir komen und hân mich umb si angenomen Mai 225,40. der sich hier umbe iht nimet an, der behauptet, dass er den drachen erschlagen habe, Trist. 9960.
η. ohne object. als ich mich an genomen hân, wie ich über mich genommen habe, Wigal. 3212.    mit în. dise vorgeschribenen alle wolten unwiderseit în genomen, eingenommen, erobert, hân die stat zuo Zürich zürch. jahrb. 76,13. vgl. das. 81,12. si wolten daʒ lant îngenomen hân das. 81,18. si hâten angeleit, die stat zuo Rapperswîl în ze nemen das. 94,19. dô er zu vil în nam, gewann, an deme heiligen krûce Pass. K. 279,84. — und sol der rât, der danne sitzet, die (das strafgeld) în nemen, eincassieren, zürch. richtebr. 76. — Cristus, der ê mit willen lac und als ein tam was geleit vor die gotes gerechtekeit, der wirt danne în genumen, in die gottheit aufgenommen, Pass. K. 4,67.    mit ûf.
1. intrans. der ûf an guoten dingen nimt MS. 2,210. a. daʒ kint nam ûf von tage ze tage, nahm zu, an tugende und an sælekeit Mai 9,20. Bêaflôr diu guote nam ûf an süeʒem muote das. 19,40. vgl. oben abe nemen.
2. trans. di sêle zu der freude quam, dâ si di liehte krôn ûf nam, aufnahm, Pass. K. 41,58. — eine rede ûf nemen, eine rede beginnen, Pass. K. 406, 48. ein dinc in übel ûf nemen und vermerken zürch. jahrb. 45,24. daʒ der herzoge die taidunc alsô ûf næme das. 80,11. — nu geschach in einre wîle, daʒ di Prûʒin quâmin und mit roube ûf nâmin zwei dorfir, plünderten, beraubten, Jerosch. Pf. 82. d. ûf neminde, aufhebend, dâ glîche alliʒ daʒ in widirquam das. 187. d. dô er ûf nam roubinde vil habe das. 121. d. er lîʒ ûf nemen di gezelt das. 53. a. vgl. Pass. K. 327,97. 666,44. — bî dem burnende nimet man ûf, erkennt man, sîne innekeit unde bî dem lûhten nimet man ûf sînes lebenes heilekeit von bûʒen myst. 145,7. bî den zwên kelten nimet (man?) ûf lust der sünde, bî Hêrôdes nimet ûf hôchvart und îtele êre das. 170,14. bî diseme burgelîn ist uns ûf genomen, bedeutet, di sêle das. 178,30. — wer vil ze borg ûf nemen wil, entleihen, narrensch. 25, α. si nâmen ûf noch grœʒer wê, erlangten, eig. entliehen, narrensch. 25,19. vgl. die anm. weitere beispiele vgl. in der anm. zu narrensch. 25, α. dâ von sol er eines wahters lôn ûf nemen für sîne müe meran. stdtr. 428. — daʒ opfer ûf nemen zeitschr. 8,315. mit umbe. er, der anger, ist umbe graben mit einem rîchen bouwe und umbe nomen bî der sunnen, breit und lenger gar Msh. 3,287. b. würde das gut im lande umb geslagen und umb genomen, und keme disshalben eyn lantgeschrey Gr. w. 2,23. einen lieblîche umbe nemen, ihn umarmen, Pass. K. 32,92. den busch man um und umme nam, umstellte, mit hunden das. 456,4.    mit ûʒ.
a. herausnehmen. dô was diu juncvrouwe genomen her ûʒ dâ si gevangen lac Iw. 192. sante Nicolaus gebeine in deme olei swam, daʒ man vrôlich ûʒ nam Pass. K. 19,4. swelher daʒ niht tuon wolte, den sol er dar umbe pfanten und sol ouch dâ von ûʒ nemen sîn reht, sich davon so viel ihm zukommt herausnehmen, meran. stadtr. 428. demere ausnemen Diefenb. gl. 91. — zehant hêten sich ûʒ genomen sehs tûsent, sie waren zusammengetreten aus dem volke heraus, um ihren herrn zu empfangen, Erec 10004. ir einer hêt sich ûʒ genomen und was den andern vür komen das. 3385. er nam sich vor den andern ûz, eilte ihnen voran, Parz. 72,29. dô si sich ûʒ nâmin, Prûʒin an si quâmin in einer rottin dâ besît Jerosch. Pf. 98. a. ein teil sich ir ûʒ nâmen, die vür den pâbest quâmen Pass. K. 210,65. die heten sich nu ûʒ genumen und giengen heimelich hin abe Pass. 192,78. — vrou Lûnete gap den eit, und wart vil gar ûʒ genomen, besonders hervorgehoben, daʒ im ze staten mohte komen Iw. 288. sô ist der name ouch ûʒ genumen unde an deme beginne ergraben mit des suns buochstaben vateruns. 856. daʒ er ie was ûʒgenomen, ausgezeichnet, den andern voraus, swâ man an lobe die besten ze den besten solte gesten g. Gerh. 96. von disen vrowen allen wil ich ûʒ (so zu lesen?) nemen eine das. 1665. der selbe got vil ûʒ genomen, der hohe, hehre, Silv. 2526. der jüdenpriester ûʒ genomen das. 2739. sô kürlich und sô ûʒ genomen troj. 2142. swâ man die besten nande, daʒ man in dâ vür ûʒ nam Müller 3, XXXIII, 78. der ritter ûʒgenomen das. XXIII, 380. zuo den besten einer ûʒ genomen das. XXXII, 6. vor andern künegen ûʒ genomen das. XVII, 10. dar an was wol ûʒ genomen, ausgezeichnet dargestellt, Wigamur 25. b. der helt, an tugenden ûʒ genomen Lanz. 3035. ein helt an manheit ûʒ genomen das. 3599. ir swiger an tugenden ûʒ genomen das. 8903. von sô ûʒ genomen helden das. 6919. got der hât mich gêret mit sô ûʒ genomen sinnen Eraclius 437. vgl. Pass. K. 406,70. daʒ ist ein ûʒ genomen zeichen, ein sonderliches, myst. 330,36.
b. auswählen. Silvester wart zuo bâbeste ûʒ genomen Silv. 563. dâ mite wurden si ûʒ genomen, erwählt, Daniel 2. a. Vitus, daʒ sælege kint, den rehten weg im ûʒnam Pass. K. 301,11. der grôʒe patriarch ûʒ nam sîner knabin besundirt wol achzên und drîhundirt Jerosch. Pf. 5. a.
c. ausnehmen. des wirt nieman ûʒ genomen Barl. 34,16. woldet ir iht ûʒ nemen Iw. 172. niweht werkes solt ir tuon: idoch gärwet iur eʒʒen, daʒ ir welt nieʒen, daʒ eine sî iu ouʒ genomen mit mîn selbes urloube Exod. Diemer 154,12. ouch hân wir ûsgenomen mit ûsgescheidenen worten zürch. richtebr. 65.    mit vor (richtiger wohl vür). der sich ie vore nam, sich auszeichnete, swâ man vrônekeit began Roth. 4356. sich vor nemen von allirhande hübischheit, an sterke und an wîsheit Pilat. 264. Paynus nam sich vore das. 273.    mit vür.
a. reflexiv. er hete sich vür genomen, war den andern voraus, Trist. 17461. si hete sich mit prîse und mit lobe sô vür genomen das. 18965. ouch het sich Arnalt vür genomen wol vierzec poynder oder mêr W. Wh. 118, 3. die heten ouch sich vür genomen wol mit drin tûsent mannen Mai 113, 34. die heten sich dâ vür genomen, daʒ si wolden strîten, waren aus diesem grunde den übrigen vorangeeilt, Mai 158,4. nu hœret, wie er sich vür nam, auszeichnete, Lampr. Al. 17. b. daʒ sich sîn lop alsus für nam Lanz. 2261. der dritte vinger heiʒet ungezogen, wande er îlet sich vür nemen; sware diu hant reichet, alleʒ er begrîfet Genes. fundgr. 2,14,11.
b. trans. mit poynder nam in für daʒ her, das heer griff ihn an, gieng auf ihn los, W. Wh. 88,16. er nam in für mit hurte das. 411,24.    mit zuo. diu tür wart zuo genumen, ward geschlossen, Pass. K. 463,72. — wie er ûf wuhs grôʒlîche und nam zu volkomenlîche Ludw. kreuzf. 5474. daʒ sich dise stat in kurzer zît sêre beʒʒerte unde zu nam zitt. jahrb. 4,9.
8. mit andern adverbien. er nam des einen brâten dan Iw. 148. dô er sîne reise nam dâhin, von dannen er dar quam Trist. 18615. die pfafheit nam er sô hin bî Pass. K. 50,8. ode ich wil mînʒ her wider nemen Walth. 105,37. daʒ hin wider nemen des diu pfant sint gewesen meran. stadtr. 418. diu sache wart hin genomen, die ursache ward gehoben, entfernt, Boner. 23,25. die nam si sunder, beiseite, Trist. 1202 u. s. w. daʒ er daʒ gesichte wider næme myst. 74,19. vgl. mehr beispiele unter den oben aufgeführten.
9. mit persönlichem object und sächlichem subject, eine gemüthsstimmung bezeichnend, vgl. Gr. 4,248 u. die betreffenden substantiva. dô nam si besunder alle michel wunder Erec 4848; meist wird durch diesen ausdruck nur das gefühl der neugierde bezeichnet, wie auch an der angef. stelle. mich nimt des michel wunder, wer der ritter möhte sîn, ich möchte gerne wissen (engl. I wonder), Nib. Lm. 153,1. vgl. Walth. 70,10. 115,30. 72,29. arm. Heinr. 1069. u. s. w., s. wunder. — mich nimt unbilde heldenb. — in nam der kurzen reise grôʒ angest unde vreise Trist. 9120. daʒ eʒ Brangænen angest nam das. 12077. — es næm ein armen griule Tit. VIII, 46. — des nam in michel hæle En. 5599. vgl. das. 10418 u. 10644. nimts iuch niht hæle Parz. 467,20. — er gestatte ime des, waʒ tûr nam in des, es war ihm nicht eben recht, Genes. fundgr. 2,68,21. des nam in lützel tûre (: mûre), er achtete darum keine kosten, En. 9169. den herren nam vil untûr Parz. 19, 10. die nam untûr W. Wh. 18,2. mich nimt untiure Gudr. 790,2. vgl. Gregor. 2620, u. s. unten 3,40. b. mich nimt fremede im 15. jh. vgl. Gr. 4,248.
30992 Zeichen · 1308 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    NIMstv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    NIM NAM NÂMEN GENOMEN und GENUMEN stv. Gr. 1,938. Graff 2,1054. zuweilen geht das m in n über, reimt wenigstens auf n so…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    nim

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    nim , nimb , nimer , nimm , nimmen , s. das folgende.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nim

145 Bildungen · 134 Erstglied · 4 Zweitglied · 7 Ableitungen

nim‑ als Erstglied (30 von 134)

nima · 250+ Belege

KöblerAfries

nima 250 und häufiger , st. V. (4) nhd. nehmen, ergreifen, rauben, hinnehmen, empfangen, erhalten (V.) ne. take (V.), seize, rob, receive ÜG…

нимало

RDWB2

нимало нимало не смущаясь - ohne mit der Wimper zu zucken idiom. ; unbeirrt; unverfroren; unverblümt; in aller Seelenruhe idiom. "Вот и моло…

nīmls

WWB

nī-mals Adv. [verstr.] niemals.

niman

Lexer

ni-man s. nieman;

niman* 3

KöblerAnfrk

niman* 3 , st. V. (4) nhd. nehmen ne. take (V.), remove ÜG.: lat. auferre MNPs, capere MNPs, rapere MNPs Vw.: s. anfar-, ava-, far-, gi-* Hw…

nimann

KöblerAfries

nimann , Pron. Vw.: s. nâmann

nimant

KöblerMnd

nimant , Indef.-Pron. Vw.: s. nēmant

nimber

KöblerMnd

nimber , Adv. Vw.: s. nümmer

nimbermēr

KöblerMnd

nimbermēr , Adv. Vw.: s. nümmermēr

Nimbiert

Meyers

Nimbiert , in der Heraldik etc.: von einem Nimbus (Strahlenkranz) umgeben.

Nimbsch

Campe

† Der Nimbsch , — es, Mz . u. das spitzige Riedgras (Carex acuta L .).

Nimbschen

Meyers

Nimbschen , Klostergut bei Grimma (s. d.).

Nimbu

Meyers

Nimbu , ostind. Baum, s. Melia .

Nimburg

Meyers

Nimburg , Stadt in Böhmen, Bezirksh. Poděbrad, am rechten Ufer der Elbe und an den Linien Wien-Tetschen und N.-Jungbunzlau der Österreichisc…

Nimburgisch

Wander

Nimburgisch Ich trinke dir auf Nimburgisch zu. – Bohemia, 1877, Nr. 10. »Die Säufer in Nimburg (schreibt Paul Stransky) stehen in einem schl…

Nimbus

Pfeifer_etym

Nimbus m. ‘Ansehen, Glanz, Ruhm, Heiligenschein’, Entlehnung (18. Jh.) von spätlat. nimbus ‘strahlender Glanz um die Köpfe der Heiligen, Hei…

nimbusartig

GWB

nimbus·artig

nimbusartig meteorol: zu ‘Nimbus’ 1 Früh morgens bedeckter Himmel. Anfangs n., sich nach und nach fester bildend N13,493,2 MeteorolTgb 1823 …

Nimègue

Meyers

Nimègue (spr. -mǟgh'), franz. Name für Nimwegen .

nimeh

RhWB

nimeh = nicht mehr (s. d.).

Nimelfimel

RhWB

Nimel-fimel nīmələfīməl ebd. f.: verächtl. eine, die nur nippt, nicht herzhaft zugreift, Zimperliese.

nimelken

MeckWB

nimelken frischmilchend: dei Stark is nimelken; übertr. seem. leck: dat Schipp ward nimelken (1890) Ro Ribn ; Rda.: süht so wacht ut as ne n…

nimeln

RhWB

nimeln -ī- vereinzelt Aach-Stdt schw.: kleine Stückchen abbrechen, nippen, schmecken; loss mich ens n.! — Abl.: die Nimel(er)ei, dat Genimel…

nimen

KöblerMnd

nimen , Indef.-Pron. Vw.: s. nēmant

nîmennisco

AWB

nîmennisco sw. m. — Graff II,755. nî-mennisko: nom. sg. Ni 503,25 [8,27/9,1]. Nichtmensch: Latine non homo alde in diutiskun nimennisko . ne…

niment

KöblerMnd

niment , Indef.-Pron. Vw.: s. nēmant

nimer

BMZ

niemer , nimmer , nimer adv. was über bildung u. form von iemer gilt, gilt auch von niemer; desgleichen ist das verhältniss von niemer zu ni…

NIMERTES

Hederich

NIMERTES , étis, Gr . Νιμερτὴς, ῆτος, ( Tab. IV .) des Nereus und der Doris Tochter, eine der funfzig Nereiden. Hesiod. Theog. v. 262 . Sieh…

NIMES

BMZ

NIMES nom. propr. name einer stadt, W. Wh. 298.

Nimes I

RhWB

Nimes I nīməs Sg. t. f.: der Nebenfluss der Prüm , die Nims. RA.: Bas dat geschieht, left noch viel Wasser de N. erof Bitb . Mer mant (meint…

nim als Zweitglied (4 von 4)

Chasonim

Wander

Chasonim Chasonim sind Narronim. ( Jüd.-deutsch. ) – Tendlau, 821. Der Chassen muss ein Narr (s.d.) sein. Chasonim = Mehrzahl von Chassen; N…

gildonim

KöblerAhd

gildonim , N. Vw.: s. geldonium*

Punim

Wander

Punim 1. A Punim wie a Riebeisen. ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) Ein Gesicht, so pockennarbig und hässlich wie ein Reibeisen. 2. A schön Punim …

Ableitungen von nim (7 von 7)

benîm

AWB

benîm Gl 3,234,47 s. bi- neman st. v.

entnim

BMZ

entnim stv. 1. fortnehmen. Genes. fundgr. 2,55,41 : abe dem pûman er niweht in nam mit unrehteme gedinge noch mit deheinem geduenge vermuthe…

genim

BMZ

genim stv. was nemen, ohne fassbaren unterschied in der bedeutung, doch seltener; sehr oft schwanken die versch. hss. an derselben stelle zw…

genimen

MLW

genimen , -inis n. abl. pl. -is: MLW l. 12. confunditur c.: gemin(us): MLW MLW l. 9. 12. adde Aldh. ad Acirc. 2 p. 68,21 (var. l.) . germen:…

nime

KöblerAe

nime , Sb. nhd. Weideland I.: Lw. kelt. nemet? Hw.: s. niman E.: germ. *nemida, Sb., heiliger Weideplatz, Hain?; s. idg. *nem- (2), V., bieg…

vernim

BMZ

vernim stv. 1. ich höre, vernehme, bringe in erfahrung. animadvertere vornemen Diefenb. gl. 29. a. mit acc. der person oder sache, wofür auc…

vernimen

LothWB

ver-nimen s. vernämen.

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Cotta, M. (2026). „nim". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/nim/bmz
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Cotta, Marcel. „nim". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/nim/bmz. Abgerufen 17. May 2026.
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