Hauptquelle · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Nassauer m.
Nassauer m.
Nassauer m. ‘wer sich auf Kosten anderer einen Genuß verschafft, von anderen freihalten läßt’, zuvor (19. Jh.) Ausdruck der Berliner Dirnen- und Diebessprache für ‘Mensch ohne Geld, Gast ohne Geld, nichtzahlender Bordellbesucher’ (auch nasser Junge), eine Bildung zu rotw. naß ‘ohne Geld’ und rotw. nassenen, jidd. noss(n)en ‘schenken, geben’ (vgl. Rotw. 228), in scherzhafter Anlehnung an den Orts- und Landesnamen Nassau. Vgl. berlin. for naß, per naß, uff de Nasse ‘umsonst’. Dazu nassauern Vb. ‘auf Kosten anderer essen, trinken, leben’ (Ende 19. Jh.).