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nägen

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

nägen

Bd. 5, Sp. 22
Wossidia nägen neun Mi 57b; die sprachlichen und sachlichen Belege zeugen von der Rolle der Zahl Neun in Brauch und Sitte; neun Kegel: Alle nägen, Bringt Glück un Sägen Kegelruf SchwSchwerin@PampowPamp; bei starkem Donner: nu hett he (Petrus) all' nägen smäten (1889) Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd; Heiligabend gew dat nägen Deil Gerichte LuLudwigslust@LaupinLaup; von jedem bekam der Hund etwas ab HaHagenow@RammRamm; nägen Deil waren zum Räuchern der Fischnetze nötig Wi; neun verschiedene Kräuter wurden zum Hexenwasser gebraucht, s. Krut 1 und Nägenkohl; neunerlei Kräuter, am Johannistage gepflückt, sind gut bei Viehkrankheiten und ein Schutzmittel gegen böse Leute Bartsch 2, 291; Nd. Kbl. 21, 21; nägen Deil Arbeit maken un läsen soll die Mutter, während das Kind zur Taufe in der Kirche ist, dann wird es fleißig singlecolNageluurt und klug (1926) PaParchim@SpornitzSporn; Notfeuer wird von neun Mann mit je einem Besen entzündet (1895) HaHagenow@WittenburgWitt; wenn die Sau brus't, soll man 'n oll Schötteldok in nägen Stücken hacken und ihr neunmal davon eingeben (1895) Wa; wenn Kühe Läuse haben, soll man nägen Lüs' in eine Federpose tun und sie œwer 't Tüschenhus (den schmalen Gang zwischen zwei Häusern) puusten (1895) Wa; aus nägen Binnensüllen (Binnenschwellen) Späne abschneiden und damit den Schweinestall ausräuchern (1929) RoRostock@SteffenshagenSteff; nägen Gaus'noors braden gegen Inpissen (1910) StaStargard@GrammertinGramm; nägen Gastenküürn œwern Kopp smiten gegen Gerstenkorn am Auge Wa; nägen Ellernknuppen in Brot drücken und der Kuh eingeben, damit sie tragend wird (1926) WaWaren@RöbelRöb; die Mutter machte zu Weihnachten den Kindern eine Tasche aus neun Flicken, in der Mitte war ein roter Flicken mit einem weißen Knopf, dahinein steckte sie Äpfel und Nüsse (1926) PaParchim@SpornitzSporn; sehr häufig eine Zeit von neun Tagen: in nägen Dag' soll man nichts ausleihen, wenn Gössel utkamen sünd (1895) StaStargard@MirowMir; Knirrband nimmt nägen Dag' tau un nägen Dag' af (1935) Gü; StaStargard@LoitzLoitz; lat di nich an dei Bein fägen, hest nägen Dag' kein Däg' Wa; außerhalb der magischen Sphäre: Nägen Dag' Jagd, Nägen Wochen Dracht, Nägen Dag' blind Sünd Katten un Hunn' ehr Kind Schill. Kr. 3, 4a; eine Spickgaus muß neun Tage in Salz liegen und neun Tage im Rauch hängen WiWismar@WendorfWend; neun Tage dauerte die Bleiche des Leinens (1933) SchwSchwerin@DümmerhütteDümmerh; Monate: nach neun Monaten werden Kinder entwöhnt (1935) GüGüstrow@TarnowTarn; Jahre: Kein Hund löppt nägen Johr dull, he löppt all ihrer an Schill. Kr. 3, 4b; wer einen Spiegel entzwei macht, hat in neun Jahren kein Glück PaParchim@LübzLübz; ein altes Wort war: wenn ein Schäfer neun Jahre in de Brak gahn hadd', denn wir hei Meister (1930) MaMalchin@LiepenLiep; eine unbestimmte hohe Zahl: Horkers un Snorkers krigen von nägen Dörper de Dünnschit StaStargard@MirowMir; nägen Hümpel Dreck sall he hebben im Spiel Wagenwulf WaWaren@VipperowVipp; is all' een Gesöff, hadd' de Gos seggt, hadd' ut nägen Adelpöl sapen (1887) HaHagenow@RedefinRed; di heff ick in nägen koll Winter nich sehn lange Zeit StaStargard@GrammertinGramm; sonst sœben (s. d.); dei Gasten liggt in nägen Knei mit vielfach gebrochenen Halmen WaWaren@Groß GievitzGGiev; s. dazu Nägenknei; verrückt sein wird ausgedrückt: dee hett nägen (näml. Sinne) Wa; aber Laur. verlangt neun: 'Gi hebt gewis juwe Sinne nicht alle negen' Schg. 2, 269; dei hett sick upputzt as ne röömsch Nägen stolz herausgeputzt Wi; StaStargard@WesenbergWes. — Mnd. negen. — Br. Wb. 3, 215; Dä. 326a; Da. 143a; Kü. 2, 440; Me. 3, 771.
3267 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nægen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    nægen s. næjen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    naegensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    naegen , sw. V. Vw.: s. nāgen

  3. modern
    Dialekt
    nägen

    Mecklenburgisches Wb.

    nägen neun Mi 57 b ; die sprachlichen und sachlichen Belege zeugen von der Rolle der Zahl Neun in Brauch und Sitte; neun…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit naegen

38 Bildungen · 38 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von naegen 2 Komponenten

nae+gen

naegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

naegen‑ als Erstglied (30 von 38)

Nägenäälssack

MeckWB

Nägenäälssack m. aus neun Ellen Leinen angefertigter Sack Ro.

Nägenbütt

MeckWB

Nägenbütt n. Murmelspiel mit neun Löchern; s. Nägenlock .

Nägendank

MeckWB

naegen·dank

Nägendank im Tiergespräch ist Fru Nägendank ehrenvolle Anrede an die Kröte Wo. V. 2, 55.

Nägendeilsöl

MeckWB

Nägendeilsöl n. wie d. Folg. (1887) Ha Red .

Nägendeilspulwer

MeckWB

Nägendeilspulwer n. Pulver aus neun Bestandteilen, in der Apotheke verlangt, davon drei Messerspitzen voll den Kühen zu Weihnachten im Brot …

Nägendöder

MeckWB

naegen·doeder

Nägendöder m. Neuntöter, lanius Niem. Idiot. 17; de grot Nägendöder der große oder graue Würger, auch Nägenmürer, -müürder, lanius excubitor…

nägenerlei

MeckWB

naegen·er·lei

nägenerlei neunerlei: Mi 57 b ; ein Beutel mit neunerlei Kräutern in den Stall hängen gegen allerhand Schaden und Krankheit, das sind Alfran…

nägenfäcksch

MeckWB

nägenfäcksch neunfach: 'n nägenfäckschen Hund ein böser Mensch Wa Jab .

nägenklauk

MeckWB

naegen·klauk

nägenklauk überklug Mi 57 b ; Ro Marl ; Klock; Reut. 1, 17, oft; Derb. 2, 153; Fromm. Mdaa. 5, 375; Johann Nägenklok (1885) Ro; Musche Nägen…

Nägenknei

MeckWB

Nägenknei n. verschiedene Pflanzen, die Stengel mit zahlreichen Knoten haben 1. spergula arvensis, der Spörgel, Ackerspark: Nägenknee Wred. …

Nägenkohl

MeckWB

naegen·kohl

Nägenkohl m. Frühgemüse aus neun Kräutern, nach Art des Grünkohls gekocht, Gericht des Grünen Donnerstags Arch. Landesk. 14, 549; noch vielf…

Nägenkraft

MeckWB

naegen·kraft

Nägenkraft n. Huflattich, petasites officinalis: 'PestilentzwOertel, Ngenkrafft' Chytr. 502; Paulli 112; E. Krüg. 58; Lübst. 60; 'make en b…

Nägenlock

MeckWB

naegen·lock

Nägenlock n. ein Marmelspiel, beschrieben ob. Kœnkspill; auch das Kulsœg' spiel Pa Sporn . Kü. 2, 441; Me. 3, 772.

nägenmal

MeckWB

naegen·mal

nägenmal neunmal, vgl. nägen : nägenmal mit dem Hüker unter der Stark hindurchkriechen, wenn sie anmelkt ward Ro Klock ; wenn man die erste …

Nägenmaus

MeckWB

naegen·maus

Nägenmaus n. Gericht aus Kartoffeln, Wurzeln, Bohnen, Essig, Salz und Mehl, daß es sämig wird, im Sommer von den grünen, im Winter von den u…

Nägenmürer

MeckWBN

naegen·muerer

Wossidia MeckWB Nägenmürer m. Neuntöter; auch für die heute nicht mehr in Mecklenburg brütenden, im 19. Jh. aber nicht so seltenen Würgerart…

Nägenöger

MeckWBN

Wossidia Nägenöger m. wie Nägenog'; abwertend von kleinen Aalen: sonn' lütten Nägenögers will ick nich hebben Wi Wismar@Poel Poel .

Nägenog'

MeckWBN

Wossidia MeckWB Nägenog' n. Neunauge; Pl. ein Webmuster: Nägenogen Lu Ludwigslust@Groß Schmölen GSchmölen .

Nägenschillingsfru

MeckWB

Nägenschillingsfru f. früher Spottname der Unteroffiziersfrauen Schw.

Nägenschîter

Wander

naegen·schiter

Nägenschîter Dat 's 'n rechten Nägenschîter. ( Mecklenburg. ) (S. Klugscheisser.) – Frommann, VI, 84. Einen naseweisen Menschen nennt man in…

Nägenstiern

MeckWBN

naegen·stiern

Wossidia Nägenstiern m. wie Sœbenstiern, im Volksreim: Kukuk, Kukuk, Nägensteern Wo. V. 2, 1320. Vgl. Nägenstiert.

Nägenstiert

MeckWB

Nägenstiert m. Reimwort: Kukuk Kiwitt Nägenstiert Wo. V. 2, 1786.

nägenteihn

MeckWB

naegen·teihn

nägenteihn neunzehn allgem.: de Negteihst Stillfr. Hack 145. Kü. 2, 440; Me. 3, 773.