munkeln,
verb. ,
iterativ zu munken;
mit dem hauptbegriff eines wiederholten versteckten treibens (
vergl. munkelei),
mehrfach ausgeprägt. 11) munkeln,
heimlich essen, naschen: munkeln,
vorare cibos. Weber
deutsch-lat. universalwörterb. (1770) 511
b; wann die männer einander ein ganze masz zutrinken, so haben die weiber dannoch zwei feine trünkl daran. auf den hangärten und gunklen, thun sie kändelen und münkeln. Albertini
von gastereien (1619)
s. 162 (
mit umlaut gedruckt, aber auf gunklen
reimend);
vergl. dazu schweizerisch münggelen
wolbehaglich und schnell kauen. Stalder 2, 220;
zunächst stehen maucheln
und meucheln 2,
sp. 2161. 22)
verbreiteter in der bedeutung versteckt oder undeutlich sprechen, murmeln, wie niederl. monkelen,
mussitare, susurrare Kilian. 2@aa)
für sich sprechen, murmeln, leise reden: munkeln,
mutire Hederich 1647; hie aber (
bei der winkelmesse) sind keine zeugen, sondern eine einzele person, welche im tunkeln munkelt, und unter dem hütlin spielet. Luther 6, 88
a; nur nicht zu hitzig, munkelte der politische rathsherr mit dem kopfe wackelnd. Wieland 19, 341; und hinten stand noch ein buckelorum, der auch was mit munkelte und zuletzt das papier verfaszte. Göthe 42, 378; wenn ich an ihm im hause vorbeigehe, so will ich munkeln: ja, wenn ich sprechen dürfte — so wird er mir nachgegangen kommen, um mich auszufragen. Immermann
Münchh. 3, 126; sei nur ruhig, mein freund! so munkelt er. Voss 2, 28; wenn etwa schälk im dunkeln von eigner wahrheit munkeln. 4, 133;
in bezug auf liebesgeflüster, von Venusnarren, sprichwörtlich: im dunklen ist gut munklen. Philander 1, 131. 2@bb)
gewöhnlich als gerücht herumbieten, im geheimen eine nachricht verbreiten: munkeln,
mussare, mussitare Hederich 1647;
vielfach in mittel- und niederdeutschen mundarten: nassauisch munkeln,
heimlich von einer sache sprechen. Kehrein 286;
düring. munkele,
im geheimen von etwas reden. Kleemann 14
b;
niederd. munkeln
leise sagen, heimlich sagen. Schambach 140
a u. s. w., niederl. monkelen (
in Baiern und Tirol dafür munkezen, mungkezen,
heimlich von etwas sprechen);
und in der schriftsprache; es heiszt etwas munkeln: der rath zu Thorn hette vorlengst vermerket diese dinge munkeln, darum sie auf allen nothfall die getreuen bürger an der hand hielten. Schütz
Preuszen 243; ob ich wohl allerlei munkeln hörte, liesz ich mich nichts anfechten. Schweinichen 3, 35; ja ja, sagte der fuhrmann, es ist vielerlei gemunkelt worden. L. Tieck
ges. novellen 8, 180;
N. was hört man über sein schicksal?
Cr. es wird verschiedentliches gemunkelt. Platen 234; ich hörte so was munkeln, wiszt ihr mehr? 186; von etwas munkeln: ich habe etwas von einer schrift in der Bahrdtischen sache munkeln gehört. Hamann 6, 157; seit vorgestern wurde schon im dorfe von erbschaften gemunkelt. J. Paul
flegelj. 1, 84;
der infinitiv substantivisch: sie hatten unter sich von mir ein munkeln. Rückert 165; auf einen munkeln: sie munkeln auf ihn,
venit illis in suspicionem. Steinbach 2, 82;
mit ausführung des gerüchtweise gesprochenen in einem nach- oder nebensatze: weil gemunkelt (
wurde), dasz er nicht ein vollkommener edelmann sei. Schweinichen 3, 104; ihr meint, ich könnte nichts mehr machen, wie ich habe munkeln hören? Bürger 466
b; man munkelt ja, dasz ihrs gewesen seid, der uns die saubern äpfel hat verkauft. Tieck 3, 493;
bloszes munkeln,
mit verstandenem object: disz streut man durch die hütten, man lehrt die canzel selbst auf unbefleckte wüten, man munkelt in dem rath, bei voller gasterei bricht man was härter aus. denn (
dann) wird die zunge frei. A. Gryphius (1698) 1, 273;
auch unpersönlich es munkelt,
es wird heimlich herumerzählt: niederd. et munkelt darvan,
die leute sprechen in der stille davon, es läuft ein ungewisses gerücht. Dähnert 316
a;
in Holstein et munkelt davun,
es verlautet, geht die rede, et munkelt so un so,
es verlautet nichts gewisses. Schütze 3, 120; mädchen des dorfs auch zinsen (
zur hochzeit) von handarbeit, nicht ohne gesang, wie es munkelt. Voss
Luise 3, 2, 440. 33) munkeln,
auf ungewiss drohendes regenwetter gewendet, nieder- und mitteldeutsch: dat weder munkelt,
man sieht noch nicht, ob es gut oder schlecht werden wird. Dähnert 316
b; et munkelt as wennt regnen will,
es sieht nach regen aus. Schütze 3, 120;
in der Altmark 't munkelt,
wenn der himmel sich mit wolken bezieht. Danneil 141
b;
in Göttingen et munkelt, et het all den ganzen dag emunkelt. Schambach 140
b;
in Norddüringen munkele,
trübe sein und regen drohen. Kleemann 14
b;
und danach schriftdeutsch: hier ist weder busch noch strauch, einen nur ein bischen vor dem wetter zu schützen, und schon munkelt ein neues ungewitter (
another storm brewing).
Shakesp. sturm 2, 2. 44) munkeln,
in Baiern, übel riechen, vom fleische. Schm. 1, 1627
Fromm. vergl. dazu minkeln,
sp. 2238.