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Mörser

mnd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Mörser

Bd. 14, Sp. 160
Mörser, Gefäß, worin mittels einer Keule allerlei Gegenstände zerstoßen und zerrieben werden. Die größten M. bestehen aus Eisen und sind oft mit Vorrichtungen versehen, durch welche die schwere Mörserkeule nach jedem Stoß automatisch wieder in die Höhe gezogen wird, so daß dem Arbeiter nur das Herabziehen der Keule obliegt. Kleinere M. bestehen aus Messing, Serpentin, Porzellan. Letztere sind innen nicht glasiert und werden besonders in den Apotheken gebraucht. Zur chemischen Analyse benutzt man Achatmörser, um sicher zu sein, daß die zu zerreibende Substanz nicht durch abgeriebene Teilchen des Mörsers verunreinigt wird. – In der Artillerie versteht man unter M. Geschützrohre von geringer Seelenlänge, die unter Erhöhungen von 30–75° feuern, um dicht hinter Deckungen befindliche Ziele zu treffen oder durch die Fallkraft der Geschosse, jetzt aber hauptsächlich durch deren explosive Sprengkraft, Eindeckungen von Hohlräumen, Decks von Schiffen etc. zu zerstören. Diese Verwendungsart bedingte den Wert der M. für den Festungskrieg; so empfahl z. B. Carnot die Vereinigung zahlreicher M. in kasemattierten Batterien (»Carnotsche Batterien«) zur Beherrschung der feindlichen Laufgräben (s. Festung, S. 475). Die Seele der glatten M. war, da es sich um relativ kleine Ladungen handelte, im Gegensatz zu der der Kanonen, hinten zylindrisch ausgeführt oder zu einer Kammer konisch verengert. Man bezeichnete früher die einzelnen Sorten der M. nach dem Gewichte der zu schleudernden Steinkugel. Die größern Kaliber verfeuerten außer Bomben (s. d.) auch Streugeschosse, wie Spiegelgranaten, Kartätschen und Steine (Steinmörser). Der Umstand, daß für M. beim Schuß eine sehr feste Bettung erforderlich ist, verführte zu monströsen Konstruktionen. Der Paixhanssche M. (mortier-monstre, Lüttich) von 1832 wog 155 Ztr. und hatte 60 cm Seelendurchmesser; die Bombe wog 103/4 Ztr. einschließlich 1 Ztr. Sprengladung. Der 1858 in England gefertigte Palmerstonsche M. (Palmerston's Folly) wog 1838 Ztr.; die Bombe hatte einen Durchmesser von 93 cm, faßte 41/4 Ztr. Sprengladung und wog mit dieser 311/4 Ztr. Beim glatten M. war man in der Verkürzung des Rohrs ziemlich weitgehend, so daß die gewöhnliche Seelenlänge 5–6, mitunter aber auch nur 21/2-3 Kaliber betrug. Beim gezogenen System lag die konstruktive Aufgabe vor, bei verkürzten Rohren den Geschossen noch genügende Treffähigkeit durch zweckmäßige Führung zu geben, bis man durch Feststellung einer richtigen Seelenlänge, Verstärkung des Dralls, Anordnung der Züge etc. mit der Ausführung eines 15 cm-Mörsers Erfolg hatte. Im Kriege 1870/71 konnte man diese Geschütze sowie einige Versuchsexemplare von 21 cm-Mörsern vor Straßburg etc. verwenden. Seit dem wurde das Steilbahnfeuer von immer größerer Bedeutung; alle Artillerien machten Versuche mit Mörsern und Haubitzen von 12 cm, namentlich aber von 15 und 21 cm Kaliber, deren mit Sprengstoff gefüllte Geschosse außerordentliche Wirkungen gegen Deckungen aller Art auszuüben vermochten. Die Schweiz hatte sich, veranlaßt durch ihr gebirgiges Gelände, schon des Mörsers von 12 cm Kaliber bedient, und Rußland stellte in seine Feldartillerie zuerst 15 cm- Feldmörser ein. Die Hauptgeschütze der schweren Feld- und leichten Belagerungsartillerie sind gegenwärtig, neben der schweren 15 cm-Feldhaubitze, die 21 cm-M. (s. Tafel »Geschütze II«, Fig. 2 u. 3). Außerdem finden 15 cm- und lange 15 cm-M. bei Belagerungen und in Festungen in Mörserbatterien Verwendung. Leichte M. (9 cm und darunter) wurden wegen zu geringer Geschoßwirkung nicht in größerm Umfang eingeführt. M. von 24–30 cm werden als Küstenmörser gebraucht, wurden wohl auch von den Japanern bei der Belagerung von Port Arthur verwendet. Über die ersten Steilbahngeschütze im gezogenen Hinterladesystem vgl. »Historische Skizze über die Entwickelung der kurzen 15 cm-Kanone« und »Der 21 cm-M.« (Berl. 1870).
3893 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mörser

    Mittelniederdeutsches Wb.

    mörser s. mȫser.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mörser

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Mörser , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein Gefäß von einer festen Materie, harte Körper vermittelst einer Keule ode…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mörser

    Goethe-Wörterbuch

    Mörser in der im Thüringischen u Oberdt gebräuchlichen Form ‘Mörsel’ T5,264,7 A dickwandiges, stabiles, innen gleichmäßi…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mörser

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Mörser , Gefäß, worin mittels einer Keule allerlei Gegenstände zerstoßen und zerrieben werden. Die größten M. bestehen a…

  5. modern
    Dialekt
    Mörserm.

    Pfälzisches Wb.

    Mörser m. : 1. 'Gefäß zum Zerstampfen', Meʳseʳ (męʳsəʳ , męÄsÄ) [mancherorts, Schneckenburger 27], Märscher [ Lambert Pe…

  6. Sprichwörter
    Mörser

    Wander (Sprichwörter)

    Mörser 1. Der Mörser zerstösst den Pfeffer nicht, sondern die Keule. – Altmann VI, 456. 2. Je leerer der Mörser, je ärge…

  7. Spezial
    Mörser

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mör|ser m. (-s,-) 1 pestin (-s) m. 2 pira (pires) f. 3 (Granatwerfer) tiragranates m. 4 (zum Böllerschießen) mortal (-ai…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moerser

21 Bildungen · 11 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von moerser

moers + -er

moerser leitet sich vom Lemma moers ab mit Suffix -er.

Zerlegung von moerser 2 Komponenten

moer+ser

moerser setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

moerser‑ als Erstglied (11 von 11)

mörserblock

DWB

moerser·block

mörserblock , m. im geschützwesen der block oder die lafette, worin ein mörser hängt. Jacobsson 3, 90 a .

Mörserboote

Meyers

Mörserboote , alte Segelkanonenboote mit 1–2 Mörsern mittschiffs, dienten zum Angriff von Küstenbefestigungen.

mörserchen

DWB

moers·erchen

mörserchen , mörserlein , n. kleiner mörser, vgl. ahd. unter mörser 1: mortariolum, ein kleins mörsele Dasypod. ; mörselein, mortariolum Sti…

mörserhaube

DWB

moerser·haube

mörserhaube , f. nach dem franz. mortier ( Littré 2, 635 b ) haubenartige kopfbedeckung in form eines mörsers, die der kanzler von Frankreic…

mörserkerze

DWB

moerser·kerze

mörserkerze , f. ein wachslicht, das nicht gerollt, sondern in der form gegossen ist, und weil kurz und oben dicker als unten, beinahe die g…

mörserkeule

DWB

moerser·keule

mörserkeule , f. keule des mörsers: mörselkeule, pilum, pistillum mortarii Stieler 909 ; ach vater, mache du mich zum futtermarschalk über d…

mörserkuchen

DWB

moerser·kuchen

mörserkuchen , m. kuchen der in einer tiefen, in der mitte erhabenen form gebacken wird; süddeutsch gugelhopf.

mörserstein

DWB

moerser·stein

mörserstein , m. 1 1) stein der ein mörser ist, steinerner mörser: mortarium, morserstein, morselstein, mirsalsten Dief. 368 c ; und im darn…

mörserstempel

DWB

moerser·stempel

mörserstempel , m. mörserkeule: stämpfel im mörsel, sive mörselstempel, pilum, pistillum. Stieler 2120 . vgl. stempel .

mörserstöszel

DWB

moerser·stoeszel

mörserstöszel , m. ebenso: mörselstöszel, pistillum Maaler 293 b ; also hat dieser gottvergessene bub, vatter und mutter mit einem mörserstö…

moerser als Zweitglied (10 von 10)

Blockmörser

Adelung

block·moerser

Der Blockmörser , des -s, plur. ut nom. sing. ein Feuermörser, der anstatt der Lavette, in einen großen Block eingelassen ist.

Êrdmörser

Adelung

erd·moerser

Der Êrdmörser , des -s, plur. ut nom. sing. in der Feuerwerkskunst, ein Faß, welches in die Erde gegraben wird, und im Falle der Noth die St…

Fußmörser

Adelung

fuss·moerser

Der Fußmörser , des -s, plur. ut nom. sing. in der Geschützkunst, eine Art Mörser ohne Schildzapfen und Lavette, an welche der Fuß gleich an…

Hängemörser

Adelung

haenge·moerser

Der Hängemörser , des -s, plur. ut nom. sing. ein Feuermörser, der an seinen Schildzapfen hänget; zum Unterschiede von einem stehenden Mörse…

hakenmörser

DWB

haken·moerser

hakenmörser , m. handmörser, um granaten daraus zu werfen. Frisch 1, 399 a . vgl. hakenbüchse und haken 7 sp. 178.

handmörser

DWB

hand·moerser

handmörser , m. mörser zum werfen von handgranaten. Eggers kriegs- u. ritter-lex. 1, 1145 .

Laffēten-Mörser

Adelung

laffete·n·moerser

Der Laffēten-Mörser , des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, ein mit einer Laffete versehener Mörser, worin er mit seinen Schildzapfen b…

Schämelmörser

Adelung

schaemel·moerser

Der Schämelmörser , des -s, plur. ut nom. sing. in der Artillerie, ein mit einem Schämel, d. i. angegossenen Fuße, versehener Mörser; ein Fu…