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meisch

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

meisch m.

Bd. 12, Sp. 1944
meisch, m. 11) die gesammelten und gequetschten trauben für die mostbereitung: diejenigen, die mosteln oder den maisch mit füszen treten. Hohberg 1, 352a; der vorschusz, was heraus lauft, ehe man zu pressen anhebt, wird für den besten gehalten. was mit gewalt aus dem übrigen maisch gepresst wird, ist nie so gut. ebenda; ein furman mit rosz und wagn der den maisch fürt haim zu hausz. Schmelzl lobspruch 70. 22) das geschrotene und angebrühte malz beim bier- und brantweinbrennen: meesch, maisch, meisch, meusch, das mit kochendem wasser wol umgerührte bier- oder brantweinmalz, woraus das bier gebrauen oder der brantwein gebrannt wird. Jacobsson 3, 41b. 33) das wort findet sich als meisch zufrühest in der bedeutung 1 aus böhmischen und östreichischen quellen des 14. und 15. jahrh. belegt bei Lexer mhd. wb. 1, 2083. die zweite erscheint erst spät, und nicht vor dem ende des 17. jahrh. (vergl. das fem. meische unten) in Mitteldeutschland, um sich als kunstwort der brauerei dann allgemeiner zu verbreiten. dieser umstand lehrt wol, dasz wir es mit einem landschaftlichen worte zu thun haben, das zuerst bei winzern in gebrauch war, und von ihnen auf bierbrauer (schlieszlich auch auf brantweinbrenner) übergieng, welche mit annahme des winzerausdruckes für eine ähnliche zerquetschte masse bei ihnen ihr gewerbe ehrten. die übertragung scheint von süden her zuerst nach dem östlichen Mitteldeutschland zu gehen, und die hier zufrühest erscheinenden formen werfen auch licht auf jene alte östreichische; denn wenn die späteren quellen neben meisch und mêsch auch meusch und mœsch gewähren: mösch, heiszet im brauhause das geschrotene und mit heiszem wasser vermengte malz. öcon. lex. (1731) 1637; mösch heiszet auch beim brantewein-brennen der mit wasser und hefen in dem einmachefasz vermengte malzschrot. 1638; einige schlagen gar hierauf diesen mösch nach und nach in die braupfanne. 290 (vgl. auch unter meischen), so liegt hier offenbar die form meusch zu grunde, und das östreichische meisch ist die landschaftliche verderbung davon, indem ei für altes eu eintrat, wie in jenen gegenden öfters, vergl. Weinhold bair. gramm. s. 82. dann aber wird das wort, seiner frühesten bedeutung der zerquetschten trauben gemäsz, zu dem ahd. verbum muscan quetschen, gehören: attritis firmuscet, firmuscetin, zimuschet, cimuschet (neben firmusten, firmustit) Steinmeyer - Sievers 1, 369, 54, mhd. müschen, vermüschen, mhd. wb. 2, 1, 279a, schles. mûscheln zerdrücken, rollen Weinhold 63b, bair. zermüschen, zerstoszen, zerquetschen, zermalmen Schm. 1, 1681 Fromm., welche worte ihrem stammvocal nach der u-reihe zufallen, und denen wieder das neutr. gemeusch, zusammengedrückte masse, verwandt ist: schaw! wie kumpt so ein grosz gemeusch? das ist der narr der unkeusch (der arzt beim narrenschneiden zum kranken). H. Sachs fastn. sp. 1, 139, 203; vgl. auch unten meischen 3. das engl. mash, welches gemeng, mengfutter, und im brauwesen auch meische bedeutet, schwed. mäsk, n. mask meische gehört in keinem falle zu unserm worte, sondern steht im ablautsverhältnisse zu mischen, s. d. und mischmasch. 44) meisch, ein süszes getränk: mulsum, mete, meisch, kobalt. in einem Breslauer voc. des 15. jahrh. bei Dief. 370b, ist, ganz von unserm meisch abstehend, vielleicht nichts als ein vereinzelt vorkommendes slavisches lehnwort: kirchenslav. mězga, succus, nslav. mêzga, czech. mízha, míždí, poln. miazga, magyar. mézga harz, mezge baumsaft Miklosich 391a.
3486 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    MEISCH

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    MEISCH mete vel meysch vel kobalt, mulsum voc. vratisl.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    meischF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    meisch , F. Vw.: s. mēsch L.: Lü 223b (meisch)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Meisch

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Meisch , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein nur noch in einigen Fällen übliches Wort, eine Vermi…

  4. modern
    Dialekt
    Meischm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Meisch m. Maische; das gemahlene und in kochendem Wasser verrührte Gerstenmalz: 'guten Rath gegeben, wie sie würde guth …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit meisch

30 Bildungen · 26 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von meisch

me + -isch

meisch leitet sich vom Lemma me ab mit Suffix -isch.

Zerlegung von meisch 2 Komponenten

mei+sch

meisch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

meisch‑ als Erstglied (26 von 26)

Meisch(eⁿ)

Idiotikon

Meisch(eⁿ) Band 4, Spalte 334 Meisch(eⁿ) 4,334

meischat

KöblerMnd

meis·chat

meischat , F. nhd. „Maischatz“, Abgabe zum Frühjahrstermin Q.: Zs. Nds. 1900 17 E.: s. mei, schat (2) L.: MndHwb 2, 943 (meyschat) Son.: ört…

meischbottich

DWB

meisch·bottich

meischbottich , m. zur aufnahme des meisches: ( das malz wird ) in den meusch- oder möschbottich geschüttet. öcon. lex. 289; möschböttich cu…

meischen

DWB

meis·chen

meischen , verb. 1 1) trauben stampfen oder quetschen: gemaischte weinbeer, zertretene oder zerstoszene weinbeeren, die zur presse gebracht …

meischer

DWB

meis·cher

meischer , m. brauknecht, der das meischen besorgt: meischer, braxator Stieler 1279 ; in der form möscher: unterdessen ... müssen die braukn…

meischern

RhWB

meisch·ern

meischern -aiš- Trier schw.: tüchtig essen; de kann awwer m.!

Mēischfáß

Adelung

meisch·fass

Das Mēischfáß , des -sses, plur. die -fässer, S. Adelung Meischbottich . In dem Weinbaue einiger Gegenden wird auch das Faß, in welchem man …

meischfasz

DWB

meischfasz , n. : maischfasz im weinberg, die zerstampften beeren nach der kelter zu führen. Frisch 1, 636 b .

meischgabel

DWB

meisch·gabel

meischgabel , f. lange stange zum umrühren des meisches. möschgabel öcon. lex. 290 ( s. d. stelle unter meischer).

meischholz

DWB

meisch·holz

meischholz , n. meischgabel. meischhölzer heiszen auch die unten eingekerbten latten auf dem boden des zapfbottichs. Jacobsson 3, 42 a .

Meisch II

RhWB

Meisch II -ai- Eup-Stdt : in der allitterierenden Formel: Dat es Mösch (Spatz) wie M. das ist alles gleich.

Meisch III

RhWB

Meisch III -Ei-, –ai-, Pl. -šə in der Selfk in Geilk-Langbr Gangelt , Heinsb-Breberen Höngen Millen Tüddern m.: dickerer Klicker.

meischkrücke

DWB

meisch·kruecke

meischkrücke , f. meischgabel. in der form möschkrücke: mit möschkrücken und rührstecken oder rührscheiten ( wird das malz umgerührt ). öcon…

Meischküben

MeckWB

meisch·kueben

Meischküben n. wie -fatt: sur as 'n Maischküben vull Essigsprit Bri. 2, 175; scherzhaft für den Zylinderhut (1923) Wa Malch .

meischkufe

DWB

meisch·kufe

meischkufe , f. wie meischbottich. in der form möschkufe: in dem möschbottig oder in der möschkufe. öcon. lex. ebenda.

meischraum

DWB

meisch·raum

meischraum , m. raum, den die gefäsze für das meischen in sich halten; nach ihm wird die meischraumsteuer berechnet.

Meischtin

MeckWB

meisch·tin

Meischtin f. dass. : 'Maischtienen oder Bottiche' (1839) Landt.-Drucks. 1, 13.

Meischüᵉte

WWB

Mei-schüᵉte f. Wachstumsschub im Frühjahr. De häff ne Mäischötte maakt wenn ein Kind im Frühjahr plötzlich wächst ( WmWb ).

Meischǖr

Idiotikon

Meischǖr Band 8, Spalte 1221 Meischǖr 8,1221

meisch als Zweitglied (1 von 1)

G(e)meisch

Idiotikon

G(e)meisch Band 4, Spalte 504 G(e)meisch 4,504

Ableitungen von meisch (3 von 3)

gemeisch

DWB

gemeisch , n. gemisch: ( Mahomet ) mischet also ein gemeisch und gemischt fuotter aus dem gsatz Mosi und evangelio. S. Frank chron. 162 b . …

gemeische

KöblerMhd

gemeische , st. N. nhd. „Gemeisch“, Maische?, Gemisch Q.: Urk (1447) E.: s. ge, meisch W.: nhd. Gemeisch, N., „Gemeisch“, Gemisch, DW 5, 327…

meische

DWB

meische , f. 1 1) die handlung des meischens: das malz zur meische, in die meische bringen; die meische, mixtio lupuli et polentae Stieler 1…