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männchen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

männchen n.

Bd. 12, Sp. 1571
männchen, n. kleiner mann (vgl. auch männlein). 11) von menschen: männlein, männgen, homunculus, homuncio, homulus, tyrunculus. Stieler 1238; männchen, pumilio, homuncio, homunculus. Steinbach 2, 24; sobald ihn das kleine männchen ganz verstand, fuhr es wie besessen in die höhe. G. Keller leute v. Seldwyla 2, 86; auch von geistern, zwergen, die in solcher gestalt erscheinen: auch soll nach solchem begebnis das männchen noch einmal erschienen sein. Grimm d. sagen 1, nr. 40; hüpfte ein jung erdmännchen aus der erde, stellte sich kurz hin vor dem schäferjungen und sprach: ich war dahin verbannt, du hast mich erlöst und ich will dir dienen; gieb mir arbeit, dasz ich etwas zu thun habe. bestürzt antwortete der junge: nun gut, du sollst mir helfen schafe hüten. das verrichtete das männchen sorgsam bis der abend kam. nr. 44; Wilibald werde benannt, du an wuchs menschähnlicher alraun. Chrimhild, bade das männchen im siedenden kräuterbade! Voss 2, 186; sowie von kunstwerken, schnitzarbeiten u. ähnl. in der beregten form: aber Anton sieht doch immer nur aus, wie ein geputzter gärtner, just so wie die Nürnberger männchen in meinem putzschranke. Gotter 3, 135; ich stehe wie vor einem raritätenkasten und sehe die männchen und gäulchen vor mir herumrücken. Göthe 16, 98; plur. auch männerchen: die hervorliegenden adern an den männerchen in unsern alten domkirchen. Winkelmann 2, 390. 22) gern, wenn von menschen gebraucht, mit verächtlicher, mitleidiger, ironischer betonung: er ist nur ein kleines, unscheinbares männchen; was kann auch so ein männchen leisten; nein, männchen, das geht nicht, in herber abweisung eines, der nicht für einen vollen mann angesehen wird; daher sogar im wechsel mit kerl: es hatte ein männichen böse augen, der gieng zu einem pferde- und mauleselarz, und begehrte arznei von ihm, der arzt schmieret ihm in die augen (salbe) ... der kerel aber wird ganz blind darvon. pers. rosenth. 7, 14. der plur. männerchen ist neben männchen beliebt: weil man noch manchmal hier und da einige gebückte zitternde männerchen über die gasse so (in einer altväterischen tracht) schleichen sieht. Lessing 1, 242; vermuthlich gehört er unter die weisen männerchen, welche ihre zeit übel anzuwenden glaubten, wenn sie ein buch, das ihnen nur zum zeitvertreib gemacht zu sein scheint, mit aufmerksamkeit lesen sollten. Wieland 9, 294; er (der verfasser der patriotischen phantasien) zieht den groszen kaufmann allen groszen und kleinen männerchen vor, damit derselbe sich nicht durch einen adelbrief erniedrigen, oder seine tochter zu unbürgerlichen ehen bereden möge. Möser patr. phant. 3, 117; die männerchen, die ehmals dich geneckt, sind durch vergessenheit gedeckt, und nun zu klein für deine rache. Seume ged. 37. 33) aber auch mutwillig und halb kosend: er wird doch nicht verdrieszlich geworden sein, dasz ich ihm ein wenig auf den zahn fühlte? das brave männchen! (Lisette von Theophan). Lessing 1, 403 (freigeist 2, 4); vom liebhaber: sage, Lisette, hast du unsre männerchen schon einmal gegeneinander gehalten? 1, 403; und zärtlich vom ehemanne: und Gulpenheh, frisch und gesund, steigt aus dem grab und wirft sich mit entzücken dem männchen an die brust. das war ein wiedersehn! Wieland 18, 285; sie sinnt und weisz, was männchen liebt, und macht es ihm noch lieber. Voss Luise 3, 2, 256; und wünscht ihm küssend gute nacht; auch fragt sie leis, ob männchen wacht. 273; in der anrede: Hilaridis, seine liebste, sagte, mein männichen auf den abend, geliebts gott, werden wir so wohl in einer stadt als hier in der kutsche zusammen sein. unwürd. doct. 423; herr Oront. ja, mein englisches weibchen. frau Oront. das ist wahr, mein goldnes männchen. Lessing 2, 388; nun, liebes männchen, hübsch redlich, artig und vernünftig erzählt. Göthe 15, 269; ach! du lieber gott! was soll das heiszen? du bist ja ganz verändert, männchen. 11, 275; lächelnd erwiederte dann die gute verständige hausfrau: männchen, das (geräusch) war in der küche! Voss Luise 2, 89; will mein männchen noch thee? idyll. 13, 26. 44) männchen heiszt das männliche thier, wie weibchen das weibliche, soweit nicht bei den hausthieren beide eigene namen (hengst, stute u. ähnl.) empfangen haben. Nemnich 3, 515; bei den meisten, mit unter auch sehr bekannten thieren, musz man das geschlecht, durch die beinamen männchen und weibchen unterscheiden, z. b. das weibchen des elephanten, der eidechse u. s. w. ebenda; zumal gern von singvögeln: der itzt (von zwei spatzen) wegflog, wird, ich wette, ganz gewisz das männchen sein. Hagedorn 2, 156; (das vöglein) gestärkt zum dulden durch des männchens gesang; ihn lehrte liebe! Stolberg 2, 279; liebend wärmt mit mutterschwingen jede nachtigall ihr ei; männchen füttern sie und singen von der segenskraft im mai. Gotter 1, 183; (vogelweibchen) locken, schmachten, und entfliehn schaamhaft zu gesträuchen, wo, mit zärtlichem bemühn, männchen sie erreichen. 73; spaszhaft selbst von niedern thieren: s kommt keine fliege ins serail, sie wird erst wohl besichtigt und beschaut, ob sie ein männchen oder weib, und, ists ein männchen, wirds ohne gnad gekreuzigt und gepfählt. Schiller Turandot 3, 7; als lockruf: (er lockt den vogel). he männchen! he männchen! liebes männchen! Iffland dramat. werke 11, 161. 55) ein männchen machen, oder im plur. männchen machen, zunächst von vierfüszigen thieren, wenn sie auf den hinterfüszen stehen oder sitzen: ein männichen macht ein haase, wenn er nur auf den hintersten läuften sitzt und hält die vordersten in die höhe; dergleichen thut auch ein bär. Tänzer jagdgeheimnis (1682) 13; er (der hase) wartet bald mit zierlichen manieren dem löwen auf, macht männchen. Hagedorn 2, 128; gleich hebt er (der gast, ein kaninchen) den kopf empor, macht ein männchen, spitzt das ohr. Lichtwer fab. 4, 10; von einem pferde: dieses pferd war trefflich zugeritten, und Ludwig liesz es alle tage vor den fenstern der Pantasilea seine männchen machen (andava a saltabeccar con questo cavallo). Göthe 34, 91 (Benv. Cell. 1, 6); und freier auch von menschen, narrensprünge, possen, seltsame geberden machen: setzen sie ihren helden einmal auf die nadelspitze, und lassen ihn diesesmal unter ihrem moralischen microscopio einige männchen machen! Möser patr. ph. 1, 113; der vornehme abbé mit überschlag und langem kinn macht wenigstens einmal die woche vor dem der die beneficien auszutheilen hat, seine männchen. Göthe 36, 145; (ein gemach) wo der general Armfelt und der oberkammerherr graf Stenbock mit einander possen trieben, und zwar mit so lächerlichen männchen, dasz es der gegenwart der königlichen majestät bedurfte, damit ich nicht in lachen ausplatzte. Arndt leben 98; plur. auch männerchen: dasz sie mit den personen ihres stücks nicht anders umgehen, als gewisse spaszhafte leute mit ihren bekannten, denen sie mit ihren höflichkeiten so zusetzen, dasz sie ihren antheil an der allgemeinen unterhaltung gar nicht nehmen können, sondern nur immer, zum vergnügen der gesellschaft, sprünge und männerchen machen müssen. Lessing 7, 417; die fakchen und gakchen, wie z. b. die noten f und g, die fiekchen und giekchen, wie er fis und gis benannte, waren auf einmal wieder vorhanden und machten die wundersamsten männerchen. Göthe 24, 186; selbst männerchens in nicht gewählter rede: ha! ha! ha! du machst ja ganz vertrackte männerchens! (von steifen geberden beim declamieren). H. Smidt Devrient-novellen 24. 66) bei den buchdruckern heiszt männchen auf männchen, wenn ein schon gedrucktes buch neu aufgelegt, und zwar so gesetzt wird, dasz die kolumnen oder seiten der vorigen ausgabe mit der neuen auflage genau übereinstimmen. Jacobsson 3, 15b; bildlich: so dasz folglich jede zeit von der andern, männchen auf männchen abgedruckt würde. J. Paul Levana 1, 15; der ausdruck scheint alt, und schon von Brant gebraucht, um einen nachdruck zu kennzeichnen, der seite für seite mit der originalausgabe stimmt: vil trachten allein uff gewinn, von aller erd sie bcher suochen, der correctur etlich wenig ruochen, uff grosz beschisz vil yetz studyeren, vil drucken, wenig corrigyeren, die luogen übel zuo den sachen, so sie mennlin, umb mennlin machen. narrensch. 103, 86. 77) männchen in der probierkunst: die männchen oder herfürsprossungen, welche aus dem abgetriebenen silber, wenn die äuszere fläche erkaltet, in die höhe treten (heiszen sprazlinge u. ähnl.). Jacobsson 4, 234a. 88) männchen im auge, die pupille, vgl. männlein, und kindlein 2, th. 5, 767 fg.
8510 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    männchenn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    männchen , n. kleiner mann ( vgl. auch männlein). 1 1) von menschen: männlein, männgen, homunculus, homuncio, homulus, t…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Männchen

    Goethe-Wörterbuch

    Männchen je einmal Mänch- ( DjG31,342 ) u abgekürzt ‘M.’ ( N13,122,3 ); auch mundartlich ‘Män(n)gen’; selten in der Form…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Männchen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Männchen bei Tieren, s. Fortpflanzung . Das dafür gebräuchliche Zeichen ist: ♁ (für Weibchen: ♀).

  4. modern
    Dialekt
    Männchen

    Pfälzisches Wb.

    Männchen s. Mann .

  5. Sprichwörter
    Männchen

    Wander (Sprichwörter)

    Männchen 1. Klein Männeken, et Linsen, dat Brôdkôren is düer. – Schambach, II, 272. Wie Schambach vermuthet, hat dies Sp…

  6. Spezial
    Männchen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Männ|chen n. (-s,-) 1 (Zwerg) zbergl (-i) m. , nanin (-s) m. 2 (männliches Tier) mandl (-i) m. ▬ Männchen machen ‹fig› f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit maennchen

32 Bildungen · 9 Erstglied · 23 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von maennchen

mann + -chen

maennchen leitet sich vom Lemma mann ab mit Suffix -chen, mit Umlaut-Wechsel.

maennchen‑ als Erstglied (9 von 9)

Männchen, Adolf

Meyers

maennchen·adolf

Männchen, Adolf , Maler, geb. 7. Sept. 1860 in Rudolstadt, erlernte dort die Dekorationsmalerei, durchwanderte dann von 1878–83 als Dekorati…

Männchensbohnen

RhWB

maennchen·s·bohnen

Männchens-bohnen Wend-Remmesw , Bo-Volmershv Pl.: B.sorte; weisse B., in der Naht eine Zeichnung, einem Männchen vergleichbar.

maennchen als Zweitglied (23 von 23)

Rauchermännchen

RDWB1

Rauchermännchen n курящий человечек (деревянная фигурка, приспособленная для зажигания ароматических свечек в период рождественских праздник…

Stehaufmännchen

RDWB1

Stehaufmännchen n ванька-встанька, кукла-неваляшка

ackermännchen

DWB

acker·maennchen

ackermännchen , n. motacilla, die auch in Frankreich hin und wieder semeur, säemann, in Schweden sädesärla, plogärla, altn. erla heiszt, lab…

brachmännchen

DWB

brach·maennchen

brachmännchen , n. agaricus campestris, weil der schwamm im brachland aufschieszt, heiszt auch brachpilz, drieschling.

erdmännchen

DWB

erdmann·chen

erdmännchen , n. nanus, unterirdischer erdgeist, wichtelmännchen. mythol. 423. er glaubt etwa das erdmännchen zu hören. Herder 20, 196 .

fettmännchen

DWB

fettmann·chen

fettmännchen , n. geringe kölnische scheidemünze: ich brachte den küster durch ein kopfstück und ein fettmännchen dahin. J. P. paling. 2, 63…

füchselmännchen

DWB

fuechsel·maennchen

füchselmännchen , n. lemur catta, der eichhornaffe, mokoko. zusammengesetzt mit das füchsel ( s. d. ), und der name wegen des der schnauze d…

galgenmännchen

DWB

galgen·maennchen

galgenmännchen , n. 1 1) atropa mandragora, alraunwurzel, hexenkraut. Nemnich 1, 536. 538 . s. das folg. 2 2) hauskobold. J. G. Haas, s. J. …

glück(s)männchen

DWB

glucks·maennchen

glück(s)männchen , n. 1 1) pflanzenname. 1@a a) groszer wegerich plantago major Holl pflanzenn. (1883) 403 b . 1@b b) netzwurzliger lauch al…

Holdermännchen

Wander

holder·maennchen

Holdermännchen Holdermännchen sein oder spielen. – Eiselein, 318. Geputzt, geleckt und wie aus dem Ei geschält, aber ohne Saft und Kraft, um…

Jamännchen

Wander

jam·aennchen

Jamännchen Es ist ein Jamännchen. Lat. : Caput sine lingua. ( Philippi, I, 73; Faselius, 42. )

Laßmännchen

Adelung

lass·maennchen

Das Laßmännchen , des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben, eine männliche Figur in manchen Kalendern, woran die verschiedenen Arten de…

Petermännchen

Wander

peter·maennchen

Petermännchen Petermännchen mit jemand spielen. – Philippi, I, 55. In Pommern nennen die Maurer die abgeschlagenen Viertelstücken von Mauers…

Schwêfelmännchen

Adelung

schwefel·maennchen

Das Schwêfelmännchen , des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, eine figürliche Benennung eines doppelten zusammen gedreheten Schwefelfadens…

wettermännchen

DWB

wetter·maennchen

-männchen , n. , 1) wie wettermännlein ( s. d. ): der auch ein artig gemachetes wettermAennichen bey sich hat Prätorius anthrop. Pluton. (16…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „maennchen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/maennchen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „maennchen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/maennchen/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „maennchen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/maennchen/dwb.
BibTeX
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