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lühen

nhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 2 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

lühen verb.

Bd. 12, Sp. 1285
lühen, verb. brüllen; ein nur in älteren nhd., in Oberdeutschland entstandenen schriftquellen begegnendes wort, einst aber sowol nieder- wie oberdeutsch, und zum theil noch nicht vergessen: ags. hlôvan, prät. hleóv, rugire, boare, engl. low brüllen; altniederfr. hluojan, luojan, gewährt durch luoginda rugiens gloss. Lips. 656. luonde rugientes 657; niederl. loeien, loeijen, loeyen mugire Kilian; ahd. hlôjan, lôhan, luon rugire, mugire, mhd. mit verschiedenem inneren consonanten lüejen, lüegen, lüewen, lüen, welche verschiedenheit sich auch im ältern nhd. fortsetzt, beispiele unten; hier seit dem 16. jahrh. untergegangen, hat es sich in verschiedenen, auch örtlich weit aus einander liegenden mundarten erhalten: alemannisch in Appenzell luja, lüeja, von der kuh, brüllen Tobler 308b; lüen, lüjen, lüwen, lywen Stalder 2, 182; bei den Walsern lüja, laut schreien, mugire Bergmann bei Schm. 1, 1402 Fromm.; in Vorarlberg lüeja laut schreien, besonders vom rindvieh Fromm. 5, 485; in Tirol liejen, lienen, leise plärren, brüllen, heulen überhaupt Schöpf 391; in Kärnthen lüen vom rindvieh muhen, brüllen Lexer 182; cimbrisch lüen, lün, lünen, lusernisch lüenen, lüernen brüllen Zingerle 41b; niederd. leuen, bölken wie ein rind brem. wb. 3, 56. als urverwandt entspricht griech. κλαίω für κλάϜιω, κλαύσομαι heulen, weinen (Fick2 355). lühen wird zumal bezüglich der rinder gebraucht: lyen oder brlen wie ein ochs, demugire, boare, emugire, mugire Maaler 275a; da der ritter reden wolt, da ward er lüwen als ein ochs. heiligen leben 1472 181b; Aristoteles hort gern ein lügenden ochsen, nit das es im in den oren kützlich wer, das er das lügen gern horte .. Keisersberg brösaml. 1, 53a; und (der ochs) fienge an nach seiner art mit starker stimm zu lühen. der alten weisen exempel (1565) 21b; so die rinder gegen mittag sehen, und die lefzen stäts lecken, und mit luhen zu dem stall gond, das zeigt regen an. Herr feldbau 3a; und wenn ich sie (die bettler) auf den gassen hör so wol und artlich singen, ja vielmehr lüen wie die ochsen. facet. Bebelii (1589) 270a; (die rohrdommel) sol den schnabel ins wasser stoszen und am boden des wassers grausam lyen als ein stier. Heuszlin vogelb. 207b; so etwer herzu wandlet, ward er ohne verzug gemäldet, von dem stier mit lyen, dem rosz mit wichlen, von dem hirzen mit seiner eignen stimm mit brüllen. Forer thierb. 81a; zwingt sie zu lyen wie ein stier. fischb. 101b; die nachbauren, welche die kuoh darinn (im hause), vor hunger und durst sehr lyen gehöret, darzuo sonst niemands gesehen, brachen das hausz auf. Wurstisen 445; secht, lieben freund, dem golzen zu! er lut und heult sam ein ku. fastn. sp. 538, 10; das er (der Cyclop) bröllen det und lgen glich wie ein ochs. Brant narrensch. 108, 50; bald solcher wind erhört von kyen, streckens die schwenz auf und fast lyen. Rebmann 406; vom esel: onager haiʒt ain waltesel oder ain stark esel oder ain grimmer esel. der lüeget zwelf stunt in der naht an dem fünfzehenden tag des merzen, sam Isidorus spricht, und lüet als oft an dem tag. Megenberg 153, 24; die nahtegal dicke müet, swâ ein esel od ochse lüet. Freidank 142, 10; vom löwen: das lüen des lewen und die stimm der lewin. bibel 1483 251a (Hiob 4, 10); die welfen der lewen lüen. 286b (ps. 103, 21); der löw zu lühen anefing, darvon der herzog auferwacht. H. Sachs 4, 2, 58c; von dem heulenden tone der alten heerhörner: wenne aber diu hölr lank und weit sint, so lüeget er (der dunst, der aus der erde zieht) sam diu grôʒen herhorn. Megenberg 108, 31; des gelichen lüyet das horn von Ury, ouch die harschorne (harsthörner) von Luzern, und was ein sölich tosen, das des herzogen von Burgund lüt ein grusen darab entpfiengent. Etterlin 204; und von anderen ähnlichen tönen: nach im (gott) lüet der don, er dönet in der stym seiner grösze. bibel 1483 261a (Hiob 37, 4; post eum rugiet sonitus vulg., dem nach brüllet der donner Luther); sie (die sänger) werdent alle nimmer nuoht (nüchtern), und lüejent doch die herren an. Helbling 2, 1363.
4081 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    lühenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    lühen , verb. brüllen; ein nur in älteren nhd., in Oberdeutschland entstandenen schriftquellen begegnendes wort, einst a…

  2. modern
    Dialekt
    lühen

    Rheinisches Wb.

    lühen das Wort ist Klevld, u. zwar lə Klev , Rees ; -y- Mörs , Geld ; Rip selten: l·ə. Jül-Boslar , Bergh-Hüchelhv ,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit luehen

11 Bildungen · 0 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von luehen 2 Komponenten

lu+hen

luehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

luehen als Zweitglied (10 von 10)

abblühen

DWB

abblühen , deflorescere, ausblühen, zu ende blühen: das korn, der wein hat jetzt abgeblüht; ihre schönheit blüht schon ab; abgeblühte rosen,…

abglühen

DWB

abglühen , ardorem amittere, verglühen: das eisen glüht ab, die hitze ist noch nicht abgeglüht. transitiv ein erz abglühen, es geschmeidig m…

anglühen

DWB

ang·luehen

anglühen , candefacere, calefacere: den lautertrank anglühen. Fleming ; einen reichhaltigen korb des sanft angeglühten Johannisberger rislin…

aufblühen

DWB

auf·bluehen

aufblühen , florere, florem pandere: die knospe blüht auf, geht auf; ist über nacht aufgeblüht; neu aufblühende kräuter. Voss; was kümmert m…

ausblühen

DWB

aus·bluehen

ausblühen , 1) efflorere, erblühen: der ausblühende frühling dieser beiden welten ist die liebe. Tieck ges. nov. 4, 269 ; ausblühn will ich …

ausglühen

DWB

aus·gluehen

ausglühen , transitiv, im feuer ausbrennen, exurere: einen topf, draht, ein eisen recht ausglühen; herr schifscapitän, ihr seht ja aus, als …

durchglühen

DWB

durch·gluehen

durchglühen , mit glut durchdringen, erhitzen, im feuer glühend machen, percandefacere; vergl. ausglühen. s. durchglüht . 1 1. untrennbar. s…

entblühen

DWB

ent·bluehen

entblühen , 1 1) efflorescere: aus dem kampf gieng endlich der sieg hervor, und der kraft entblühte die milde. Schiller 51 a ; doch fürchte …

verblühen

DWB

verb·luehen

verblühen , verb. bis zu ende blühen, welk werden, ahd. farbluojan Graff 3, 241 , aus dem Notkerischen ferbluot erschlossen; mhd. verblüejen…

verglühen

DWB

ver·gluehen

verglühen , verb. aufhören zu glühen. aus älterer zeit nicht nachgewiesen, erst bei Adelung versuch 4, 1434 ; zusammensetzung mit glühen, de…

Ableitungen von luehen (1 von 1)

verlühen

RhWB

ver-lühen: verglimmen Allg.