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lorber

mhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
8 in 7 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Lorber

Bd. 2, Sp. 233
Lorber 1. Den Lorber auf dem Kopfe und ein leerer Magen stimmen (vertragen sich) schlecht. 2. Lorbern geben keine Steuer. Ehre, Ruhm, Verdienste sind keine Gegenstände für Steuererhebung. Die Entstehung des Wortes soll folgende sein: Als der Marschall von Sachsen ausserhalb Paris spazieren fuhr, musste er bei seiner Zurückkunft am Thore halten. Als der Steuerbeamte den Wagen öffnete und den Marschall erblickte, sagte er: »Entschuldigen Ew. Excellenz, Lorbern geben keine Steuer.« (Braun, Bibliothek des Frohsinns, III, 2, 290.) 3. Was nützen Lorbern ohne Karpfen. H. Heine (Reisebilder, III, 7) gebraucht das Wort, um den Gedanken auszudrücken: Was nützen Versprechungen ohne Gehalt. 4. Auf seinen Lorbern ausruhen. Holl.: Hij rust op zijne lauweeren. (Harrebomée, II, 11.) Span.: Piensa bien y no duermas. (Cahier, 3399.) 5. Den Lorber in Rosinenkuchen suchen. Sich bei geringfügigen, kleinlichen Geschäften Ruhm erwerben wollen. 6. Die Lorbern seines Vaters lassen ihn nicht schlafen. Auch im ironischen Sinne von Fürsten, die noch willkürlicher und schlechter regieren als ihre Väter oder Vorgänger. Der Staatsstreich des Sohnes soll doch nicht kleiner sein als der des Vaters (Jakob I. und manche andere). 7. Er macht sich Lorber. Bernstein, der mir diese jüdisch-deutsche Redensart aus Warschau mit der Bemerkung mittheilt, dass sie in einigen Gegenden gebraucht werde, weiss die Bedeutung des Wortes Lorber hier nicht anzugeben. Sonst sagt man auch: Er macht sich Lämmel, d.h. er stellt sich lammfromm, naiv. 8. Trockene Lorbern ernten. Von nutzlosem Kampf und Sieg. »Die Arbeiter feierten hier einen Triumph mit trockenen Lorbern.« (Löwe in der Sitzung des preussischen Abgeordnetenhauses vom 14. Februar 1865.) 9. Von Lorbern wird man nicht satt. n.: Bedre er et frugtbar aeble-træ, end et tört laurbær-træ. (Prov. dan., 57.)
1854 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lôrberstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    lôrber stn. lorbeere. sumerl. 40, 18. gl. in Haupts zeitschr. 3,415.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lórber

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Der Lórber , des -s, plur. ut nom. sing. S. das vorige.

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lorber(-)

    Goethe-Wörterbuch

    Lorber(-) s Lorbeer(-) Nikolaus Lohse N.L.

  4. modern
    Dialekt
    Lorber

    Elsässisches Wb.

    Lorber , Lorbe [Lorwər m. Ingersh. ; Lùrwər m. Kerzf. ; Lùrwə f. Bisch. ] Lorbeerbaum; Syn. Lorbeerstock Lohr . — Idioti…

  5. Sprichwörter
    Lorber

    Wander (Sprichwörter)

    Lorber 1. Den Lorber auf dem Kopfe und ein leerer Magen stimmen (vertragen sich) schlecht. 2. Lorbern geben keine Steuer…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lorber

23 Bildungen · 18 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von lorber 2 Komponenten

lor+ber

lorber setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

lorber‑ als Erstglied (18 von 18)

Lórberblatt

Adelung

lorber·blatt

Das Lórberblatt , des -es, plur. die -blätter, die immer grünen Blätter des Lorberbaumes.

lôrberboum

Lexer

lorber·boum

lôr-ber-boum BMZ lorbeerbaum, laurus 321 b , n. gl. 230 b . vgl. lôrboum.

lôrbereloup

AWB

lorber·e·loup

lôrbereloup mhd. st. n. , nhd. lorbeerlaub. lor-bere-loip: nom. pl. Gl 3,541,50 ( Wien 2524, 13. Jh. ). Lorbeerblatt: folia lauri ( 1 Hs. lô…

Lórberhain

Adelung

lorber·hain

Der Lórberhain , des -es, plur. die -e, ein mit Lorbern bepflanzter Hain oder kleiner Wald.

lôrberiboum

EWA

lorberi·boum

lôrberiboum*AWB m. a-St., in Gl. ab dem 15. Jh.: ‚Lorbeer(baum); laurus, terebintus [= terebinthus]‘ (Laurus nobilis L.; vgl. Mar- zell [194…

lôrberiloub

EWA

lorberi·loub

lôrberiboum*AWB m. a-St., in Gl. ab dem 15. Jh.: ‚Lorbeer(baum); laurus, terebintus [= terebinthus]‘ (Laurus nobilis L.; vgl. Mar- zell [194…

Lorberkränzlein

Wander

lorber·kraenzlein

Lorberkränzlein Es hilfft nit ein ieden das Lorberkrentzlein vor den donner. – Gruter, III, 31; Lehmann, II, 153, 108.

Lorberkranz

Wander

lorber·kranz

Lorberkranz Lorberkränze machen keinen Dichter. Lat. : Non tituli faciunt nec laurea serta poetam: non in fronde, sed in fronte poeta sedet.…

Lórberöhl

Adelung

Das Lórberöhl , eigentlich Lorbeerenöhl, des -es, plur. inus. das aus den frischen Lorbeeren gepreßte Öhl, welches im gemeinen Leben auch nu…

Lórberrose

Adelung

lorber·rose

Die Lórberrose , plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme des Oleanders, Nerium Oleander L. wegen der Ähnlichkeit der Blätter mit den Lo…

Lórberwald

Adelung

lorber·wald

Der Lórberwald , des -es, plur. die -wälder, ein Wald von Lorberbäumen. Er unter dessen Tritt ein Lorberwald entsproß, Weiße.

Lórberzweig

Adelung

lorber·zweig

Der Lórberzweig , des -es, plur. die -e, ein Zweig des Lorberbaumes, S. Adelung Lorbeere .

lorber als Zweitglied (4 von 4)

Bastardlorber

Adelung

bastard·lorber

Der Bastardlorber , des -s, plur. die -n, eine Art des Mehl- oder Schlingbaumes, welche in den mittägigen Ländern Europens wächset, und eyfö…

geiszlorber

DWB

geiszlorber , f. geiszkot als lorbeere gedacht, caprini stercoris bacca geiszlorbeer Aler 873 a , geiszlorbern plur. Ludwig 720 ; z. b. von …

Mäuselorber

Wander

mause·lorber

Mäuselorber Meuselorbern wollen immer unterm Pfeffer vnd Heydegrütze seyn. – Herberger, I, 192.

Ableitungen von lorber (1 von 1)

lôrbēre

MNWB

lôrbēre (loer-) , lôre- (lorre-) , f. , Lorbeer, Laurus, der Baum oder seine Teile, Plur. l.n die Beeren oder Blätter zur Herstellung von Ar…