Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
leidigen swV.
2 ‘sich jmdm. verhasst machen’ (vgl. 2leiden , mit refl. Dat.d.P.)
1 ‘jmdn.(/etw.) (an Körper, Vermögen, Ansehen u.ä., oft in unterschiedlicher Kombination) schädigen oder beeinträchtigen’ (ane etw., mit etw.; vgl. 3leiden 1.1), ‘jmdm. leit (stN.) zufügen’ (mit Akk.); zum Gebrauch in Rechtstexten vgl. DRW 8,1157; übers. lat. affligere ( PsM 41,10. 42,2. 43,8 ), tribulare ( PsM 55,2. 105,42 ), concutere ( EvAug 131,25 ): er wolt in hân geleidigôt / mit marter und mit grôzer nôt LBarl 578; man spricht auch, daz die slangen den nakenden menschen förhten und vliehen und getürren in niht gelaidigen BdN 261,2; den paum [Lorbeerbaum] laidigt der donr und daz weterplitzen niht ebd. 327,12. 275,19. 200,15; er [der Wein] laydigt dy fünff synn allsand HvHürnh 52,9. – daz si iemman an dem obgeschribenn ungelt diu vorgeschribenn sehs jar in dheinen weg laidig noch beswaͤre MGHConst 6,2:74,20 (a. 1331); daz ir di selben frauwen weder mit steuer noch mit tagwerchen [Fronarbeit für einen Tag] noch mit nachtselden [Verpflichtung zur Beherbergung best. Personen] noch mit fuetern [Füttern/ Bewirten] , an leuten oder an guͦt immer icht gemuͦt oder laidigt UrkCorp (WMU) 1933,39. N783,13; oder sein guet, oder sein gesind indert laidigt mit worten oder mit werchen, oder ansprech, oder anvechten mit chrieg [...] haimlich oder offenleich UrkAltenb 211 (a. 1341); vnde wolte der bischof si [die Stadt] dar vber vrlugen oder anders leidigen UrkCorp (WMU) 1788AB,23,22; UrkWittelsb 1,143 (ca. 1255); MGHConst 6,2:317,1 (a. 1333). – das ir [Maria] niement schmacheit tæte, / weder lebende noch tot / von niement wurde geleidegot WernhMl 12346; als frouwe Anna daz vernam, / daz Joachim der ir man / sô sêre was geleidigôt [durch die Zurückweisung seines Opfers wegen seiner Kinderlosigkeit] , / dô wâre ir lieber der tôt Wernh 475. – Part.-Adj.: dô [Jakob] der geleidigôte man [dem Leid widerfahren ist] von deme grabe [seiner Frau Rahel] hine heim chom, / er nam an sînen arm daz sîn vil luzzele barn Gen 1692; ob ein ros oder ein ochs oder ein hunt oder ein ander tiere iemant laidigt, so schol der herre dez selben tiers [...] daz selb tier dem gelaidigten [geschädigten] menschen czu pesserung [Entschädigung] geben StRBrünn 403 2 ‘sich jmdm. verhasst machen’ (vgl. 2leiden , mit refl. Dat.d.P.): ein groz swert, daz her [der Teufel] hute treit / uf alle die mortvreidigen / die sich got irm schepfer leidigen HeslApk 10864
MWB 3,3 1009,56; Bearbeiterin: Baumgarte