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launen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

launen verb.

Bd. 12, Sp. 347
launen, verb. 11) mürrisch sein, nach der bedeutung von laune 2, sp. 345 im 16. jahrh.: du faules osz inn allen dingen! (sagt die frau zur magd) nyemand kan ausz dem pett dich bringen. das spinnen will dir gar nicht schlaunen. ob der hauszarbeit thust du launen. H. Sachs 1, 511d; später sowol oberd.: launen, traurig, verdrieszlich sein. Zingerle lusernisches wörterb. (1869) 40b; launen mit einem, verdrieszlich sein auf ihn, schmollen. Schm. 1, 1478 Fromm.; launin, launen, aus verdrusz nichts reden, erzürnt sein, schmollen. Lexer kärntn. wörterb. 174, wie niederdeutsch erscheinend, und von schriftstellern der letzteren heimat der schriftsprache zugebracht: lunen, in böser laune sein, sauer sehen. brem. wb. 3, 99; luunen, verdrieszlich, launenhaft sein. Schütze 3, 63; die bürgerschaft .. benahm sich in dieser krisis wie sich die aristokratie oft benommen hat, sie murrte und launte, und wollte lieber alles über sich ergehen lassen als selbst etwas aufgeben. Niebuhr 3, 426; und wenn er launet. Stolberg 5, 108; wer kann launen, wenn der freund wie die milde sonne scheint? Overbeck ged. 101; der mensch im anfang launet, und findet manches hart! er wirds gewohnt, und staunet, wie gut es endlich ward. Voss 4, 256; nicht mit saurem blick gestaunet! grübelt einer gern und launet, grübl und laun er einsam! 5, 275. 22) in etwas anderer bedeutung bei Göthe, wo das verbum blosz die schnell wechselnde stimmung ausdrückt: die keusche Luna launet grillenhaft. 41, 18. 33) über das part. gelaunt s. an alphabetischer stelle. 44) das bair. launen (Schm. 1, 1478 Fromm. mit den nebenformen launeln, launschen) schläfrig sein, schlummern, gehört nicht hierher, sondern ist ableitung von lau 4, sp. 286 und berührt sich, als für lauenen stehend, zunächst mit dem verbum lauen, laueln sp. 301.
1814 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Launenv., ntr

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Launen , v. ntr . mit haben , launisch sein, Launen haben, den Launen nachhangen. Wer kann launen , wenn der Freund Wie …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    launen

    Goethe-Wörterbuch

    launen iSv schnellen (Stimmungs-)Wechsel vollziehen; im Wortspiel [ Astrolog: ] Die keusche Luna launet grillenhaft 15 1…

  3. modern
    Dialekt
    Launen

    Rheinisches Wb.

    Launen launə Sg. u. Pl. Simm-Schlierschd ; -ū- Birkf m., f.: launischer Mensch, Narr; e windscher L.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit launen

21 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von launen 2 Komponenten

lau+nen

launen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

launen‑ als Erstglied (19 von 19)

Launenbeisser

RhWB

launen·beisser

Launen-beisser lūnənbītər Gummb-Berghsn m.: verächtl. einer, der beisst, wenn er die Launen dazu hat, auch vom Pferde gesagt.

launenbeissig

RhWB

launen·beissig

launen-beissig -bītĭχ ebd., Remschd Adj.: launisch beissend; der Hongd (et Perd) es l.; wat es dat en l.ən Minschen!

Launenblitz

GWB

launen·blitz

* Launenblitz bildhaft für spontane Eingebung, plötzliche Anwandlung Gespr(He3 2 ,223) Varnhagen 19.9.27 Christiane Schulz Ch.S.

Launendüppchen

RhWB

Launen-düppchen launədibχə Simm-Argenth n.: dass.

Laun(en)fechter

PfWB

launen·fechter

Laun(en)-fechter m. : 'Mensch, der schwer an seine Berufsgeschäfte geht, Launfechter [ Klein Prov. 274]. Rhein. V 210 . —

launenfieber

DWB

launen·fieber

launenfieber , n. laune, veränderliche gemütsstimmung unter dem bilde des fiebers. Gökingk 1, 191. 193 . ebenso launenschauer 195.

launenhaft

DWB

launen·haft

launenhaft , adj. launen, veränderlicher gemütsstimmung ergeben: der ekle geschmack der launenhaften Alabanda. Wieland 6, 203 ; runder mond …

Laun(en)krämer

PfWB

launen·kraemer

Laun(en)-krämer m. : 'launischer, eigenartiger Mensch', Launekrämeʳ [ KU-Schmittw/O ]. Südhess. IV 191 ; Rhein. V 210 . —

Laun(en)narr

PfWB

launen·narr

Laun(en)-narr m. : = Launenkrämer , Launenoʳʳ [ KU-Schmittw/O ]. Els. I 779 .

Launenpeter

RhWB

launen·peter

Launen-peter lǫ·u.nəpidər Wittl-Reil , Kobl-Güls , Goar-NHeimb , May-NMendig m.: dass.

Launenspiel

Campe

launen·spiel

Das Launenspiel , — es, Mz. — e . 1) Das Spiel, die Abwechselung, Veränderung der Laune. Dem Launenspiele eines Andern zusehen. 2) ◎ I der T…

Ableitungen von launen (2 von 2)

Entlaunen

Campe

○ Entlaunen , v. trs. die Laune vertreiben. Das Entlaunen. Die Entlaunung.

Mißlaunen

Campe

○ Mißlaunen , v. ntr . mit haben , Mittelw. d. verg. Z. mißgelaunet , mißlaunig sein, Mißlaune haben. R. Besonders ist das Mittelw. mißgelau…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „launen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/launen/dwb?formid=L02350
MLA
Cotta, Marcel. „launen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/launen/dwb?formid=L02350. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „launen". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/launen/dwb?formid=L02350.
BibTeX
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  year         = {2026},
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