Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
krangel stM.
2 ‘Not, Bedrängnis, Mangel’
1 eigentl. wohl ‘Verschlingung der Fäden, Verschränkung an Weinreben’ u.ä. (vgl. DWB 5,1029, SchweizId 3,831), übertr., formelhaft âne ~ sleht: sunder valsche naige / wuͦhs ir pris so gar uf reht / und ane crangel also sleht / mit schoͤne in hohgemuͤte, / mit zuht in rehter guͦte RvEWh 3804; sîn wirde ist ân krangel sleht / für allez lop gewahsen Reinfr 11590; ir triuten und ir minne / was gotlîch ordenlîch und reht, / ân valschen sin, ân krangel sleht ebd. 10908 2 ‘Not, Bedrängnis, Mangel’ daz ich in sol ufrihten an schaden, swas si crengel alder kumbers angat an dem vorgesetten gel [= gelt oder gehel Übereinkunft?] UrkCorp (WMU) 1571,12; vnd geschehe [...], daz die vorgenemetten vrowa imer dehan kummer an geviel von dehainer schlate crangel ebd. 2599,31; sus rîcher koste krangel / ist mînem hûse tiure [Hs. untiure); "mangel solcher kost ist bei mir häufig" (DWB 5,1029)] Reinfr 2864. – meist formelhaft sunder ~ , im Reim mit mangel: der armen und der rîchen wart / hie sô keiserlîch gephlegen / daz man nihtes underwegen / lie dâ sunder krangel Reinfr 10415. 18646. 24991; er hiez ûf allen strâzen / rüefen unde schrîgen, / ob ritter grâven frîgen / ald iemen hette mangel, / dem wolt er sunder krangel / sînen kumber büezen ebd. 14670
MWB 3,2 548,10; Bearbeiter: Tao