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krällen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krällen

Bd. 11, Sp. 1984
krällen, krellen, kratzen u. ä. II. Alter, bedeutung, heimat. I@11) mhd. krellen, ahd. chrellan ist wahrscheinlich nach folg. bechrellen, erchrellen im 12. jh.: der tôt ime nâhit, sîn übermuot fellit, der tôt in bichrellit. fundgr. 2, 80. 1, 196, erchrellit in Diemers gen. 111, 17, der tod wie ein raubthier packt ihn mit seinen klauen. In dieser jetzt ungebräuchlichen bed. gibt doch noch Stieler 701 grellen, die klauen einschlagen, damit packen; über dieses gr- s. unter kralle a. e. auch Schottel 1329 hat nur grellen, M. Kramer 1787 neben krellen. I@22) die nhd. herschende bed. ist: krellen, kratzen, ungulare. voc. th. 1482 r iijb. I@2@aa) intrans., oder mit verschwiegenem acc.: der pisz und krellet wie ein katz. meisterges. in Lappenb. Eulensp. s. 234; und lauft gar zorniklich auf in mit krellen, schlahen und mit raufen. fastn. sp. 280, 30; mit krellen, beiszen, schlahen, raufen. H. Sachs 1, 512d; schreiet, tobet, kratzt und krelt. 3, 1, 148c; thut beiszen, kreln und rumorn. das. I@2@bb) trans. und refl.: dieselben (leidtragenden) krällen sich under den augen (im gesicht) dasz s bluten. Rožmital reise 181; ich will dich reiszen, krellen und grimmen. fastn. sp. 281, 11; mich kratzeten und krelten und zu der thür auszprelten. H. Sachs 1, 290d; welchen ein blat vom (das m vom folg. b) baumen krelt, welchen ein kleines kind erschreckt, den wil ein jeder stoszn in dreck. Eyring 3, 251; ihr hebamme thue ihnen wehe mit ihren fingern, als wann man sie krällte. Mauriceau 298; ganz junge kinder krellen sich wol etwas mit ihren kleinen nägeln im gesichte. Struve über erz. der kinder (1798) 158; wer mit katzen spielt, wird gekrellt. Frisch, also noch im 18. jh. auch noch mit e für ä, letzteres entstammt dem gedanken an kralle. I@2@cc) von einem garstigen, ranzigen geschmacke: gleich wie die nusz, die man mit groszem krachen zwischen den zähnen pfleget aufzumachen, krellet, und endlich doch ist nichts zu naschen als würm' und aschen (wenns eine faule nusz ist). Neumark lustwäldchen 80, wenn nicht das kratzen des zahnfleisches durch die schale gemeint ist; doch s. grallen von geschmack unter krallen a. e. tirol. von schlechtem weine, saurer wein krâlt im halse Schöpf 338, vgl.krätzer. s. auch krellkirsche. I@33) heimisch ist es im schwäb., henneb. Fromm. 2, 413, mähr. 5, 461, erzgeb., sächs. (neben krallen), in Nürnberg kröllen Grübel 2, 88, in Ansbach erweitert krällern. mit dehnung oberlaus. krählen Anton 9, 11, schles. krêlen, s. über diese dehnung unter kralle I, 1, b. aber fremd ist es dem schweiz., bair. östr., wo kräueln gilt. auch dem nd. scheint es fremd. I@44) aber auch in noch anderer bedeutung. I@4@aa) in zukrellen, eine thür: sie hatte den, der sich so nannte, den abend auf den ort bestellt: die tühr war aber zugekrellt. Schwieger geharnischte Venus 269. das liesze sich mit dem vor. allenfalls in verbindung bringen durch kralle II, 3, b haken, wenn auch ein thürhaken so hiesz, eine krampe. I@4@bb) dunkel ist mir krellen in aufkrellen in die höhe werfen 1, 679 (s. dazu grellen), und hess. krellen starr machen, z. b. der frost krellt die hände, s. Vilmar 225; ebend. sich krellen sich stoszen z. b. an den elbogen mit der bekannten empfindung des erstarrens die da folgt, diesz auch nordfränkisch Schmeller 2, 384. vgl. dazu krall starr. IIII. Herkunft und verwandtschaft II@aa) das gewöhnliche krällen und das alte bichrellan, erchrellan sehen in der that aus, als läge kralle dahinter, das freilich spät bezeugt und räumlich eigentlich beschränkt ist, vielleicht nur durch zufall. ob engl. 'crallit, engraven' bei Halliwell 277b ein altes cralle ritzen ergibt? vgl. doch Stratmann 123. der stamm liegt auch vor in einem mhd. bauernnamen der Krelle MSH. 3, 293b, jetzt Krell. II@bb) über den stamm kommt licht aus dem schwedischen. da gibt es mundartlich ein starkes krälla, praet. krall, pl. krullu, part. krullið in der bed. kriechen, wimmeln (wie ameisen z. b.) Rietz 353a, Rydqvist 1, 194. eine nebenform krilla heiszt jucken, kribbeln, auch kratzen (z. b. beim lausen) Rietz 352a, auchn. krille jucken. der grundbegriff wird das krümmen der finger, der klauen sein, und dafür bestand also altgerm. ein starkes krillan mit ablaut i : a : u, diesz aber stellt sich mit wechsel der liquida zu dem gleich ablautenden krimmen, das in der bedeutung dem krallen, krällen gleich kommt. II@cc) aus diesem krillan, das da noch aus dem schwed. hervorblickt, und dem grundbegriff sich krümmen erklären sich auch deutsche wörter, wie mhd. krul, krülle locke (s.krolle), ostfr. krillen ringeln, umdrehen, mit a in krallen verdrehen vorhin, kralle verdrehte stelle in einem faden, wie kralle die gekrümmte klaue, die sich krümmend greift, verwundet.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Krällen

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Krällen , verb. reg. act. mit den Krallen oder Klauen vermunden, besonders von den Katzen, wo es für kratzen gebraucht w…

  2. modern
    Dialekt
    krällen

    Rheinisches Wb.

    krällen -ę- Wend-Dörrenb schw.: krall kucken, von Rindern .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kraellen

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Zerlegung von kraellen 2 Komponenten

kral+len

kraellen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „kraellen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kraellen/dwb?formid=K12073
MLA
Cotta, Marcel. „kraellen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kraellen/dwb?formid=K12073. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „kraellen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kraellen/dwb?formid=K12073.
BibTeX
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