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Kluten

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kluten

Bd. 4, Sp. 822
Klut III, Klüt Kluten Klütt(en) das Wort, dem nd. kluit entsprechend u. auf klût zurückgehend [im Gegensatz zum rip., sndfrk -ū·(ə.)t, das auf klôt Kloss zurückgeht] ist Rip, Berg, SNfrk, Klevld allg.; doch je nach Geb. u. Bed. -ūt, –ūtən, –ȳt, –yt(ən) lautend m.: 1. länglich, runder Klumpen, Ballen schlechthin; en netten Klutten Geld Elbf; doch meist in besonderer Anwendung. a. Erdballen, –scholle, Klumpen Erde, Dreck, Lehm udgl., u. zwar -okt, Pl. -tə Malm-Grüffl; -otə Sg. u. Pl. Bo-Volmershv; -u- MüEif, Eusk; -y- Sieg-Fussh ODollend; allg. in Aach, Eup, SNfrk, Klevld, Berg, u. zwar -yt, Pl. -tə Aach; -ȳ-, –y-, Pl. -tə Eup; -ūt, Pl. -ȳt u. seltener -ūtə, Demin. -ytšə SNfrk bis Geld-Straelen Pont Stdt, Mörs-Hülsdonk Stdt Neuk [-ȳt, Pl. -tə MGladb-Schelsen, Selfk, Erk-Örath, Geld-Hinsbeck]; n. davon u. n. Ruhr -ut, Pl. -utə u. -yt [Geld-Weeze, Klev-Stdt Mehr, Rees-Elten Pl. -ytə]; Ruhr, NBerg, Gummb, Sieg-Honnef -ūtən Sg. u. Pl.; Düss-NKassel -ūt, Pl. -tə; enen Kl. Erd, Klei, Lehm, Dreck; et hangen Klüt an der Eg; Klüt klein make; de Jäger lopen op de Klüt. RA.: Regenteiken (Regenbogen), (dat göf) märgen gut Klüt weiken (weichen) Mörs. Je dickere Klüt, desto dickere Rüben Mörs-Neuk. Dou sühs ut wie ne befroəre Kl. Kemp, Heinsb. Klüttje, rühr min nit an empfindliches Wesen Emmerich, Klev. He beld sech nen Kl. en ist eingebildet Mettm-Vohwinkel. Klüt treəne (treten) wandern SNfrk. Ech bön lang genog eiter (achter, hinter) de Plog gegange on habb Klüt getrene (getreten) Kemp-Vorst. Klöttche kloppe unnütze Arbeit verrichten Rheinb-Schönau. Achter de Klutte wassen de beste Knolle Mörs-Vynen. Du hepperts (hüpfst) wie en Lewerken (Lerche) op de Kl. bist stolz Kemp-Niep Breyell. Niet ut de Klutten kommen mit der Arbeit nicht vorankommen Rees-Brünen. Ut de Klüte geschote (geschossen) sin tüchtig gewachsen sein Geld. He lit onger (unter) de Kluten liegt im Grabe Mettm. — b. ein oval geformter Kloss Butter, en Kl. Botter, ene Botterkl., u. zwar -ytə Sieg [Honnef -ūtə], Mülh-Rh, Köln-Stdt, Ahrw, Rheinb [-u- MüEif Meckenh], Bo; -yt, Pl. -tə Eusk, Köln-Ld, Bergh, Grevbr; -ūt, Pl. -ȳ-, –ūtə SNfrk bis Geld-Stenden [Klevld ist diese Anwendung nicht bezeugt]; -ūtən Sg. u. Pl. NBerg [-ȳtərkəs kleine Butterwellen Mettm]; -yt, Pl. -tə Düss; de Botter wiərd zom Kl. geformp (gewellt) Allg., — op ne Kl. geschlagen NBerg. RA.: Afgemät, ohne ne Kl. ze wennig! deine zu hohe Forderung für dieses Verkaufsobjekt lehne ich ab Köln-Keldenich. De hät en Kl. Botter gestoəhle er hat einen Höcker Düss-Kaiserswerth. — Im Berg auch ein Klumpen Quarkkäse (auch MüEif), Hefe. — c. -ū-, meist Schniəkl., Pl. -ȳ- Schneeball SNfrk; -ūtən Gummb; -ut n. Ruhr [Erk-Rath, MGladb-Rheind -ūt für 1 a, b; -ȳ- für 1 c.] — d.α. -yt, Pl. -tə, gern Demin. -tχə getrockneter Torf oder Braunkohle in Topfform (auch die modernen Briketts wohl so genannt), Presskohle Sülzt, Sieg-Stield, Schleid-Weyer, Monsch, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür, Jül, Aach-Stdt Merkst, Grevbr (-ȳ-), MGladb-Mülfort (-ȳ-), Erk-Örath (-ȳ-). Motter, de Mann met de Kl.ə es do! Schwig, menge Jong, ich wess et jo; ich ha ke Geld! Du häs ke G., wer hät dann de M. met de Kl.ə bestellt? Dür-Girbelsr. — β. zu Kugeln geformtes Gemisch von Kohlengris u. Lehm; zwei Teile K. u. ein Teil Lehm wurden durcheinandergemengt, mit Wasser begossen u. dann durch Treten mit Holzschuhen bei wiederholtem Auf- u. Umschaufeln breiig gemacht; mit einem Grabspaten wurden aus der Masse viereckige Stücke abgetrennt, die dann mit den Händen rund geformt wurden; um das kugelige Formen zu erleichtern, wurden die Kl.ə in Gris oder Sägemehl, auf den Boden gestreut, gerollt; diese Kl.ə hielten etwa vierzehn Tage u. länger ihre Festigkeit bei, u. zwar -yt, Pl. -tə Malm, Monsch, Dür, Jül, Aach; -ȳt, Pl. -tə Eup, Geilk, Erk, MGladb, Heinsb [Heinsb-Lümb nur diese Bed. von Kl.]. RA.: Heə hat sich met Koəhle geweischen en met Klütten afgedrügt (abgetrocknet) von dem, der sich nicht gewaschen hat; die Verteidigung ist schlimmer als der Fehler selbst Aach-Stdt. — γ. -ytən Sg. u. Pl. Lohkuchen Sieg-Fussh. — e. -otən Sg. u. Pl. Kotklümpchen, an den Haaren des Viehs haftend Sieg-Felderhoferbrück; -utə Klev-Luisend. — f. -ytən Pl. Blutgerinnsel Klev. — 2. übertr. a. sachl. α. -ut, Pl. -tə dickerer Klicker Rees-Isselbg. — β. -ot, Pl. -tə länglicher, gerundeter Kieselstein Kemp-Kaldenk. — γ. verächtl. -ut Sg. t. Kopf Kemp, Geld; -ȳ- u. -u- Geld-Hinsbeck; ech komm dech an de Kl.! — δ. verächtl. -ūtən Pl. t. plumpe, schmutzige Schuhe; lot de Kl. dobutten (draussen)! Barm. — ε. -ytjə, Pl. -tjəs n. Tannenzapfen Mörs-Orsoy. — ζ. -yt, Pl. -tə grosser Schnaps u. gr. Branntweinglas Monsch-Zweifall, Aach-Verlautenheide, Geilk-Gangelt (-ȳ-). — η. -ytən Pl. t. verächtl. Kartoffeln, die nach dem Kochen nicht recht gar sind Malm-Bütgenb, Sieg-Fussh. — θ. -ytən Hoden Malm-Bütgenb. — b. persönl. -yt, Pl. -tə plumper, schwerer Mensch (Kind); unbeholfener dummer M. LRip; ene hölze Klütt Aach; -ytə Sg. u. Pl. Köln-Stdt, MülhRh; -ȳt, Pl. -tə Eup, Geilk; -ūt, Pl. -tə Kref.
5126 Zeichen · 168 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    kluten

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    kluten die harten Schollen des Ackers mit dem Klutenhamer oder -klöpper zerkleinern Ann. Landw. 1813, S. 603.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kluten

31 Bildungen · 31 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kluten‑ als Erstglied (30 von 31)

Klutenaben

MeckWB

klute·naben

Klutenaben m. aus Kluten, lufttrockenen Lehmsteinen, gesetzter Ofen; danach ersetzt durch Öfen aus gebrannten Ziegeln und schließlich aus Ka…

Klūtenbäkker

WWB

Klūten-bäkker m. a) Ziegelbäcker, -brenner. — b) nicht fachkundiger Brotbäcker ( Mes Bö).

Klutenbœker

MeckWB

kluten·boeker

Klutenbœker m. hölzerner Hammer, mit dem die harten Ackerschollen zerklopft werden (1895) Wa Jab ; s. Baker 2 (Bd. 1, 586).

Klutenbrett

MeckWBN

kluten·brett

Wossidia Klutenbrett n. Brett, auf dem die frischen Ziegel in der Ziegelei in den Drög'schuppen getragen werden Gü Güstrow@Niendorf Niend .

Klūtenbüᵉker

WWB

Klūten-büᵉker m. [ Stf Hal Lhs Bek Wie] 1. hölzerner Hammer zum Zerschlagen, Zerkleinern der Erdschollen, Lehmklumpen. — 2. Person, die eine…

klūtendichte

WWB

kluten·dichte

klūten-dichte Adj. [ Min Tek Hfd Hal Det] 1. einigermaßen dicht (z.B. wenn Strümpfe in Eile gestopft werden) ( Hfd Go ). De Holsken sind nic…

klutengericht

LW

kluten·gericht

kluten-gericht, judicium colonarium, Gericht (des Hofes zu Westhoven) über die freien Reichsbauern).

Klutenhamer

MeckWB

kluten·hamer

Klutenhamer m. gleich -klöpper; Kluthamer Nützl. Beitr. 1771, S. 62; Rda. beim Kartenspielen: up em mit den Klutenhamer (1933) Wi; übertr. k…

Klutenhütt

MeckWB

kluten·huett

Klutenhütt f. Hütte, in der die Kluten gestrichen und getrocknet werden: -hütte Gem. Aufs. 1796, S. 20.

kluten II

RhWB

kluten II -ū·ə.- = betrügen s. ebd.;

Klutenklöpper

MeckWB

kluten·kloepper

Klutenklöpper m. langstieliger Holzhammer, mit welchem die harten Schollen des Pfluglandes, welche nach dem ersten Eggen liegen geblieben wa…

Klūtenklopper

WWB

kluten·klopper

Klūten-klopper m. [HPaderb] 1. hölzerner Hammer zum Zerschlagen von Erdschollen. — 2. Bauer (spött.).

Klutenpedder

MeckWB

kluten·pedder

Klutenpedder m. 'Schollentreter', geringschätzige Benennung des Landmanns ( s. Klut 1) Mi 43 a ; Latend. Laur. 11; Mein Sohn ... will en Lan…

Klutenstriker

MeckWB

kluten·striker

Klutenstriker m. ungelernter Arbeiter, der Lehm zu Kluten streicht: dei Klutenstrikers wiren Arbeiters, dei sick dat so annahmen hadden Gü S…

Klūtentreªder

WWB

Klūten-treªder m. [verstr.] 1.1. Bauer, Garten-, Feldarbeiter (spött.). — 1.2. Kleibauer ( Bek Ah). — 2. Infanterist (scherzh.) ( WoeN ). — …

Klutenwalz

MeckWB

kluten·walz

Klutenwalz f. Ackerwalze, zerdrückt die harten Erdklöße Ann. Landw. 1846, 3, S. 193; Ma Dev .