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Klinke

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
19 in 18 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Klinke

Bd. 4, Sp. 729
Klinke das Wort fehlt Rhfrk, Mosfrk, nur für Bed. 2 a ist Kl. (neben den auf Wk. IV 21 verzeichneten Synonym.) nach dem Nhd. eingedrungen, u. zwar vereinzelt Kreuzn-Weitersborn, Meis-Löllb, Wend-Frohnhsn Oberk Pfeffelb Urexw Werschw Winterb, Saarbr-Eiw Sulzb, Ottw-Hirzw Landsw, Saarl-Bous Dilling Differten Ensd Felsbg Körprich, Merz-Losh NLosh Morscholz Nunk Wahlen, Saarbg-Irsch, Trier-Föhren Geisf Issel Merzlich Raschd Schilling Trittenh, Wittl-Bruch Gransd Kinderbeuren Osann, Bitb-Kyllbg, Daun-Dockw Gees Kirchw NEhe Neunk Pelm Schönb Wiesbaum Prüm-Stdt Olmschd Ormont Roth Schönf, Bernk-Erden Bollenb Horath Zelting, Zell-Haserich, Koch-Gamlen, Simm-Belgw Laub; häufiger in Kobl, May, Aden, Westerw, Siegld; das Wort ist also Rip, Nfrk, u. zwar -iŋk, meist -e- [LRip auch -ø-; südl. Sieg --; Ahr, Schleid-Reetz, Rheinb-Rupperath, Bo-NHoltorf -ǫ-; Ahrw-Öding, Rheinb-Buschhv, Bergh-Grefr -y-; Ahrw-Hepping Ringen Vettelhv Walporzh, Grevbr-Gillb, Eup, Sieg-ODollend -ę-; Berg ö. Ürd.-L. -eŋkə, –i-; Gummb-Bielst -ę-], Pl. -ŋkə(n) f.: 1. im eigentl. Sinne, Krümmung, Winkel, Knick in einer sonst regelmässigen Ebene, Klanke (s. d.) Rip, SNfrk [Erk-Elmpt m.]; en Kl. in dem Därm Darmverschlingung Klev; en Kl. mache beim Gehen im rechten Winkel umbiegen Sieg-ODollend; ein Draht, der zu viel Spannung hat, bildet leicht eine Kl.; zerrt man solchen Draht, so geht er entzwei; mittels einer Kl. bricht man den Draht, wenn man keine Drahtzange zur Hand hat Kobl-SSebastian, Allg.; bowen en de Kl.ən (im Winkel), do hangen dei langen Schenken aus dem alten Martinsld Barm. — Im übrigen ist diese allg. Bed. nicht mehr häufig; die besondere Bed. überwiegen. — 2. im bes. a. die eiserne Einschlagfalle (Riegel) mit Daumendrücker an alten Türen SNfrk, auch hote (houtere hölzerne) Kl. genannt [diese alte Kl. bestand aus vier Stücken: die eigentliche Kl., die, mit Nagel befestigt, unter einer Führungsleiste (Führung) her, auf den Klinkenstock (Beck, Nas, Dauwknopp, Gröndel) fiel, der in den Türpfosten eingeschlagen war; die Kl. endigte vorn in einer Öse (Ring), nach vorn zu gebogen, an dem man die Kl. aufhob von innen; um sie von aussen zu heben, befand sich entweder in der Kl. ein Loch, durch das ein Lederriemen ging, der oberhalb durch ein genügend hoch angebrachtes Loch durch die Tür nach aussen ging, zum Ziehen, oder man hob die Kl. von aussen durch einen Schnäpper (Drücker) hoch, der durch ein Loch der Türe unterhalb des untern Randes der Kl. herging]; heute die neuzeitliche Türklinke Rip, Nfrk (s. o. die vereinzelten Belege für das Rhfrk. u. Mosfrk u. Wk. IV 21); de Kl. van de Hus-, Stalldür, Dürkl.; op de Kl. dröcke (däue); de Kl. opmache, zodröcke (zomache); unerfahrene Kinder liess man bei starkem Frost an der Kl. lecken, wobei leicht ein Stück Zungenhaut haften blieb. RA.: De Kl. es nauw fetter as anders (sonst) de Pott bei Gelegenheit der Hausschlachtung u. Wurstmachens Rees. Nu es gott Kl.ən lecken iron. bei bitterer Kälte Gummb. Kl.ə botze gohn betteln gehen, faulenzen Malm-Weywertz, Neuw-Unkel, MGladb-Rheind, Erk, Düss-Kaiserswerth, Klev-Asperden Üdem; alle Kl.ə het e afgebotz Kemp-Süchteln. Wann ech ken Arbet mih han, da gohn ech K.ən schuren betteln Malm. Kl.ən kloppen gohn betteln, müssig gehen Lennep, Mettm, Düss. Der os am Kl.ən kilen (verkeilen) verrichtet unnütze Arbeit Wippf-Geilenkausen. Kl.ə file (feilen) zum Schwatzen ausgehen, aber dabei Arbeitsgerät mitnehmen, um den Anschein zu erwecken, als ob man irgendeine wichtige Arbeit zu leisten habe; müssig gehen Sieg-ODollend Bergh Fussh, Gummb-Berghsn. Wenn de Herrschaff de Dür hät, hät et Mädche de Kl. geht auch das Dienstmädchen aus Sieg-NDollend. Jongen lopen (laufen) den Wichteren (Mädchen) no bes an der Düəren Kl.ən; all die Wichter witten (wissen) jo, dat de J. stenken! Gummb-Berghsn. Beister ene Deif (Dieb) op en Kl. äls ene Lusterfenk (Horcher) Monsch, Aach, MGladb, Erk, Köln. Lüsterfink sot (sass) op de Kl., hatt en Flässke (Flasche), worüt hij drinkt usf. Kinderld. Rees-Elten. Met Kl. on Kluster (Hängeschloss) verschloəte sen Heinsb. An de hölterne Kl. Wirtshausn. Rees-Wesel. Was ist das? Antw.: En Kl. op de Kalfskopp för min Her Pastor! Klev-Warbeyen. — b. Haken zum Festhalten der Türe; er schlug früher beim Öffnen der Türe gegen eine Schelle NBerg. — c. Zugkette am Pferde mit dem Kramp (zum Einhaken in den Hamen), dem Driəhbolz (Drehbolzen in der Mitte der Kette) u. der Schachtel (zum Einhaken an die Karre); de Kl. faste maken; et Perd werpt sech en de Kl.ə OBerg, OSieg, NBerg, Schleid (-ǫ-. –ø-), Eup, MGladb, Heinsb, Erk, Kemp, Geld; Tragriemen an der Hotte Koch-Eller. — d. ein etwa 15 cm langes, auf beiden Seiten zugespitztes Holz, auf eine Unterlage gelegt, so dass eine Spitze nach aussen herüberragt; auf diese Spitze wird mit einer Keule geschlagen, so dass die Kl. in die Luft schnellt; fliegend wird sie weiter geschlagen, wenn nicht die sog. Fänger dies durch Auffangen verhindern; wessen Kl. am weitesten fliegt, hat gewonnen; dies Schlagholzsp. wird (de) Kl. schlohn genannt (Kl.əs schl. Heinsb-Karken) uWupp, Sol 1870, Bo (veralt.), Dür, Monsch, Aach, Geilk, Heinsb, Erk, Kemp; in Bo-Stdt sang man dabei: Klinke, de Junge stinke; de Mädche ruche no Viule (Veilchen). Op de grönen Weəg, wo de Vüəgel leəgen, woə dat Mädsche de Kl. schleht, woə de Weəg no Rom geht, dor hängk dat Speck, doə frett de Geck usf. Kemp-Dülken. — Kl. schl. einen Stein über eine Wasserfläche hüpfeln lassen Malm-Rocherath, — werpen Malm-Mürring. — Aus diesem heute kaum mehr geübten Spiele stammen folg. RA.: De Kl. schloh umschlagen mit dem Fusse; abgesetzt werden Aach-Merkst, Dür-Gürzenich; sterben Bergh-NEmbt, Dür-Gürzenich; feiern, blauen Montag machen Erk-Elmpt; et Geld hät de Kl. geschlage ist ausgegeben MGladb Geilk; Die Tass (de Teller oder ähnl. Zerbrechliches) hat de Kl. geschl. ist zerbrochen Geilk, Erk, MGladb, Grevbr; för dem hat de Kl. geschl. er stirbt bald MGladb; de Kl. schlohn sich müssig herumtreiben, sich alles leisten können May-Trimbs (-ŋkə), Schleid-Dreiborn, Prüm-Steffeln Neuw-Lorschd, Sieg-Thomasbg. — e. -iŋkə, –e- der vierfach geflochtene hanfene Teil der Peitschenschnur, an dem die Schlagkordel angebracht ist Wippf, Lennep-Blombacherb NDahl, Sol-Wald, Jül-Gereonsw (-ŋk). — f. gleŋgə, –i- m. ein Bund zum Spinnen vorbereiteten Flachses; die einzelnen Portionen dieses Bundes sind die Splesse Siegld. — g. Stahlblech mit verschiedenen Einschnitten, zum Drahtmessen Dür-Stdt. — h. Doppelkugel, die der Schornsteinfeger den Kamin hinablässt Ess. — i. übertr. α. ein nach Art einer Türklinke verlaufendes Ackerstück, das in einen andern Acker hineinragt; ein überstehendes kleines Stückchen Acker Rip; hölterne Kl.ə feuchter Waldbezirk Barm-Langerf. — β. Rotzfaden aus der Nase; Kl.ən an der Nas; de Kl.ən schieten (schiessen) loten herunterlaufen lassen; de Kl.ən (wiər) roptrecken Gummb, Wippf, MülhRh-BGladb. — γ. bunte Verzierung im Strumpfe Dür-Stdt.
7037 Zeichen · 145 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KLINKEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    KLINKE swf. thürklinke. pessulus Diefenb. gl. 211. pessulum voc. vrat. vgl. Frisch 1,523. — gên sîner vetchen winken var…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    klinkeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    klinke , F. nhd. Klinke, gewinkelter Hebel, einfallender Türriegel, Verschlussklinke des Schlagbaums, vorgeschobener Rie…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klinke

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Klinke , plur. die -n, überhaupt, ein jedes Werkzeug, welches mit einem Klange oder Schalle niederfällt und dadurch …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Klinke

    Goethe-Wörterbuch

    Klinke Teil des Schließmechanismus von Türen: Riegel O schönes Mädchen du, .. | Die du .. | Auf dem Balcone stehst! .. |…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Klinke

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Klinke ( Sperrklinke ), s. Sperrgetriebe .

  6. modern
    Dialekt
    Klinkef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Klinke 1 f. : wie schd., Klink (gliŋg) [verbr.]; vgl. Schlinke . Zs. Türklinke . RA.: Er dut Klinke butze, von einem Bet…

  7. Sprichwörter
    Klinke

    Wander (Sprichwörter)

    Klinke 1. Eine gute Klincke fürm Maul schadet nimand. – Herberger, I, 736. 2. A gît réim Kléinka schlôn. ( Oesterr.-Schl…

  8. Spezial
    Klinke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Klin|ke f. (-,-n) 1 (Türgriff) snola (-les) f. , mantia (-ies) f. 2 (Griff, Hebel) brancia (-ces) f. 3 saradú (-dus) m. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klinke

84 Bildungen · 77 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

klinke‑ als Erstglied (30 von 77)

klinke · 1+ Belege

KöblerAfries

klinke 1 und häufiger , F. nhd. Schlagbaum ne. barrier Hw.: vgl. mnd. klinke I.: Lw. mnd. klinke? E.: s. mnd. klinke?, F., Schlagbaum; vgl. …

klinke, klenke

LW

klinke·klenke

klinke, klenke, f. Klinke, einfallender Thürriegel, clatrum; Schlagbaum. -klinken slân wird von Herumtreibern gesagt, die von Haus zu Haus g…

klinkeln

DWB

klin·keln

klinkeln , ein dunkles oberd. wort: wie ein unbendigs .. hartnägkigs kind nit wol wirt zogen durch seins vaters klinkelen und verhengen. S. …

Klinkenbutzer

RhWB

klinken·butzer

Klinken-butzer -o- Kobl-Kärlich , Rheinb-Neuk , Sieg-ODollend , MGladb-Rheind , Kemp-Amern SAnton Dornbusch , Mörs-Pelden , Mülh-Ruhr , Rees…

Klinkendräger

MeckWB

Klinkendräger m. im Spottreim Schosteinfäger, Klinkendräger Wo. V. 3, S. 329.

Klinkendrücker

PfWB

klinken·druecker

Klinken-drücker m. : 'wandernder Handwerksbursche', scherzh., Klinkedrickeʳ [ KU-Erdb ZW-Bechhf RO-Finkb/Gersw ]; vgl. Klinkenputzer , Schli…

Klinkenfeister

RhWB

klinken·feister

Klinken-feister -ī- (-furzer) Elbf , Barm , Mettm , Lennep m.: Horcher, Schnüffler (der an den Türklinken horcht); der an allem mäkelt; klei…

klinkenfeistern

RhWB

klinken·feistern

klinken-feistern -ī- ebd. u. Gummb-Bergneustdt ; -fīstən Gummb-Berghsn Lantenb ; -fīsən u. -stən Elbf schw.: 1. an den Haustüren herumlaufen…

klinken II

RhWB

klinken II -e- nur Rip, SNfrk, Klevld [ -ǫ- Schleid , Ahr, Prüm-Steffeln ; -ę- Sieg-ODollend , Eup ] schw. [doch Prät. -oŋk, Part. jəkloŋkə …

Klinkenkette

RhWB

klinken·kette

Klinken-kette -eŋkętə Gummb ; -øŋkęt Monsch-Hargart; -eŋkęteŋ Geld-Straelen f.: Zugkette.

Klinkenohren

RhWB

klinken·ohren

Klinken-ohren -ū·ə.rən Remschd Pl.: Haken, in denen die Zugketten eingeklinkt werden.

Klinkenputser

WWB

klinken·putser

Klinken-putser m. [verstr.] 1.1. Bettler. — 1.2. Landstreicher, wandernder Handwerksbursche ( Det Is ). — 1.3. Vertreter, Hausierer ( WmWb )…

Klinkenputzer

Wander

klinken·putzer

Klinkenputzer Er ist ein Klinkenputzer. – Frischbier 2 , 2050. Schmückende Umschreibung für Bettler.

klinke als Zweitglied (6 von 6)

Türklinke

RDWB1

Türklinke f Türklinken putzen / Klinken putzen idiom. - толкаться во все двери идиом. , обивать пороги идиом. , стучаться во все двери идиом…

hüppeklinke

MNWB

hueppe·klinke

*° hüppeklinke ein Laufspiel, h. spēlen (Nic. Gryse Spegel M 4 b , vgl. Dähnert).

hüppeklinke

KöblerMnd

hüppeklinke , Sb. nhd. ein Laufspiel Q.: Nic. Gryse Spegel M 4b (1593), vgl. Dähnert E.: s. hüppen (1), klinke L.: MndHwb 2, 390 (hüppeklink…

stütteklinke

KöblerMnd

stütteklinke , F. nhd. „Stützklinke“, Klinke mit der das aufgeschobene Fenster gestützt wird E.: s. stütte, klinke L.: MndHwb 3, 577 (stütte…

Ableitungen von klinke (1 von 1)

Geklinke

Campe

Х Das Geklinke , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

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APA
Cotta, M. (2026). „klinke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klinke/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „klinke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klinke/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „klinke". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klinke/rhwb.
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