klengen,
klenken,
klingen machen, von klingen
wie sprengen
von springen, drängen
von dringen.
die zweite, härtere form ist eine selbstständige nebenform, entsprechend dem ahd. chlanch,
älter nhd. (
gewiss auch mhd.) klank
sp. 945;
eigen ist nur dasz klinken
mhd. nicht bezeugt ist (
es ist mehr nd.),
während klenken
mhd durchaus vorherscht (
im mhd. wb. allein belegt, klengen
steht z. b. Parz. 60, 26
var.),
das urspr. -gj-
des anzunehmenden ahd. klengjan
mag darauf eingewirkt haben, indem es zu k
verschmolz. die härtere form lebt noch, s. 2,
a. 3.
[] 11)
der mhd. zeit war das ursprüngliche verhältnis zu klingen
ganz frisch gegenwärtig, man klenket
da seiten, dœne, '
macht sie klingen',
z. b.: sô wê mir mîner hende, sprach Wärbel sân ... wie klenke ich nu die dœne, sîd ich verlorn hân die hant?
Nib. 1901, 4; vil maneges herzen guot gedanc dir klenket manegen süeʒen klanc. Haupt 4, 520; swer inneclich an got gedenket, sô man seiten vor im klenket.
Renner 5897.
auch von sängern: dô sunget irʒ (
das kyrie eleison) niht glîch unde kundet eʒ niht wol klenken mit dem dône. Berthold 496, 11,
d. h. es so singen oder bewirken dasz es wol (
gut) klanc mit
d. d.,
in bezug auf die melodie, oder klingen mit ..
vom zusammenklange? 22)
nhd. sind davon nur reste übrig. 2@aa)
es gilt besonders vom läuten mit der glocke: clenckhen,
pulsare. voc. inc. teut. d 6
a,
in andern ausg. clengen, leüten (Dief. 472
c).
mhd. hiesz es noch genau die glocken klenken den vier glocken, die man zuo gotes dienste klenket.
Renner 6627.
aber nhd. ist der accus. vergessen, es steht als scheinbares intr. oder mit mit: und sol man darzu mit der kleinen glocken viremal klenken. Aschbach
gesch. der grafen v. Wertheim 2, 198,
v. j. 1419; nach der Regensburger feuerordnung von 1455 sollen die thurner nicht läuten wann sie feuer sehen, sondern nur klenken. Gemeiner
Regensb. chr. 3, 243 (Schm. 2, 358); statt dasz in andern städten frisch gearbeitet, wird da vom frühen morgen .. geklenget und geläutet. Westenrieder
bei Schm.; alle viertelstunden muszte die schildwache auf Hohensalzburg klenken (
an einer glocke ziehen).
lex. von Baiern 849; verbot er dem sigristen, dasz er nicht klenken solt, bisz das ampt gar geschehen war. Frey
garteng. 51
b; der sigrist klenket, die bauwren kamen.
das. (
cap. 62).
es erscheint schon da im gegensatz zum vollen geläute, als '
anschlagen'
oder kleines läuten (
s.klengeln 1),
wol auch da, wo es mit läuten
zusammengenannt wird (
wie bei Westenrieder
vorhin): in dem so lütet man und clenget zu u. h. gott. Scherz 215
aus Hugschap 52, klengen
wol als schlusz des läutens
wie beim abendläuten (
s. auch unter b).
so noch heute, wo es noch lebt, wie schweiz. chlenka,
so läuten dasz der klöpfel nur auf einer seite anschlägt, wie bei bestimmten gelegenheiten geschieht, s. Tobler 108
a, Stald. 2, 105;
bair., tir., kärnt. klenken,
in Kärnten von der kleinen glocke die einen leichenzug empfängt (Lexer 160);
auch anderwärts, wie nordfränk. vom kleinen geläute bei der kindtaufe, daher sogar klengen lassen
kurz für taufen lassen, in Salzungen Fromm. 5, 411.
östr. heiszt es klengitzen Höfer 2, 142,
auch bair. klengezen. 2@bb)
selbst rein intrans., von der glocke selbst: darnach so laszt er sie (
der glöckner die glocke) laufen und get darvon, nicht dester minder die glock (
noch eine zeit lang) lütet und klenket. Keisersberg
brös. 2, 24
a; auch sol ein burger .. fischen so weit der glocken clang clenget oder schillet.
weisth. 3, 336,
hessisch 15.
jh. (
RA. 76),
hier völlig gleich klingen.
umgekehrt erscheint klingen (
auch schwachformig)
für klengen,
vermischung beider ist wol hie und da eingetreten. 2@cc)
anders als von glocken ist es schon im 15. 16.
jh. selten: (
wenn die bienen schwärmen) so leuten sie mit schellen, die andern klengen auf einem becken oder mit schüsseln. Jacob
unterricht von den bienen 1568,
schlesisch (Fromm. 4, 174),
es ist aber wol vom klengen
mit der glocke übertragen. gut erhalten ist aber der alte sinn bei Hutten
in erklengen,
s. d. von geld: er mich (
einen goldgulden) auf seinem tisch oft klenget, mit seiner wag schnellet und sprenget. H. Sachs 1, 135
Göz, (
nahm) ein wag und klenget die ganz nacht ein gulten acht.
Berl. hs. fol. 23
nr. 218,
liesz auf der wagschale klingen, wog. 2@dd)
eigen schweiz. klänken
hellschallend singen Stalder 2, 105. Frommann 2, 371
b,
vgl. mhd. dœne klenken
unter 1,
und nd. klinkelêren
unter klingen II, 2,
c, α. 33)
gleich klengeln 2,
in Mitteld., z. b. in der Wetterau klenken,
durch hitze die hülsen des fichten-, tannensamens sprengen dasz er ausfällt, mittelst der klenkanstalt, klenkmaschine (Weigand).
in Thüringen klängen
und klänken,
auch von ölfrüchten, lein und rübsamen; geklänkte
und ungeklänkte tannzapfen, der same ist ausgeklänkt,
die ganze arbeit, wie die anstalt, vorrichtung dazu heiszt die klänke (Regel).
die doppelform mit g
und k
spricht für einheit dieses klenken
mit dem vorigen, und [] auch sachlich liegt es ihm nicht fern, denn das aufspringen des samens geschieht mit einem knisternden klange (
vgl. klanglein)
und nach solchem klingen werden auch sonst ähnliche geschäfte unzweifelhaft benannt, s. krächen
stampfen, kreischen
rösten, beides causativa wie klenken.
auch klengeln
musz vom lein gelten, daher der klengel,
flachs dessen köpfe getrocknet von selbst aufplatzen, in Waldeck Curtze 476
b,
vgl.klang
gleich klanglein.
s. auch klingeln 4.