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klecksen

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

klecksen

klecksen

kleckern Vb. ‘tropfenweise fallen, Kleckse, Flecke machen’, übertragen ‘langsam, mühsam vorwärtsgehen, vorankommen’, Iterativbildung (17. Jh.) zu heute nur noch mundartlichem klecken Vb. ‘(von Flüssigkeiten) geräuschvoll fallen, Flecke machen, schmieren’, übertragen ‘gut vonstatten gehen, gut ausgehen, ausreichen’, ahd. (9. Jh.), mhd. klecken ‘platzen, krachen, bersten, (sich) spalten, klecksen, klatschen, schallend schlagen’, übertragen ‘ausreichen, genügen, wirksam sein’. Verwandt sind Klack m. ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’, ahd. (11. Jh.), mhd. klac (Genitiv klackes) ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’. Entsprechend klack Interjektion schallnachahmend für einen knackenden, klatschenden Ton (beim Brechen, beim Reißen, beim Aufprall einer breiigen, tropfenden Masse), auch (zumal in der Doppelung klack klack) für einen kurzen, harten Ton. Expressiv erweitert klacks Interjektion Dazu Klacks m. ‘kleiner Fleck, eine kleine Menge dickflüssiger Substanz (wie Marmelade, Senf), Geringfügigkeit’ (18. Jh., doch wohl älter) sowie klacken Vb. ‘platzen, klatschen, schlagen, Flecke machen’ (17. Jh.), iterativ klackern (18. Jh.), engl. to clack ‘klappern, rasseln’, anord. klaka ‘zwitschern, gackern’, vielleicht auch griech. glázein (γλάζειν) ‘einen Gesang erklingen lassen’. Diese offensichtlich schallnachahmenden Bildungen führen auf ie. *glag-, eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’, die sich auch in anord. kalla ‘nennen, sagen, rufen’ (woraus wohl engl. to call ‘rufen’), aslaw. glagolъ ‘Wort’, glagolati ‘reden, sprechen’, russ. (älter) gologólit’ (гологолить) ‘schwatzen, plappern’, mir. gall ‘Ruhm’ sowie (über andere Erweiterungen) in Klage, klingen (s. d.) fortsetzt. – erklecklich Adj. ‘ausreichend, beträchtlich, erheblich’ (17. Jh.), zu dem im 19. Jh. untergegangenen Präfixverb erklecken ‘genügen, helfen, nützen’ (16. Jh.), vielleicht schon (zweifelhaft belegtes) mhd. erklecken. Klecks m. ‘(Farb-, Tinten)fleck, Klümpchen’ (18. Jh.), älter Kleck (16. Jh.), aus klecken rückgebildet. klecksen Vb. ‘Kleckse machen, schlecht malen, schreiben, Zähflüssiges worauf fallen lassen’ (18. Jh.), zu Klecks bzw. Iterativbildung zu klecken.
2192 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klecksenv., ntr, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Klecksen , v. ntr . u. trs . so viel als klecken, oder auch das Veröfterungs= und Verstärkungswort davon. Das Klecksen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    klecksen

    Goethe-Wörterbuch

    klecksen PartPrät, nur apostrophiert; pejor a iSv einen rechtlich fragwürdigen Text verfassen [ Junker beim Anblick eine…

  3. modern
    Dialekt
    klecksen

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    klecksen Kleckse machen; übertr. schreiben, schriftstellern: Dat ick so veel heff klext Von Leiw un dumme Saken Camm. Re…

  4. Spezial
    klecksen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    kleck|sen vb.intr. 1 (Kleckse machen) tol chené (-nëia), fá taces, pozeré (-rëia) 2 (schmieren) smardacé (-cëia) 3 (schl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klecksen

3 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von klecksen 2 Komponenten

kleck+sen

klecksen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

klecksen als Zweitglied (1 von 1)

beklecksen

DWB

beklecksen , frequentativ des vorigen: narrenhände beklecksen alle wände. s. klecks und beklexen .

Ableitungen von klecksen (2 von 2)

beklecksen

DWB

beklecksen , frequentativ des vorigen: narrenhände beklecksen alle wände. s. klecks und beklexen .

verklecksen

DWB

verklecksen , verb. verklecksend verschwenden: als meine groszmutter die Lise behext, da wollten die leute sie verbrennen, schon hatte der a…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „klecksen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klecksen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „klecksen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klecksen/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „klecksen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klecksen/pfeifer_etym.
BibTeX
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