Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kempfen swV.
2 tr., Herausforderung ( ‘jmdn. zum [Zwei-]kampf herausfordern’ ) und Kampf ( ‘mit jmdm. kämpfen’ ) nicht immer klar zu scheiden
3 mit Präp.
3.1 meist mit
3.2 vereinzelt auch gegen, ûf, umbe, vür
1 intr.: der künec selber trûric wart / daz man dô kemphen solte KvWSchwanr 745; von des paums holz [der Mispel] macht man gar guot knütel ze kämpfen und ze vehten BdN 333,24; ob ieman kempfen wolte, / das sih der oigin [zeigen] wolte RvEWchr 24099; wan hoͤrt nit me: ‘wol her striten, wol her kemphen, wol her vehten!’ nacht und tag Seuse 246,5; swer êrste in den rinc kumet under zwein die dâ kemphen sullen SpdtL 179,10; StRAugsb 112,16. – subst.: ûf den plân / dâ daz kempfen solt ergân Reinfr 8330 2 tr., Herausforderung (‘jmdn. zum [Zwei-]kampf herausfordern’) und Kampf ( ‘mit jmdm. kämpfen’) nicht immer klar zu scheiden: diz ist gar wider den siten / daz einer kempfe drî man Iw 4327; daz die besten gesellen / ein ander kempfen wellen / die iender lebeten bî der zît ebd. 6958; ze vlîze begunde er sich bewarn, / alsam ein ritter der sol varn / kemphen einen vrumen man Er 8644; wandi inhein man zu Mulhusin din andirin gicemphi inmac, wan ummi die toitin hant Mühlh 103,8; dekein lantman mac dekeinen burger kempfen, niwan mit des burgers willen UrkCorp (WMU) 372,32; beschiht ez aber nahtis oder in eime winhvs, [...]so sol man in kempfen ebd. 1797AB,25,26; SpdtL 179,5. – ir bosheit und ir ubermuͤt / kempfte din [Jesu] unschuldig bluͦt / umb drissig phennige HvNstGZ 2282 3 mit Präp. 3.1 meist mit: wir willen ovch, daz enhein lantman mv́ge kempfen mit deheime irem burgere UrkCorp (WMU) 1671,6; daz ein man mit dem andern wol kemphet der im sippe ist über die fünften sippe SpdtL 174,14; daz er / mit willecliches herzen ger / mit im dâ kempfen wolte KvWTroj 3691. – übertr.: die vernunftigen sinne sint die ritter, die stritent vnd kenpfent mit dien vngeordenotten begirden mit waffen der gerechtikeit RvBib 169,9; dô diu amsel kamfte / mit der nahtegal, do hôrte man süezziu liet SM:Had 18: 5,9; SM:Wi 1: 4,17; BdN 228,33 3.2 vereinzelt auch gegen, ûf, umbe, vür: im kunde niemen widerstân, / die man dâ gên im kemphen sach RvEBarl 9241; mit scharphen swerten liehtgemâl / wart ûf in sô gekemphet / daz im dâvon gestemphet / die ringe wurden in daz vel KvWTurn 851; sît daz der hôchgeborne knabe / ist worden alsô rehte wert, / daz man durch in hie strîtes gert, / sô wil ich kempfen ouch umb in KvWTroj 3663; vnd ist ioch daz ienr geniset der da gewvndet ist. als er gesvnt wirt si kemphent vmbe die wvnden als vmb den totslac SchwSp 138b. 38b; sît wir nu keinen ritter hân / der für uns kemphen müeze KvWSchwanr 853; SchwSp 36a
MWB 3,1 203,52; Bearbeiter: Diehl