Kause(n),
Käuse I das Wort tritt als
ko·u.s, –ę·i.-, –ū:-, –zən, kȳ:s auf, je nach Geb. u. Bed., von Neuw-Isenbg Dierd Rengsd Brückrachd Raub Daufenb Dernb Giershf Harschb rheinabwärts über den kurköln. Teil von Neuw durch Sieg, MülhRh, OBerg u. NBerg bis einschliessl. Ruhr, lrhn. von Kobl-SSebastian über Aden-Freiling, Ahrw, Schleid, Monsch, LRip, SNfrk bis Geld, Mörs; Pl.
-zə(n), Demin.
-sχə(n), –skə (mit Umlaut)
m.,
f.: 1. Keulen-, Beulen-, Wulstartiges, etwas mit verdicktem Ende. a. derber Stock mit keulenartigem Ausgang, verdicktem Ende, der Zerstampfer für gekochte Kartoffeln, überhaupt für Viehfutter (
Brisselsk. Selfk), der Tamburstock, derber Knüttel, u. zwar
kę·i.s m. Neuw-Isenbg Dierd;
-ȳ:- m. Dür, Jül, Aach, Geilk, Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr, Neuss, Kref, Kemp, Geld;
-ū:- Jül-Tetz Langw, MGladb-Korschenbr Viersen, Kref-Anr Fischeln, Kemp-Grefr UWeiden, Mörs, Düss-Kaiserswerth;
kū:zə(n) m. MülhRh, NBerg (bes. das dicke Ende am Stocke des Hochzeitsbitters);
dogəkūs der Knüppel beim Sausp. Siegld;
kūzən dass. Dinsl-Walsum;
tȳtkȳ:s dicker Stock zum Rühren im Pannas Erk-Elmpt;
de Küs drage den Tamburstock;
de Mann met der K. der Tamburstockträger. RA.:
Ene jiəder es vergeckt (vernarrt)
op sinne Küs Kemp, Heinsb;
jedem gadd (gefällt)
sinne K. Geld-Leuth.
He stich dich der Küs er sticht dich aus Erk-Körrenz.
Jənen de Kusen ruken (riechen)
loten ihn mit dem Prügel hauen Remschd-Hasten.
Met dem Kusen geschlonn werden zur Patenschaft eingeladen werden (der Einlader trug einen bändergeschmückten Stock mit einem Knaufe, mit dem er wohl den Einzuladenden berührte),
op de K. schlonn zu Gevatter bitten uWupp 1870; derjenige, der einlud,
geng K. schlefen (schleifen) (nach dem Bericht eines sehr alten Herrn schleppte der Besteller dem Einzuladenden ein ordentliches Stück Scheidholz in Haus oder Hof) MülhRh-Bensbg Overath, Sülzt (veralt.);
ech brenge dech den Kus Düss-Kaiserswerth;
he hät den Kusen kregen ist Gevatter geworden uWupp 1870; in Mörs-Orsoy hat eine Mitarbeiterin vor 1904 einmal
kū:s ‘Pate’ gehört. — b.
kȳ:s m. Beule am Körper, bes. am Kopfe Selfk. — c. das ungesund Knollige an Früchten, Bäumen, Verdickung der Wurzeln, bes. an Kohlpflanzen, u. zwar
kū:s m.,
f. Schleid-Reschd, MGladb-Korschenbr Neersen, Kref-Anr, Kemp-Stdt, Neuss, Düss-Kaiserswerth Volmerswerth;
kū:zən m. uWupp, Sol, Elbf, Mettm, Lennep;
kū:s m. Erk-Körrenz;
die Ongkele (Runkelrüben)
hant der Kus an Kref-Anr, Allg.;
die Plonten (Kohlpflanzen)
häbben de K. an Kemp-Stdt, Allg.;
bej mech es de K. am Kappes Düss-Volmerswerth, Allg.;
he hät der K. em Bart der Bart wächst schlecht vorwärts MGladb-Neersen;
de hat ne K. am B. Düss-Kaiserswerth;
die Diər (Dirne, Mädchen)
hät der K. an de Ben es hat unten die Strümpfe wulstig Kref-Anr;
der K. das Schiessen des Samenstengels der Gartenpflanzen MGladb-Korschenbr. RA.:
Kall der keinen Kusen an en Kopp! schwätz nicht so viel Lennep-Radevormwald.
De Kus op jet sette (setzen) sein Verlangen auf etwas setzen Kemp-Stdt. —
d. würfelförmig Geschnittenes, bes. Speck, Fleisch, Brot, Käse, u. zwar
kę·i.s f. Neuw-Rengsd, Aden-Freiling;
-o·u.- f. Ahrw-Remag;
-ū:- f., gern
kȳ:sχə kurköln. Teil von Neuw, Sieg [Sieg-Ägid Fussh auch
kū:zən m.], Rheinb-Schweinh, Köln-Stdt;
kū:zə m. Ahrw;
en Kus (Kusen) Speck, Flesch, Brut; den Speck (vor dem Auslassen)
en Kuse (Küs-cher) schnegge; en Küs-che Flesch kannste mer noch gen; du moss mer en gehüregen Kusen en de Mul dohn; Kuse en de Pann schnegge Sieg-Ägid, Allg.;
seih (sieh)
eis, wat der Kause aus dem Brut erausschnick; ganze Kause felen dervan af; ech han en Kaus aus em Desch geschlohn Ahrw-Remag. — e.
kūzən, –ū:- m. dicker Stein, dicker Brocken Gummb, Wippf, Sieg, MülhRh, Sol;
kȳ:sχə Bröckchen
ebd.;
kū:zən ein Klumpen Erde udgl., etwa 1—2 Faust dick
ebd.; ein Pack Gras, Klee, Heu,
dohn en jede Ration (Bürde Heu)
drei K. (Armvoll);
et Gras, de Kli op K. mache auf Haufen zusammenmachen Sieg;
kę·i.s f. eine dicke Schnitte Brot Neuw-Brückrachd Daufenb Dernb Giershf Harschb Raub;
kū:s m. Grasbüschel, Quaste, Troddel Kref;
kū:s m. Rheinb-Schweinh, Monsch-Schmidt;
kūzən m. Gummb;
kū:s m. Kleeteufel Mörs-Neuk; dicker Gegenstand MGladb;
ene Küs Blot Menge geronnenen Blutes Heinsb-Roerkempen;
kȳ:skən Nieren Sol-Ohligs, Mettm;
kȳ·ə.s m. edles Eingeweide Sol-Burschd Dierath;
kȳ:s weibl. Geschlechtsorgan Kref-STönis;
kȳ:s m. Rest von Speisen, die man nicht aufgegessen hat Dür-Nideggen;
kȳzə das in einer Schüssel Zusammengekratzte Lennep-Lüttringhsn. —
f. kȳ:s treke (ziehen) eine Art Losziehen bei Sterbefällen; ist einer gestorben, so werden die Nachbarn
för et K.tr. eingeladen; jeder zieht aus einem Hut einen Zettel; auf 6 Zetteln steht ‘
Fragen’, auf 2
Z. ‘
Läuten’ u. auf 2
Z. ‘
Ansagen’; diejenigen, die die betreffenden
Z. gezogen haben, haben diese Obliegenheiten zu besorgen (ursprüngl. wohl vom
Knotenhalmtrecken gesagt) Kemp. — g. verächtl. von Körperteilen. α.
kȳ:s m. dicker Kopf Verbr. wie
kȳ:s 1 a u. Schleid;
ech gevv (schlonn) ər dech en op der K.; ich komm dech op der K.; enen an der K. packe (kriege) SNfrk, Allg. — β.
kū:zə m. dicke Nase Rheinb-Lüftelbg. — γ.
kū:s m. schlechtes Gebiss, schlechte Backenzähne Neuss. — δ.
kū:zə šī:tən Purzelbaum schlagen MülhRuhr-Fulerum. — 2. übertr., vom Menschen
m. a.
kȳ:s dicker, feister Kerl Verbr. wie 1 a. — b. plumper, schwerfälliger unbeholfener, ungehobelter Mensch;
ene wöste (wüster)
K. ebd. u. Bergh.;
ene Burek. Bauernflegel Geilk. — c.
-ȳ:- eigensinniger Mensch Heinsb-Karken Altmyhl, Erk-Örath. —
d. -ȳ:- filziger, roher
M. Geilk-Bracheln Immend Düren (Fresser). — e.
-ȳ:- unmanierlicher Junge (Kerl), der gerne rast, den Tollen abgibt Bergh-Heppend. —
f. -ȳ:-, verschlofe K. Langschläfer Erk-Gevenich. — g.
-ū:- alter Geck MGladb-Giesenk;
botte K. grober Mensch Mörs-Pelden.