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hudel

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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18 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hudel m.

Bd. 10, Sp. 1860
hudel, m. 11) lumpen, lappen, zerfetztes stück zeug: zufrühest als huder belegt (s. unten), in einem niederländischen glossar des 14. jahrh. als hude exuviae Dief. 221c auftretend, später öfter und aus verschiedenen namentlich oberdeutschen landschaften bezeugt: panniculus, ein hudel, lumpe, fetzen Dasyp.; die hudlen, bösz alt plätz von thuoch, assumenta Maaler 231a; ῥάκος, lacer pannus vel lacera vestis. Alberus; hüddel rhacus. das.; hudel, panniculamentum, peniculus Stieler 804; bei Schottel als fem.: hudel, lump, lap, verlegen ding, panniculamentum, haillon 1338; er sie (die kleinode) in alte zerriszne hudlen bande. Bocc. (1580) 1; 58a; lasz dich benügen, wenn du so vil hudlen hast, das du dich bedecken und erwärmen magst. Keisersberg siben hauptsünd 1510 ee 3a; denn wie der augenschein weiset, .. so ist die peruquenhaube von alten huteln und lappen zusammengeflickt. Salinde 244; sprichwörtlich sich aus den hudlen schütten (aus der armut). Petr. 6a; gan in böszen hudlen und fätzen. N. Manuel 357 Grüneisen. als verächtlicher ausdruck für kleidung: ob er (der pilger) überladen würt mit cleidung, ob im vatter und muotter oder die geswyster zuo vil hudlen an den hals hiengen. Keisersberg bilg. 111b. bildlich für den hinsiechenden leib: du sprichst, ich bin nit alt, ich bin aber krank und vol weetagen, ich bin an allen enden zuo hudlen zerfallen, die arzt haben teglich an mir zuo bletzen (flicken). 73a. aber auch als kleines stück zeug: schenken derselbigen (majestät) hiemit zehen guldin gold zu ainer vererung in disem hudelin verknupft. Zimmer. chron. 3, 431, 9; zum kopfputz, wenn auch vielleicht mit verächtlichem nebensinne: redimiculum, vitta hudeln Dief. 488c; wicklen vil hudlen in die zöpf, grosz hörner machen uff die köpf. Brant narrensch. vorr. 119; als zeug zur ausfüllung der spitzen an den schuhen: den füllet man die spitzen syn, vil hudeln muosz man dar in stoszen. 95, 10. Jetzt bezeichnet schweiz. hudel kindswindel, lappen, lumpen von leinwand. Stald. 2, 59; die jungen kinder läszt sie barfusz laufen und in armen hüdelen halb erfrieren. J. Gotthelf erzähl. 4, 282, schwäb. hudel, lumpen, tuchpletz, hader. Schmid 289; bair. hudel Schm. 1, 1055 Fromm., im Unter-Innthale (masc. u. fem.) lumpen, lappen, zerfetztes kleidungsstück. Fromm. 3, 197; im Fuldaischen ein kleineres stück tuch zu bestimmtem gebrauche, tröckelhuidel, handtuch, waschhuidel, waschtuch, abputztuch, knephuidel, knüpftuch, von frauenspersonen um den kopf gewunden; in Oberhessen handerhodel handtuch; in Schmalkalden hudel nur zerrissenes kleidungsstück, lumpen; im Hersfeldischen und Schwarzenfelsischen hoddel, hull der mit lumpen umwickelte backofenfeger. Vilmar 177; im östlichen Mitteldeutschland scheint das wort wenig oder nicht bekannt (doch vgl. die bildliche bedeutung unten 4, die von einem Obersachsen und einem Schlesier gewährt wird), eben so wie in den niederdeutschen gegenden. vgl. auch huder. 22) hudel, die puppe, die von stücken zeug verfertigt wird: oder als wann ein gaukler sein hand in einer puppen oder hudeln hat, damit thuot, was und wie er will, so bald er aber die hand darausz zeucht, so ligt es da, on leben, wesen. S. Frank guldin arch (1538) bl. 39b. 33) hudel, schimpfwort für einen nichtswerten menschen (wie lump, schweizerisch lappi u. ähnl.), noch jetzt schweizerisch viel gebraucht, als hottel lump, mensch von üblem äuszern auch kärntnisch (Lexer 144), früher weiter verbreitet: der hüdel hat noch nicht gnuog geschneiket (herumgeschnüffelt). Keisersberg spinnerin (1510) b 6a; in der Zimmerschen chronik spottname einer schlechten dirne: der ist etliche jar darvor hinder ein durnen (dirne) im dorf kommen, wie manichem gueten gesellen mer beschücht, genant der hudel. 4, 150, 35; vgl.alle tabern waren voll hudeln und buben. d. städtechr. 3, 146, 9, wo eine handschrift huren und buben liest; sprich, du hast noch nicht bscheidt gethon. ehe ich dir diesen trunk nach liesz, ich wolt eh das ich hudel hiesz. grobianus D 7b (b. 1, cap. 7); hudle dauren mich nicht. J. Gotthelf schuldenb. 15; nun ist es aber merkwürdig, wie die hudelkrankheit eine ansteckende ist, die hudeln am marktorte machen hudeln auf dem lande, und ein hudel steckt andere an. 96; wenn Uli ein hudel sei. Uli d. knecht 19; wenn sie einem solchen verfluchten hudel und lump ihre tochter geben würden. 242. 44) hudel, bildlich, nugae Hederich 1333 und danach Steinbach der hudel, res abjecta, nugae 1, 789. vgl. hudelung. 55) die zugehörigkeit des wortes zu hader und seiner sippe ist sp. 112 erwähnt. der begriff des zwistes, wie er bei hader neben der bedeutung lumpen, fetzen hervortritt, ist bei hudel nicht sehr ausgebildet, fehlt aber doch nicht ganz, so namentlich nicht, wenn ein zänkisches weib eine hudel genannt wird: Tullia aber, die bösz hudl, kan vil hochfart, gschwetz und gschnudl. J. Ayrer 54d (287, 30 Keller); vergl. auch unten hudelei.
4948 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hudelf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    hudel f. schlechte person, hure. alle tabern wâren voll hudeln ( var. huren) und buben Chr. 3. 146,9. das ain soleich hu…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Hudel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    2. Der Hudel , des -s, plur. die -n, ein nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, einen Lappen, einen Lumpen…

  3. modern
    Dialekt
    Hudel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Hudel [Hùtl Roppenzw. bis Hf. ; Hûtl Dü. Rapp. Ndhsn. ; Hỳtl Hlkr. ; Pl. –ə, s. auch 5. ] m. ( f. Ingersh. Dü. ) 1. Verw…

  4. Sprichwörter
    Hudel

    Wander (Sprichwörter)

    Hudel 1. Hudel findet Hudel. (S. Lump.) ( Nürtingen. ) 2. Hudel findet Lumpen. ( Schwäb. ) – Körte, 2187. Ein liederlich…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hudel

90 Bildungen · 80 Erstglied · 8 Zweitglied · 2 Ableitungen

hudel‑ als Erstglied (30 von 80)

hudelarzt

DWB

hudel·arzt

hudelarzt , m. lumpenarzt ( nach hudel 3): der andern gemein hudelarzten geschweig ich. Paracelsus chir. schr. 255 A .

Hudelbedli

Idiotikon

Hudelbedli N. Band 4, Spalte 1014 Hudelbedli N. 4,1014 o.

Hudelblëtz

Idiotikon

Hudelblëtz Band 5, Spalte 276 Hudelblëtz 5,276

Hudelboßen

PfWB

hudel·bossen

Hudel-boßen m. : ' Wirrstrohbündel ', Huddelbose [VPf]; vgl. Boßen 1, Hudelstroh , -welle 1 a.

hudelbube

DWB

hudel·bube

hudelbube , m. lumpenbube: nun redeten die beiden erst von lumpenwaare und hudelbuben, so komme man dran, wenn man leute von der gasse nehme…

Hudelbueb

Idiotikon

Hudelbueb Band 4, Spalte 931 Hudelbueb 4,931

Hudelbër

Idiotikon

Hudelbër Band 4, Spalte 1452 Hudelbër 4,1452

Hudelchammer

Idiotikon

Hudelchammer Band 3, Spalte 251 Hudelchammer 3,251

Hudeldörf(f)li

Idiotikon

Hudeldörf(f)li Band 13, Spalte 1499 Hudeldörf(f)li 13,1499

hudelei

DWB

hude·lei

hudelei , f. 1 1) lumpichtes, liederliches wesen: hudelei id quod non est sine sordibus Schottel 1338 ; hudelei parsimonia rusticana, frugal…

hudelen

MNWB

hude·len

*° hudelen , refl. sik h. sich zum Lumpen machen (Nic. Gryse).

hudeler

DWB

hude·ler

hudler , hudeler , m. 1 1) nach hudeln 1, mensch von lumpigem äuszern, verlumpter, herabgekommener kerl; seit dem 16. jahrh. weit verbreitet…

Hudeley

Adelung

hude·ley

Die Hudeley , plur. die -en, gleichfalls nur im gemeinen Leben. 1) Die Verrichtung einer Arbeit in einer nachlässigen Geschwindigkeit, und d…

hudeleⁿ

Idiotikon

hudeleⁿ Band 2, Spalte 998 hudeleⁿ -ü- 2,998

hudelferberin

KöblerMhd

hudelferberin , st. M. Vw.: s. hudelverwærinne*

Hudelg(e)stell

Idiotikon

Hudelg(e)stell Band 11, Spalte 71 Hudelg(e)stell 11,71

Hudelg(e)strüdel

Idiotikon

Hudelg(e)strüdel Band 11, Spalte 2058 Hudelg(e)strüdel 11,2058

Hudelhüttli

Idiotikon

Hudelhüttli Band 2, Spalte 1782 Hudelhüttli 2,1782

Hudeli I

Idiotikon

Hudeli I Band 2, Spalte 995 Hudeli I 2,995

Hudeli II

Idiotikon

Hudeli II Band 2, Spalte 998 Hudeli II 2,998

Hudelibudi

Idiotikon

Hudelibudi Band 4, Spalte 1037 Hudelibudi 4,1037

hudelig

PfWB

hudelig , hudelicht Adj. : 1. a. 'eilfertig, unaufmerksam, sorglos', huddelich (hudəliχ) [ IB-Bliesmg ], huddlich [ Lambert Penns 84], hulli…

hudel als Zweitglied (8 von 8)

Behudel

Wander

Behudel He is to mi nich behud't noch behaart. – Stürenburg, 13 a . Er ist mir mit Haut und Haar fremd, nicht entfernt verwandt.

G(e)hudel

Idiotikon

G(e)hudel Band 2, Spalte 998 G(e)hudel -ü- 2,998

Lǖshudel

Idiotikon

Lǖshudel Band 2, Spalte 998 Lǖshudel 2,998

nachthudel

DWB

nacht·hudel

nachthudel , f. nachtschwärmerin, im Berner oberlande für nachtfalter Stalder 2, 228 .

Schwī(n)hudel

Idiotikon

Schwī(n)hudel Band 2, Spalte 998 Schwī(n)hudel 2,998

Sǖ(w)hudel

Idiotikon

Sǖ(w)hudel Band 2, Spalte 998 Sǖ(w)hudel 2,998

Tareⁿhudel

Idiotikon

Tareⁿhudel Band 2, Spalte 998 Tareⁿhudel 2,998

Ableitungen von hudel (2 von 2)

Behudel

Wander

Behudel He is to mi nich behud't noch behaart. – Stürenburg, 13 a . Er ist mir mit Haut und Haar fremd, nicht entfernt verwandt.

gehudel

DWB

gehudel , n. hudelei: frei will ich leben und also ( ebenso ) sterben .. und auf das gehudel unter mir leicht wegschauen von meinem thier. S…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hudel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hudel/dwb?formid=H12807
MLA
Cotta, Marcel. „hudel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hudel/dwb?formid=H12807. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hudel". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hudel/dwb?formid=H12807.
BibTeX
@misc{lautwandel_hudel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„hudel"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-15},
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