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Höke

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Höke

Bd. 2, Sp. 1260
Der Höke, des -n, plur. die -n, oder der Höker, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Hökinn oder Hökerinn, ein nur im gemeinen Leben übliches Wort, eine Person, welche geringe Waaren, besonders aber Eßwaaren im Kleinen verkauft; in der anständigern Sprechart ein Victualien-Händler, und wenn er besonders mit Obste handelt, ein Obsthändler, für Obsthöke. Daher der Käsehöke, Häringshöke, Tabakshöke u. s. f. Anm. In den gemeinen Mundarten wird dieses Wort bald Hocke, Höcke und Höcker, bald Häker, Häcker, bald Hucker und Huker geschrieben und gesprochen. In dem Augsburg. Stadtrechte aus dem 13ten Jahrh. Hucker, in andern Oberdeutschen Gegenden Hägler, Hofer, im Angels. Hoeca, im Engl. Hawker, im Dän. Höker, im Schwed. Hökare, im Latein. bey dem Festus Coctio, im spätern Lateine Cocio, Coccio, wovon das heutige Franz. Coquin abstammen soll. Man hat viele und zum Theil seltsame Ableitungen von diesem Worte in Vorschlag gebracht. Skinner leitet es von Hawk, ein Habicht, ab, wegen der Gewinnsucht dieser Leute; Junius von Hoek, ein Haken, aus eben diesem Grunde, das Bremisch-Nieders. Wörterbuch aber, weil sie ihre Waaren gemeiniglich an Haken hangen haben; Wachter von hocken, niedersitzen, oder auchen, vermehren; Frisch von dem erstern: Haltaus von Hocke, eine Bürde, und hocken, gekrümmt einher gehen; Ihre endlich von dem alten Holländ. Oeker und Hoeker, Gewinn, anderer zu geschweigen. Noch eher könnte man auf das alte heyen, schreyen, Franz. hucher, fallen, von welchem Hucagium im mittlern Lat. den Ausruf des zum Verkaufe bestimmten Weines, und im Engl. to hawk noch jetzt zum Verkaufe ausrufen bedeutet, da denn Höker eigentlich einen Krämer bedeuten würde, der seine Waaren ausruft. Übrigens werden die Höken oder Höker im Oberdeutschen auch Fratschler, Pfragner, Pfragler, Greisler, Grempen, Grempler, welches aber überhaupt einen Krämer zu[] bedeuten scheinet, im Nieders. Schmeerhäker, Fettspeiser, in Dresden Büdchensmänner u. s. f. genannt.
1965 Zeichen · 33 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Höke

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Der Höke , des -n, plur. die -n, oder der Höker, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Hökinn oder Hökerinn, ein nur im…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Höke

    Goethe-Wörterbuch

    Höke umherziehender Kleinhändler, Krämer [ nach Bettines akrobatischen Kunststückchen ] Jeder kleine Knabe, der Schiffer…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hoeke

54 Bildungen · 52 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

hoeke‑ als Erstglied (30 von 52)

Hœkeli

MeckWB

hoek·eli

Hœkeli f. Kramladen: ne lütt Hœkeli Sta Wanzka .

Hœkelstock

MeckWB

hoekels·tock

Hœkelstock m. der mit einer gebogenen Krücke (Hœkel) versehene Stock des Schäfers Sta Gramm .

Höken1

MeckWB

Höken 1 s. Häuken 1 .

Höken2

MeckWB

Höken 2 spielerische Wortbildung im Volksreim Gos uppe Däl: Höken un Plöken is anner Lüd' Kuurn Ro; wohl aus Hack un Plück entstellt.

Hökenfrau

GWB

hoeken·frau

Hökenfrau -ck- (Obst u Gemüse verkaufende) Markthändlerin; als bildkünstlerisches Sujet gedenk’ ich eines .. Bildes von Rubens .. Eine H. si…

Hökenweib

GWB

hoeken·weib

Hökenweib -ck- umherziehende Kleinhändlerin, Marktfrau [ Würzkrämer: ] Toback und Caffee, ohn’ den zu Tag | Kein H. [Höckerweib, Höke(n)weib…

Hœker1

MeckWBN

Wossidia MeckWB Hœker 1 m. ein mit dem Haken Pflügender; vgl. Bentz. in D. Jb. f. Volksk. 11, 16ff.

Hœker2

MeckWB

Hœker 2 m. Kleinhändler, Krämer, der mit Nahrungsmitteln handelt: 'Beyde hoker unde weger, Knakenhower unde dreger, ... De holdet alle bi de…

Hœkerabend

MeckWB

hoeker·abend

Hœkerabend m. Feierabend: Sünnabend is Hœkerabend, Sünndag Sträkerabend weil dann die Sensen gestrichen werden Wa.

Hökerbann

Adelung

hoeker·bann

Der Hökerbann , des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, z. B. in Augsburg, diejenige Abgabe, welche die Futterer, d. i. die Höker mit Hüls…

Hœkerdaglohn

MeckWB

Hœkerdaglohn m. Tagelohn eines Pflügers: 'n lütten Hœkerdaglohn Gewinn im Kartenspiel Gü.

Hökerei

Campe

hoeke·rei

Х Die Hökerei , d. Mz . ungew. das Höken, das Gewerbe eines Höken. Hökerei treiben.

Hökerey

Adelung

hoeke·rey

Die Hökerey , plur. inus. die Lebensart, das Gewerbe eines Hökers. Hökerey treiben.

Hökerfrau

Campe

hoeker·frau

Х Die Hökerfrau , Mz. die — en , eine Frau, welche höket, eine Hökinn; besonders eine Obsthökinn.

Hœkerfru

MeckWB

Hœkerfru f. Händlerin: 'ne Häkerfru mit Appeln Reut. 6, 323.

hȫkerich

MNWB

hoeke·rich

hȫkerich , -g- , adj. , bucklig, mit kleinen Höckern, Vorsprüngen behaftet (wohl aus dem Hd. übernommen, vgl. hȫverich in Glossaren).

Hökerin

Pfeifer_etym

hoek·erin

Höker m. (älter auch Höke, Höcke) ‘Kleinhändler’, wohl auf eine Form mit nd.-md. Lautung zurückgehend. Mhd. hucke, (md.) hocke, höcke ‘Klein…

Hökerisch

Campe

hoeke·risch

Hökerisch , adj . u. adv . einem Höken oder Höker ähnlich, angemessen, nach Art eines Hökers. Frisch.

hoeke als Zweitglied (2 von 2)

Schöke

Campe

scho·eke

Schöke , Mz. — n , im N. D. besonders im Bremischen und Friesländischen, eine unzüchtige liederliche Weibsperson; sonst auch Schute , in Osn…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hoeke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hoeke/adelung?formid=H03062
MLA
Cotta, Marcel. „hoeke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hoeke/adelung?formid=H03062. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hoeke". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hoeke/adelung?formid=H03062.
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  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-10},
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