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Handschuh

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Handschuh

Bd. 2, Sp. 336
Handschuh 1. Der Handschuh muss grösser sein als die Hand. 2. Die Handschuh decken Warzen zu. »Die Wartzen an Händen missen d' Handschuhe verblenden.« (Sutor, 460.) Lat.: Propter verrucas manuum porto chirothecas. (Sutor, 460.) 3. Ein guter Handschuh lacht über den Zorn der Nessel. n.: Med handske kand man afluge neller. (Prov. dan., 271.) 4. Ein guter Handschuh zieht sich nach der Hand. 5. Eiserner Handschuh greift hart zu. Zur Erinnerung der harten Strafhand der Gerechtigkeit über die Meineidigen wurde früher an einigen Orten bei Eidesleistungen ein eiserner Handschuh auf den Tisch gelegt. Auch bei den Ordalien der alten Deutschen kamen eiserne Handschuhe vor; der Priester weihte ein Feuer mit schrecklicher Beschwörung, worin ein Paar eiserne Handschuhe glühend gemacht wurden, die dann der Angeklagte anziehen musste. Er wurde für frei und unschuldig erklärt, wenn er seine Hände unverletzt wieder herausbrachte. 6. Handschuhe sind in der Stube am wärmsten. (Schles.) Holl.: Bij het vuur zijn da handschoenen 't warmst. (Harrebomée, I, 283.) 7. Handschuhe und Mützen muss man nie zu eng machen. 8. Me mot de Hansken nit eher iutrecken, bis me se vull Eskenläuw steaken kann. (Büren.) 9. Mit eisernen Handschuhen muss man keine Gläser scheuern. Holl.: Met ijzeren handschoenen moet men geene glazen wasschen. (Harrebomée, I, 283.) 10. Wann es einen Handschuh trägt, geht der Reichenauer über den See. – Eiselein, 564. 11. Was einer zum Handschuh denckt, da wird offt kaum ein Däumling drauss. – Petri, II, 594. 12. Das kann man nicht ohne Handschuhe thun. Es ist nicht so leicht; man kann (mag) es nicht geradezu angreifen. Frz.: Cela ne se prend pas sana mitaine. (Leroux, II, 188.) 13. Einem den Handschuh hinwerfen. In den Ritterzeiten war bekanntlich das Hinwerfen eines Handschuhs das Zeichen einer Aufforderung zum Kampf. Frz.: Jeter le gant. (Lendroy, 816; Leroux, II, 120.) Holl.: Hij werpt hem den handschoen tegen (toe). (Harrebomée, I, 283.) 14. Er hat einen Handschuh bekommen. Bei den alten Sachsen bezeichnete die Sendung eines Handschuhs eine Schenkung, Uebergabe, Zueignung. Wenn sich eine Stadt das Marktrecht vom Kaiser erbat, so sandte er ihr einen Handschuh zum Zeichen, dass ihre Bitte gewährt sei. Der Sachsenspiegel sagt: »Es darf niemand einen Markt aufrichten, es sei denn, dass der Kaiser auf die Stadt seinen rechten Handschuh sandte.« Der Handschuh war auch das Zeichen, dass der Kaiser den Anbau einer neuen Stadt erlaubt hatte. Im Sachsenspiegel heisst es: »Wo man neue Städte bauet, muss man da ein Kreuz setzen auf den Markt und des Königs Handschuh daranhängen, dass man sehe, das es des Königs Wille sei.« Durch den Handschuh wurde einer Stadt ebenso das Münzrecht ertheilt. (Vgl. Breslauer Erzähler, 1806, S. 408.) 15. Er hat seine Handschuhe davon nicht. Er hat es nicht erfunden, von ihm kommt es nicht, er wird nicht belohnt werden. Man gebraucht diese Redensart von dem, welcher eine schon bekannte Neuigkeit bringt oder einen Rath gibt, den uns schon ein anderer zugesteckt hat. Es ist eine Anspielung auf einen alten Gebrauch, dem ein Paar Handschuhe zu überreichen welcher eine angenehme Botschaft brachte. Frz.: Il n'en a pas les gants. (Lendroy, 814.) 16. Er ist mit eisernen Handschuhen gefangen worden. #Aus Gegenden oder Zeiten, wo die Rekruten sich nicht stellten, sondern gejagt und gepresst wurden. 17. Er ist wie ein umgekehrter Handschuh. (Nürtingen.) Ganz anders geworden. 18. Er wartet auf einen Handschuh. 19. Etwas mit eisernen Handschuhen anfassen. Holl.: Iets met ijzeren handschoenen aantasten. (Harrebomée, I, 283.) 20. Man muss ihn mit Handschuhen anfassen. Es ist ihm schwer beizukommen, er lässt sich nicht so leicht lenken, man muss ihn geschickt anfassen. 21. Ohne Handschuhe in die Nesseln greifen. Frz.: Qui sans gant fait haye dit à la fois haye. (Leroux II, 309.) 22. Seine Handschuhe sind leer. Es fehlt ihm an Geld. In der Geschichte der Handschuhe fehlt es nicht an solchen, die mit Geld in Verbindung gebracht sind. Von Padulus, der an der Thür der bischöflichen Kirche zu Dürrheim begraben liegt und auf dem Grabe mit seinem Handschuh abgebildet ist, erzählt die Sage, dass er einen Handschuh besessen, aus welchem er, wenn er hineingriff, so viel Geld herausziehen konnte, als er bedurfte. – Die Stadt Königsberg in Preussen sandte früher ihrem Herzog zum Zeichen, dass sie ihn für ihren Herrn anerkenne, einen linken Handschuh mit 300 Pfennigen alten Geldes. 23. Denk, es soll ä Hansching waren, wärd küm a Deimling. Von Grossprahlern, welche eine viel gepriesene und verheissene Arbeit gar nicht oder dürftig ausführen. 24. A enger Handschuh und a weiter Schuah. (Neresheim.)
4706 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Handschuh

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Handschuh , des -es, plur. die -e, ein Schuh für die Hand, d. i. eine Bekleidung der Hände. Lederne Handschuhe, gest…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Handschuh

    Goethe-Wörterbuch

    Handschuh in Br wiederholt -schu; mehrf umgangsspr Auslassung des Pl-e; sg auch für das Paar B3,190,1 zur Zierde od dem …

  3. modern
    Dialekt
    Handschuh

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Hand-schuh Rhfrk, Mosfrk hęntšə(n) u. hęntš [ -e- Simm ; -i- Kreuzn-Hahnenb , Birkf-Herrst ; -ę-, –i- Bernk-Crummenau ; …

  4. Sprichwörter
    Handschuh

    Wander (Sprichwörter)

    Handschuh 1. Der Handschuh muss grösser sein als die Hand. 2. Die Handschuh decken Warzen zu. »Die Wartzen an Händen mis…

  5. Spezial
    Handschuh

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hand|schuh m. (-[e]s,-e) manëcia (-ces) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit handschuh

26 Bildungen · 13 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von handschuh 2 Komponenten

hand+schuh

handschuh setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

handschuh‑ als Erstglied (13 von 13)

handschuhähterin

DWB

handschuhähterin , f. die handschuhe näht: händschuchnäderin. Fischart groszm. (1607) E .

Handschuhdirne

Wander

handschuh·dirne

Handschuhdirne Hanschudêre un Tüflknecht (Pantoffelknecht) dênt beide ärn Herrn slecht. ( Süderdithmarschen. )

handschuhleder

DWB

handschuh·leder

handschuhleder , n. leder zu handschuhen. es heiszt zäh wie handschuhleder; was ziehst du denn die stirn wie ein altes handschuhleder. Lenz …

Handschuhleim

Campe

handschuh·leim

Der Handschuhleim , des — es , o. Mz . Leim, welcher aus dem Abfall vom Handschuhleder gekocht wird.

handschuhmacher

DWB

handschuh·macher

handschuhmacher , m. chirothecarius. voc. inc. theut. i 1; am allerbesten kan man den teufel nennen einen handschuchmacher, warumb? die hand…

Handschuhmattes

RhWB

Hand-schuh-mattes hęntšə- Prüm-Habschd m.: einer, der sich besser kleidet als die andern Dorfbewohner.

handschuh als Zweitglied (12 von 12)

blechhandschuh

DWB

blech·handschuh

blechhandschuh , m. zucket die faust mit dem blechhendschuh. Frey garteng. 48 b ; vor gewissen menschen gefriert die spielende hand ( am pia…

dornhandschuh

DWB

dorn·handschuh

dornhandschuh , m. bildlich von der krallentatze einer katze, thät sie abermals mit ihrem dornhandschuh einen fehlstreich Simpliciss. 1, 432…

fausthandschuh

DWB

faust·handschuh

fausthandschuh , m. ein handschuh, an dem blosz der daume besonders ist, die übrigen vier finger eine gemeinschaftliche hülle haben, also un…

glacéhandschuh

DWB

glace·handschuh

glacéhandschuh , m. , glanzlederhandschuh. bildung des 19. jhs. nach franz. gants glacés, s. auch glacieren: mehr als einmal ruheten die wel…

klapphandschuh

DWB

klapp·handschuh

klapphandschuh , m. 1 1) frauenhandschuh mit klappen statt der finger, die zurückgeschlagen werden können, im gegensatz der fingerhandschuhe…

panzerhandschuh

DWB

panzer·handschuh

panzerhandschuh , m. gepanzerter faust- oder fingerhandschuh als theil der rüstung, ursprünglich dem kettenpanzer anhangend ( Schultz höf. l…

pelzhandschuh

DWB

pelz·handschuh

pelzhandschuh , m. : das ist gar nicht wahr. 'es wird doch wohl wahr sein, der meister hat es selbst gesagt; freilich nicht gerade heraus, a…

Schreibhandschuh

DRW

schreib·handschuh

Schreibhandschuh, m. Arbeitshandschuh für Schreiber, va. im Winter vgl. Handschuhgeld (I) den drei steurern, H.N. und dem steuermeister jegl…

Sperberhandschuh

DRW

sperber·handschuh

Sperberhandschuh, m. vom Falkner getragener Handschuh, hier als Abgabe bzw. als Symbol herrschaftlicher Würde wenn der jarmerkt ende hat vnd…

Ableitungen von handschuh (1 von 1)

Handschuhe

Meyers

Handschuhe , Bekleidungsstücke für die Hand und oft auch einen Teil des Armes, werden aus Pelzwerk, Leder, Seide, Leinen, Baumwolle, Wolle, …