Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Haderlump
Haderlump
2Hader m. ‘Stoffabfall, Lumpen, Scheuertuch’, ahd. hadara ‘Lumpen, Lappen’ (10. Jh.), mhd. hader ‘zerrissenes Stück Zeug, Lumpen, Lappen’, mit l-Suffix mhd. hadel ‘zerrissenes Stück Zeug’ sowie asächs. haðilīn ‘Lappen, Lumpen’; s. dazu wohl ablautendes (doch mit mhd. affektisch gekürztem Vokal?) hudeln. Weitere vergleichbare germ. Zeugnisse fehlen. Zieht man außergerm. Formen mit Nasal wie aind. kanthā ‘Lumpen, geflicktes Kleid’, lat. cento ‘aus Lappen zusammengenähtes Kleid oder Decke, Flickwerk, Lumpen’ und (daraus entlehntes) griech. kéntrōn (κέντρων) ‘Lumpenrock’ heran, dann ist ein Ansatz ie. *ke(n)t(h)- ‘Lumpen, Lappen’ möglich. In verstärkender tautologischer Zusammensetzung (vor allem südd.) mit gleichbed. Lump, Lumpen (s. d.) Haderlump(en) m. ‘Stofffetzen’ (15. Jh.), auch ‘Lumpensammler’ und ‘zerschlissen gekleideter Mensch’, vornehmlich aber Schimpfwort ‘Landstreicher, Gauner’.