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grünlich

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

grünlich

grünlich

grün Adj. Das im Westgerm. und Nordgerm. erscheinende Farbadjektiv ahd. gruoni (8. Jh.), mhd. grüene, asächs. grōni, mnd. grȫne, mnl. groene, nl. groen, aengl. grēne, engl. green, anord. grœnn, schwed. grön gehört mit n-Suffix zu dem im Nhd. untergegangenen Verb ahd. gruoen (8. Jh.), mhd. grüejen ‘wachsen, sprießen, gedeihen’, mnd. grōjen, mnl. groeyen, grōyen, nl. groeien ‘wachsen’, aengl. grōwan ‘wachsen, sprießen’, engl. to grow ‘wachsen’, anord. grōa ‘wachsen, grünen’. Germ. *grōni- Adj. und germ. *grōan Vb. führen auf die Form ie. *ghrō- der Wurzel ie. *gher(ə)- ‘hervorstechen’ (von Pflanzentrieben, Stacheln, Borsten, Erderhebungen, Kanten), weiterführend ‘wachsen, grünen’; sie sind verwandt mit Grat, Gräte, Granne und Gras (s. d.). Die für das Adjektiv zu erschließende Bedeutung ‘sprießend, hervorwachsend’ wird schon früh auf die Farbe der Pflanzen, speziell der jungen Triebe, eingeengt, meint also eigentlich ‘von der Farbe sprießender Pflanzen’. grün dient im Dt. nicht nur als Farbbezeichnung. Im Sinne von ‘frisch, jung, saftig’ steht es im Gegensatz zu ‘trocken, verwelkt’ (grüne Bohnen, Erbsen, grünes Holz, grüne Ware ‘frisches Gemüse’, grüne ‘ungeräucherte’ Heringe), im Sinne von ‘unreif’ im Gegensatz zu ‘ausgereift, rot’ (grüne Äpfel; vgl. auch grüner ‘unreifer, unerfahrener’ Junge). Als Farbe des sprießenden Frühlings wird grün schon in mhd. Zeit zum Sinnbild des Frohsinns und der Freude, im Nhd. der Hoffnung. Als Farbe des Angenehmen begegnet grün in den Wendungen einem (nicht) grün sein ‘einem (nicht) wohlgesinnt, gewogen sein’, die grüne Seite (‘wo das Herz sitzt’, Mitte 16. Jh.). Als Sinnbild des Gedeihens gilt der grüne Zweig, daher auf keinen grünen Zweig kommen ‘erfolglos sein, es zu nichts bringen’ (16. Jh.). Das substantivierte Adjektivabstraktum Grün n. ‘das Grünsein, frisches Laub, freie Natur, Grasboden’ (vereinzelt schon 12. Jh.) entfaltet sich als Neutrum seit dem 16. Jh. (im Grünen ‘in der freien Natur’, ins Grüne fahren); als abgeleitetes Fem. begegnet es in ahd. gruonī (9. Jh.), mhd. grüene, mnd. grȫne ‘Grünheit, grün bewachsener Boden’. – grünen Vb. ‘grün werden, grüne Triebe zeigen, sprießen’, ahd. gruonēn (9. Jh.), mhd. gruonen ‘grün, frisch werden, sein’. Den Umlaut hat das intransitive Verb wohl vom Adj. grün übernommen, kaum von der nur selten gebrauchten transitiven Form mhd. grüenen ‘grün machen’. grünlich Adj. ‘ein wenig grün, ins Grüne spielend’, mhd. grüenlich ‘grün’; vgl. mhd. grüenlot ‘annähernd grün’. Grünkohl m. ‘Kohl mit krausen Blättern’ (16. Jh.), auch Braunkohl (Farbe nach dem Kochen), Kraus-, Winterkohl. Grünschnabel m. ‘sich als Besserwisser aufspielender unerfahrener junger Mensch’ (18. Jh.), nach der gelbgrünen Haut an der Schnabelwurzel junger Vögel; s. auch Gelbschnabel. Grünspan m. durch Einwirkung von Essigsäure und Luft entstandener giftiger grüner Überzug auf Gegenständen aus Kupfer oder Messing, spätmhd. grüenspān, spāngrüen, nach mlat. viride Hispanicum bzw. Hispanum ‘spanisches Grün’, weil der aus künstlich hergestelltem essigsaurem Kupferoxid gewonnene Farbstoff aus Spanien eingeführt wird.
3106 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grünlich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Grünlich , -er, -ste, adj. et adv. in das Grüne fallend, der grünen Farbe ähnlich, ein wenig grün.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grünlich

    Goethe-Wörterbuch

    grünlich -cht LA I 11,22,39 u 23,6 MinGeol Plp [JCWVoigt] ; auch subst ‘G.’, daneben die substantivische Form ‘das G-e’ …

  3. modern
    Dialekt
    grünlichAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    grünlich Adj. : wie schd., grinlich (grinliχ, -iš) [verbr.]; vgl. grüngelb , grünlachtig . Südhess. II 1499 ; Rhein. II …

  4. Spezial
    grünlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    grün|lich adj. verdejin (-s, -a), verdüc (-üc, -ia). ▬ grünlich es Licht löm verdejina f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gruenlich

10 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gruenlich

gruen + -lich

gruenlich leitet sich vom Lemma gruen ab mit Suffix -lich.

gruenlich‑ als Erstglied (10 von 10)

Grünlichgolden

Campe

gruenlich·golden

Grünlichgolden , adj . u. adv . goldfarben und ins Grüne spielend. Aber du Frühlingswürmchen, Das grünlichgolden neben mir spielt. Klopstock…

grünlichkeit

DWB

gruenlich·keit

grünlichkeit , f. , was grünigkeit: wenn er mit grünlichkeiten in meine küche kam Holtei erz. schr. 1, 161 .

grünlichpurpurn

GWB

gruenlich·purpurn

grünlich-purpurn im Simultaneindruck der beiden komplementären Farben Silberwellen | Grünlich-purpurn 13 1 ,122 ProlBln 1821 Vs 169 Armin Gi…

grünlichrötlich

GWB

gruenlich·roetlich

grünlich-rötlich eine grünlich röthliche Gesteinart .. Jaspis N9,156,22 Harzreise 1784 → blaugrünlich gelbgrünlich graugrünlich kupfergrünli…