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grünlich

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grünlich adj.

Bd. 9, Sp. 955
grünlich, adj. , subviridis. der unterschied der suffixe -leht, -loht und -lîch scheint sich im mhd. noch auf die bedeutung zu erstrecken; grüeneleht = subviridis 'annähernd grün, ins grüne spielend' (vgl. Grimm gr. 2, 382): medus ist ain stain ... und ist ain tail grüenlot K. v. Megenberg b. d. natur 452, 25; dagegen grüenlîch bedeutungsgleich mit grüene adj., verwendet als adj. neben abstractis oder adverbial (vgl. Grimm a. a. o.): sin (des smaragds) gruenliche brune ('tiefgrüne farbe') lutter daz gesune Heinr. v. Hesler apokal. 7935 H.; (der mai hat) die welt durchreut grüenleichen Oswald v. Wolkenstein 179 Schatz; im nhd. beides vermengt, vgl. grünlächt viride Frisius 1387b, grünlächt, zum teil grün subviridis 1260b; grünlicht subviridis et viride Stieler 710; eine farbe, welche grünlicht sahe un color che sembrava verde Kramer teutsch-ital. 2, 738c; mit dem 19. jh. veraltet grünlicht gegenüber der im 17. jh. aufkommenden form grünlich, diese lexikalisch bei Steinbach (1734) 1, 648; grünlecht nach dem 17. jh. mit seinen parallelformen in der hauptsache nur noch mundartlich, vgl. grünlochet Fischer schwäb. 3, 882; gruenlacht Staub-Tobler 2, 756; grüenlächt Friedli Bärndütsch 3, 234; grüenlecht Martin-Lienhart 1, 276b; grüenlat Lexer kärnt. 125 usw.; durch -ig erweitert: grünlechtig Tabernämontanus kräuterbuch (1588) 662b; grüenlochtig Staub-Tobler 2, 756. [] 11) als farbvorstellung in verschiedenster anwendung: ir gall ist seer scharpf, grünlacht, als Galenus züget Herold-Forer Geszners thierbuch (1563) 2, 1a; die edlen und natürlichen erdglasz oder grünlichte und weisze edelgesteine Mathesius ausgew. w. 4, 231 Lösche; weil kupfer bey der müntz ist, wirdt das scheidewasser grünlecht darvon L. Ercker mineralertzt (1580) 71a; schwartz und halb grünlicht volksb. v. dr. Faust 72 Br.; grünlecht, gelb und weisz gesprengt 54; von farben grünlecht, auf aschenfarb zu schwartz geneigt J. Witichius bericht (1589) 3; des grünlechten giftes M. Opitz Argenis (1644) 1, 213; ihr klar-grünlechtes aug Weckherlin ged. 2, 356 F.; mit grünlichten blumen Lohenstein Arminius 1, 1377b; des grünlichten stroms Schiller 11, 77 G.; dünne grünlichte matten Görres br. 1, 207; davon der leib ... gr. ... wirdt Guarinonius greuel (1610) 868; auch das stehend wasser (wird) gr. Harsdörfer frauenz.-gesprächsp. (1641) 7, 222; wan er den grühnspahn künstlich weis ins mark des stokkes einzusprühen, dasz seine rosen grühnlich blühen Zesen helik. rosentahl (1669) 115; die klare, grünlich dunkle flut Brockes 1, 96; das hellblaue wird gr. Göthe II 2, 40 W.; ein dunkler, gr. blauer himmel Stifter s. w. 14, 125 S.; von der farbe des auges oft als merkmal bösartigen charakters: sein aug war stier und grünlich Grabbe w. 1, 193 Bl.; die niedrige stirn, unter der die grünlichen augen tückisch und boshaft funkelten Hesekiel Nürnb. tand 2, 69; von minderwerthigem glase: selbst mit einem prisma von grünlichem glase Göthe II 5, 1, 44 W.; in einfache grünliche gläser G. Keller ges. w. 1, 305; als farbe der verwesung, des moders: indem das kind schon todt gewesen und gantz grünlicht wie verweset ausgesehen Chr. Thomasius ged. u. erinn. (1720) 1, 39; der verwesung grünlichem moder Grillparzer s. w. 2, 56 S.; als tönung des himmels: deinen gr. klaren himmel Just. Kerner briefw. 1, 138; dar grünliche firmament v. Erlach volksl. 3, 593; oder einer andern farbe: grünlicht wunderblau Triller poet. betr. 1, 46; grünlichtes gold S. Geszner schr. 1, 112; dazu feste verbale fügungen: gr. anlaufen oxydieren H. Meyer gesch. d. bild. künste (1824) 1, 280; ins grünliche fallen: fällt die aschgraue rückenfarbe etwas ins grünliche Naumann naturgesch. d. vögel 2, 13; dafür in älterer sprache: wann das wasser grünlicht ... fällt mediz. maulaffe (1719) 189. 22) selten nach grün II A 2 a: allzu grünlicht in allen seinen gesinnungen Tieck schr. 19, 165; ähnlich: gr. keck, vorwitzig Unger-Khull 311b. 33) spurweise auch im sinne der bedeutung grün I A; grunlich, wachselich vegetabilis, vegetativus gemma gemm. (1510) d 1d, wo aber die parallelen bei Diefenbach 608c auf vorausliegendes gruondlich oder gruonendlich (partic.) weisen; der grünliche ..., grünende april Treuer dtsch. Dädalus 1, 103; nach grüneln 2 (vgl. sp. 939): so wie uns oft nach warmen regen ein grünlichter geruch erquickt J. Chr. Günther ged., nachl. 94; vgl. mundartlich gr. keimend Unger-Khull 311b. — seit dem 17. jh. in composition mit andern farbbezeichnungen: grünlichblau Oken allg. naturgesch. 1, 186; grünlichbraun A. G. Werner oryktognosie (1792) 85; grünlichfahl: mit grünlichfalben blättern Harsdörfer frauenz.-gesprächsp. 5, )( )( )( )( )( 2b; grünlichgelb: mit grünlichtgelben blumen Lohenstein Arminius 1, 1377b; grünlichgolden Klopstock oden 1, 134 M.-P.; grünlichschwarz: der cypress ist grünlichschwartz Harsdörfer frauenz.-gesprächsp. 8, 67. —
4909 Zeichen · 133 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grünlich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Grünlich , -er, -ste, adj. et adv. in das Grüne fallend, der grünen Farbe ähnlich, ein wenig grün.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grünlich

    Goethe-Wörterbuch

    grünlich -cht LA I 11,22,39 u 23,6 MinGeol Plp [JCWVoigt] ; auch subst ‘G.’, daneben die substantivische Form ‘das G-e’ …

  3. modern
    Dialekt
    grünlichAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    grünlich Adj. : wie schd., grinlich (grinliχ, -iš) [verbr.]; vgl. PfWB grüngelb , PfWB grünlachtig . SHW Südhess. II 149…

  4. Spezial
    grünlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    grün|lich adj. verdejin (-s, -a), verdüc (-üc, -ia). ▬ grünlich es Licht löm verdejina f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gruenlich

21 Bildungen · 10 Erstglied · 11 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gruenlich

gruen + -lich

gruenlich leitet sich vom Lemma gruen ab mit Suffix -lich.

gruenlich‑ als Erstglied (10 von 10)

Grünlichgolden

Campe

gruenlich·golden

Grünlichgolden , adj . u. adv . goldfarben und ins Grüne spielend. Aber du Frühlingswürmchen, Das grünlichgolden neben mir spielt. Klopstock…

grünlichkeit

DWB

gruenlich·keit

grünlichkeit , f. , was grünigkeit: wenn er mit grünlichkeiten in meine küche kam Holtei erz. schr. 1, 161 .

grünlichpurpurn

GWB

gruenlich·purpurn

grünlich-purpurn im Simultaneindruck der beiden komplementären Farben Silberwellen | Grünlich-purpurn GWB 13 1 ,122 ProlBln 1821 Vs 169 Armi…

grünlichquarzig

GWB

gruenlich·quarzig

grünlich-quarzig Unter Ludwigshütte eine grünlich-quarzige Gesteinart GWB N9,165,27 Harzreise 1784 Armin Giese A.G.

grünlichrötlich

GWB

gruenlich·roetlich

grünlich-rötlich eine grünlich röthliche Gesteinart .. Jaspis GWB N9,156,22 Harzreise 1784 → GWB blaugrünlich GWB gelbgrünlich GWB graugrünl…

grünlichweiß

GWB

gruenlich·weiss

grünlichweiß Niederschlag von grünlich-weißer Farbe GWB N6,435,35 EntomologStudien Armin Giese A.G.

gruenlich als Zweitglied (11 von 11)

blaugrünlich

GWB

blaugruen·lich

blaugrünlich unbestimmte Blaugrün-Nuance bezeichnend, mBez auf einen Bucheinband B(Monroy 94) Sartorius 6.7.09 Ursula Werske U. W.

gelbgrünlich

DWB

gelbgruen·lich

gelbgrünlich , grünlich und ins gelbe fallend, ein gelbgrünlicher schleim. Funke bei Campe.

graugrünlich

DWB

graugruen·lich

graugrünlich , adj. , ins grüne spielendes grau. für lat. glaucescens als ' schwächere abstufung ' von glaucus, vgl. Bischoff wb. d. beschr.…

kupfergrünlich

GWB

kupfer·gruenlich

kupfergrünlich die Farbe von Grünspan zeigend bzw an diese erinnernd; von oxydierter Metalloberfläche: ‘k. angelaufen’ [ Venedig ] Die Pferd…

weiszgrünlich

DWB

weiszgruen·lich

weiszgrünlich , adj. : ihre ( der ente ) eyer sind blau und weiszgrünlicht v . Hohberg georg. cur. (1682) 2, 339 ; ein schön weiszgrünliches…