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Grillenfänger

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Grillenfänger

Grillenfänger

Grille f. Der Name mehrerer zirpender, zu den Heuschrecken zählender Insekten lautet ahd. grillo (10. Jh.), mhd. grille, frühnhd. (und später noch obd.) Grill m., seit dem 15. Jh., wohl auf Grund der Pluralform, daneben Grille f. Diese Bezeichnung, die sich von Süden her ausbreitet und bodenständiges Heimchen (s. d.) zurückdrängt, beruht auf Entlehnung von gleichbed. lat. grillus, gryllus. Das lat. Substantiv, das meist als Übernahme aus dem Griech. angesehen wird, könnte auch eine den zirpenden Laut des Tieres nachahmende eigene Bildung sein und wäre dann nicht identisch mit dem ebenfalls onomatopoetischen griech. grýllos, grȳ́los (γρύλλος, γρῦλος) ‘Ferkel, Meeraal’, das erst byzant.-griech. (unter lat. Einfluß?) in der Bedeutung ‘Grille’ vorkommt; vgl. Corominas 2, 786. Seit dem 15. Jh., vereinzelt schon im 14. Jh. (Pseudo-Neidhart) wird Grille im Dt., ähnlich wie andere Insektennamen (s. Mücke), im Sinne von ‘wunderlicher Einfall, Laune’ verwendet; vgl. die Fügung Grillen im Kopf haben (15. Jh.) und den entsprechenden Gebrauch von mnd. grille, nl. gril, mfrz. grillon, ital. grillo, span. grilla. Die Übertragung wird vielleicht begünstigt durch gelehrte Kenntnis eines bei Plinius bezeugten lat. gryllus ‘groteske Menschen- und Tierdarstellung, Karikatur’ (mit deutlichem Bezug hierauf Grillen bei Fischart, 1575), dem wahrscheinlich ein von griech. grýllos ‘Ferkel’ zu trennendes, sonst aber unerklärtes griech. grýllos (γρύλλος) als Benennung für einen ausgelassenen Tanz zugrunde liegt. An die Wendung Grillen fangen ‘wunderlichen Gedanken nachhängen, verdrießlich sein’ (17. Jh.) schließt sich die Zusammenbildung Grillenfänger m. ‘wer sich trüber Stimmung hingibt’, älter auch ‘Phantast, Sonderling’ (17. Jh.) an.
1738 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grillenfänger

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Grillenfänger , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Grillenfängerinn, plur. die -en, eine Person, welche Grillen …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grillenfänger

    Goethe-Wörterbuch

    Grillenfänger a Griesgram, Nörgler, Beckmesser Heiter trete jeder Sänger | Hochwillkommen in den Saal: | Denn nur mit de…

  3. modern
    Dialekt
    Grillenfänger

    Rheinisches Wb.

    Grillen-fänger Prüm , Dür , Grevbr m.: launischer Mensch.

  4. Sprichwörter
    Grillenfänger

    Wander (Sprichwörter)

    Grillenfänger Er ist ein Grillenfänger. – Meisner, 80.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grillenfaenger

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von grillenfaenger

grillenfang + -er

grillenfaenger leitet sich vom Lemma grillenfang ab mit Suffix -er, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von grillenfaenger 2 Komponenten

grillen+faenger

grillenfaenger setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grillenfaenger‑ als Erstglied (4 von 4)

grillenfängerei

DWB

grillen·faengerei

grillenfängerei , f. , namentlich im 18. jh. recht häufig. 1 1) meist in der bedeutung '( unfruchtbare ) grübelei, verworrene, abstruse, hal…

Grillenfängerey

Adelung

grillenfang·e·rey

Die Grillenfängerey , plur. die -en. 1) Der Zustand des Gemüthes, da man Grillen fänget; in der zweyten Bedeutung des Wortes 2. Grille, und …

grillenfängerin

DWB

grillen·faengerin

grillenfängerin , f. , nicht ganz seltene movierung: gleichwohl gebe ich noch nicht alle hoffnung auf, dasz sie nicht ... unter dem namen de…

grillenfängerisch

DWB

grillen·faengerisch

grillenfängerisch , adj. , namentlich im 18. jh. ziemlich häufig: grüblerisch, unfruchtbaren speculationen nachhängend; so von politisch unz…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „grillenfaenger". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grillenfaenger/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „grillenfaenger". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grillenfaenger/pfeifer_etym. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „grillenfaenger". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grillenfaenger/pfeifer_etym.
BibTeX
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