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Gneist

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
10 in 7 Wb.
Sprachstufen
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26

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Gneist

Bd. 8, Sp. 65
Gneist, Heinrich Rudolf Hermann Friedrich von, Rechtsgelehrter und Politiker, geb. 13. Aug. 1816 in Berlin, gest. daselbst 22. Juli 1895, wurde 1836 Auskultator, promovierte 1838 und habilitierte sich 1839 als Privatdozent, blieb aber dabei in der Praxis tätig, seit 1841 als Assessor, dann als Hilfsrichter beim Kammergericht und später beim Obertribunal. Nach seiner Ernennung zum außerordentlichen Professor (1844) veröffentlichte er die zivilistische Monographie »Die formellen Verträge des neuern römischen Obligationenrechts« (Berl. 1845) und später die Schrift »Die Bildung der Geschwornengerichte in Deutschland« (das. 1849). 1850 gab er seine Stellung als Hilfsarbeiter am Obertribunal auf, um sich ausschließlich seinem Lehramt und ausgedehnten Studien über öffentliches Recht zu widmen, als deren Frucht zuerst die kleine Schrift »Adel und Ritterschaft in England« (Berl. 1853), dann sein Hauptwerk. »Das heutige englische Verfassungs- und Verwaltungsrecht« (das. 1857–63, 2 Tle., mit 1 Ergänzungsband; 3. Aufl. des 1. Teils in 2 Bdn. 1883–84; 3. Aufl. des 2. Teils 1876), erschien. Hieran schlossen sich: »Budget und Gesetz nach dem konstitutionellen Staatsrecht Englands« (Berl. 1867); »Die Stadtverwaltung der City von London« (das. 1867); »Verwaltung, Justiz, Rechtsweg, Staatsverwaltung und Selbstverwaltung nach englischen und deutschen Verhältnissen« (das. 1869); »Englische Verfassungsgeschichte« (das. 1882; ins Englische übersetzt von Ashworth, Lond. 1886, 2 Bde); »Das englische Parlament« (Berl. 1886; engl. von Shee, 1886). 1858 wurde G. zum ordentlichen Professor befördert, nachdem er die Institutionen des Gajus und die Justinians synoptisch u. d. T.: »Institutionum et regularum juris romani syntagma« (Leipz. 1858, 2. Aufl. 1880) herausgegeben hatte. Seine parlamentarische Wirksamkeit begann 1858 mit seinem Eintritt in das preußische Abgeordnetenhaus, dem er ebenso wie dem deutschen Reichstag bis zu seinem Ende angehört hat. In den Tagen des Konflikts zählte er zu den durch Schärfe des Urteils und Klarheit der Bestrebungen am meisten hervorragenden Mitgliedern der liberalen Opposition. Die Militärfrage beleuchtete er in der Flugschrift »Die Lage der preußischen Heeresorganisation« (Berl. 1862). Das Verhalten der Staatsregierung im »Kulturkampf« verteidigte er gegen die Angriffe der Klerikalen. Im Reichstag stand er auf seiten der nationalliberalen Partei. Im November 1875 wurde er zum Mitglied des Oberverwaltungsgerichts ernannt, welches Amt er jedoch 1877 wieder niederlegte. Im Mai 1888 wurde er von Kaiser Friedrich III. in den Adelstand erhoben. Ein eifriger Förderer aller praktisch-politischen Fragen der Gegenwart, schrieb er noch: »Soll der Richter auch über die Frage zu befinden haben, ob ein Gesetz verfassungsmäßig zustande gekommen?« (Berl. 1863); »Freie Advokatur« (das. 1867); »Die Selbstverwaltung der Volksschule« (das. 1869); »Die konfessionelle Schule« (das. 1869); »Die bürgerliche Eheschließung« (das. 1869); »Die preußische Kreisordnung« (das. 1870); »Der Rechtsstaat« (das. 1872, 2. Aufl. 1879); »Vier Fragen zur deutschen Strafprozeßordnung« (das. 1874); »Gesetz und Budget« (das. 1879); »Die preußische Finanzreform« (das. 1881); »Die nationale Rechtsidee von den Ständen und das preußische Dreiklassenwahlsystem« (das. 1894) u. a. Vgl. K. Walcker, Rudolf v. G. (Berl. 1888); Gierke, R. v. G., Gedächtnisrede (das. 1895).
3395 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GNEIST

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    GNEIST s. GANEIST.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gneistm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    gneist , m. , hautkrankheit, bes. grind, dadurch hervorgerufene kahlheit, schmutz an haut und kleidern, synonym gnatz(e)…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gneist

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gneist , Heinrich Rudolf Hermann Friedrich von , Rechtsgelehrter und Politiker, geb. 13. Aug. 1816 in Berlin, gest. dase…

  4. modern
    Dialekt
    Gneistm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gneist m. : 1. a. 'festklebender, verhärteter Schmutz', bes. auf dem Kopf des Säuglings, Gneischt (gnaišd) [KU-Bechb ZW-…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gneist

13 Bildungen · 12 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

gneist‑ als Erstglied (12 von 12)

gneist(e)(r)

MWB

gneist(e)(r) stswFM. → ganeist MWB 2 842,55;

Gneist(eⁿ)

Idiotikon

Gneist(eⁿ) Band 2, Spalte 674 Gneist(eⁿ) 2,674

Gneistkopf

SHW

Gneist-kopf Band 2, Spalte 1405-1406

gneisten

DWB

gneis·ten

gneisten , vb. , ' funken werfen ', ' sprühen, funkeln ', scintillare; denominativum von 1 gneist: ufgneista scintillat (11. jh. ) ahd. gll.…

gneister

DWB

gneis·ter

gneister , f. ; s. unter ganster 2 b β , dazu vielleicht: alle geister, helle gneister, werden zungen, dasz besungen werd sein lob Weiszenba…

gneisteⁿ

Idiotikon

gneisteⁿ Band 2, Spalte 675 gneisteⁿ 2,675

Gneistkopf

PfWB

gneist·kopf

Gneist-kopf m. : ' mit Gneist 1 bedeckter Kopf ', Gneischtkopp [ RO-Lettw ]; vgl. Gnaustkopf . Südhess. II 1406 ; Rhein. IV 923 .

gneistung

DWB

gneis·tung

gneistung , f. , scintillatio Frisius dict. (1556) 1187 a ; gneistung, das zwitzern, funkelung Schottel haubtspr. (1663) 388 ; Stieler 672 .

Ableitungen von gneist (1 von 1)

gneiste

KöblerMhd

gneiste , sw. M. Vw.: s. ganeiste