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gimme

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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11 in 9 Wb.
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

gimme

Bd. MWB 2 792, Sp. 2
gimme stswF. (M. Brun 6887 ) auch gemme ( MarlbRh , GTroj 17087 ), gomme ( Lilie 15,14 ) und gumme ( VocClos Ge19 ). ‘Edelstein, Juwel, Stein mit besonderen Kräften’, oft mit Hervorhebung des Strahlens oder des Wertes: si furten gut gesmide / uon golde unt uon gimmen Rol 7881; abeston [ein edler Stein] – mir ist kunt – / wann das die gimme wirt entzunt, / so mag sie fort in keiner stund / verleschen wint noch wages art Mügeln 137,2; gemma: gumme oder luter edelstein oder berbolle VocClos Ge19 1 als Verzierung von Schmuckstücken, Kleidung, (Aus-)Rüstung, (sakralen) Gegenständen, Bauten u.ä.
2 übertr.
   1 als Verzierung von Schmuckstücken, Kleidung, (Aus-)Rüstung, (sakralen) Gegenständen, Bauten u.ä.: umbe sinen [Herzog Geneluns] hals lac / ein bouch vile waehe [kunstvoller Reif] ; / daz werc was seltsaene / uzzer golde unde uzzer gimme Rol 1580; Tr 10966; HeslApk 8071; sie brâhten im [...] einen mantel alsô edele, / sô chunich under dieseme himele / von phelel [Seidengewebe] noch von gimme / nie neheinen mohte gewinnen VAlex 631; von gimmen KvWSchwanr 431; gewieret was des schiltes rant / mit liehtebæren gimmen KvWTurn 559; der inner [Altar] waz mit sinnen / mit gimmen und mit golde / geziret als her solde HeslApk 11795; VMos 56,17; die mure sint al umbe mit golde gewieret, / sint mit aller slaht vare gimmen wole gezieret Himmelr 4,8; – im Vergleich: einer megde wart ich dô gewar / noch lûterr denne ein gimme Virg 600,10; Wigam (B) 2635; Spec 97,20    2 übertr.: diz buͦch ist genant ‘aurea gemma’. / daz kit ‘guldine gimme’. / bezeichenet ist vns hie bi, / wie ture diz buͦch si Lucid 1,10; ein iwelich wort sal alse ein gomme, zuͦ diner cronen cuͦmen Lilie 15,14; sîne hende [des toten Franziskus] , / [...] / schône stuonden al gezieret, / mit gimmen wol geparrieret: / ich mein diu zeichen der wunden, / die si dâran stênde funden LvRegFr 4395. – als Metapher für einen herausgehobenen Rang: got, des himelriches gimme, / so mit siner stimme / wirt sprechen Erz III 6,497; himelischiu chuniginne, / dirre werlte gimme MarseqS 13; owol du herre Roͮlant, / voget der Karlinge, / durchsoteniu [geläuterte] gimme, / aller riter ere Rol 5978; auch als Beiname: iz was Johannes der gimme, / der sich eine rufende stimme / nante in di wustenunge Brun 6887. – mit Gen.-Attr., als Metapher für die vollendete Ausprägung einer Eigenschaft: Floræte, / diu wîbes êre ein spiegelglas / und rehter güete ein gimme was Tr 1908; von Maria: liechte magit, magitumis gimme Litan 197; aller kûschheit ein gimme Wernh 292. – im Sprichw.: da werfen sie die gimmen, / [...], / vor die bruchstinkenden [nach Unrat stinkenden] swin HeslApk 15856

MWB 2 792,2; Bearbeiterin: Baumgarte

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GIMMEst. swf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    GIMME ( ahd. gimma Graff 4,198 ) st. und swf. edelstein, juwel; lat. gemma . — über das schwanken der declination s. Gri…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gimmeF.?

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gimme , F.? nhd. „Gemme“?, Edelstein, Juwel, Glanz, Gefunkel Vw.: s. hȫvet- Hw.: vgl. mhd. gimme E.: s. lat. gemma, F., …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gimmef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gimme , f. , auch gim, pfropfreis aus lat. gemma ' knospe, edelstein ', aus dem auch ahd. gimma, kimma, mhd. gimme, jedo…

  4. modern
    Dialekt
    Gimme

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gimme I , Gimm [Kema Su. ; Kìma Felleri. M. ; Kem Mittl. ; Kæm M. ] f. m. 1. Hauptast, dicker, unterster Ast; bes. hat z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gimme

22 Bildungen · 19 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

gimme‑ als Erstglied (19 von 19)

mmech

AWB

Gimmech Gl 3,347,58 s. grimmîg.

Gimmechsöl

Idiotikon

Gimmechsöl Band 2, Spalte 307 Gimmechsöl 2,307

Gimme II

RhWB

Gimme II Sg. t. f.: 1. gəam heisses Verlangen nach Speise u. Trank; dem fällt de G. raus Merz-Büschf ; der Kieme (s. Keimen) fallt em ab Saa…

Gimmeldingen

PfWB

gimmel·dingen

Gimmeldingen ON .: Dorf im Krs. Neustdt, seit 1969 Stadtteil von Neustdt, Gimmeldinge (giməldiŋə), vgl. Christmann SN I 2 189. Neckreim: Wer…

gimmelen

WWB

gimme·len

gimmelen V. [ Lst Mes Bri] 1. wimmern, leise weinen. — 2. mit dünner Stimme, im Fistelton sprechen. ¶ Vgl. NDSWB 6,1036: jimmern. — Vgl. → j…

gimmelfahrt

DWB

gimmel·fahrt

gimmelfahrt , f. , ein kinderspiel, vereinzelt: an den kleineren halden fröhnt die jugend der gimmelfahrt H. Hesse Peter Camenzind (1930) 21…

Gimmelich

Wander

gimme·lich

Gimmelich Er ist gimmelig. ( Ulm. ) Wol = gämelich (s.d.).

gimmelig

Idiotikon

gimmelig Band 2, Spalte 307 gimmelig 2,307

gimmeln

DWB

gimmeln , vb. , md., nd., ' kläglich schreien, wimmern ', s. Hertel Thür. 106 ; gimmeln erbärmlich jammern Jung-Andreas schles. zeitwortbild…

Gimmenfresser

RhWB

gimmen·fresser

Gimmen-fresser gi- Koch-Eller m.: Laufkäfer, den man vielfach in den Weinbergen trifft u. der nach der Volksmeinung die jungen Triebe abfres…

gimmengolt

MWB

gimmen·golt

gimmengolt stN. ‘reines Gold’ siben suele [...] / uf geschozen silbervar, / gimmen golt di simze klar TvKulm 1426; und ab ich zu dem richen …

gimmentrehtic

MWB

gimmen·trehtic

gimmentrehtic Adj. unklar, ob Kompositum oder Syntagma. ‘edelsteintragend’ die seligen bichtere / da waren vil gewere, / geloubic und durchn…

Gimmermēʳ N

Idiotikon

Gimmermēʳ N. Band 2, Spalte 307 Gimmermēʳ N. 2,307

gimme als Zweitglied (2 von 2)

geistgimme

KöblerMhd

geist·gimme

geistgimme , st. F. nhd. Gemme, Edelstein des Geistes Q.: Himmel (1070/1080) E.: s. geist, gimme W.: nhd. DW- L.: Karg-Gasterstädt/Frings 4,…

goltgimme

MWB

golt·gimme

goltgimme swF. ‘goldfarbener Edelstein’, hier übertr. für christl. Prediger, die im Rahmen einer Allegorie mit Sternen verglichen werden: di…

Ableitungen von gimme (1 von 1)

vergimme

BMZ

vergimme swv. besetze mit edelsteinen. alsô was vergimmet der schilt rîch und ûʒ erwelt troj. f. 162. vgl. Oberl. 1738.