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gilbe

mhd. bis nhd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gilbe f.

Bd. 7, Sp. 7478
gilbe, f. -î-abstractum zu gelb: ahd. giliuui (ahd. gl. 1, 438, 4; 631, 49; 819, 32), mhd. gilwe. daneben schon ahd. unter einflusz des adjektivs gelauui (ahd. gl. 1, 438, 6; 464, 18; 631, 48), vgl. Schatz ahd. gr. 11; doch ist im nhd. anders als beim adj. beim abstractum die i-form die herrschende, der gegenüber gelbe (s. d.) in den hintergrund trat. im 16. und 17. jh. auch mit rundung gülbe, sieh die belege unter 2 a und 3 c. heute kaum mehr gebräuchlich, sondern durch bildungen ersetzt, die sich augenfälliger als zu gelb gehörig ausweisen. 11) ahd. für die schreckensblässe: giliwi (conversae sunt universae facies in) auruginem ahd. gloss. 1, 631, 49 St.-S.; im mhd. auch von der wachsbleichen farbe des todes, todesblässe: er (gott) gap uns durh sin liehten varwe in des todes gilwe Marner 82 Strauch; ich was bleich unde val: darunder was diu vilwe gemischet mit der gilwe, sus lac ich als ein tôte böse frau 788 Schröder; und heten dein wang geleucht als karfünckel, die mustu geben der schwercz und gilb (15. jh.) kl. mhd. erzähl. 798, 25 Eul. allgemein zur bezeichnung gelber färbung (bis etwa 1800 geläufig): auch sieht man an die Walchen wol nach hitz der sunnen gilbe Suchenwirt 104 Primisser; gilfedo gelbheit oder gilbin (1482) Diefenbach gloss. 262b; flauedo gilbe (15. jh.) ebda 238c; wie der crocus vielmahl mehr vbertrifft flammulam in der gilbi Paracelsus opera (1616) 2, 105; dem gold nimbt er (der schwefel) sein schöne und liebliche gilbe und goldfarb und machet es schwarz und ganz ungestaltet ders. opera (1590) 6, 272; du bist vil weyser dan eyn gilg, die innen ziert ist mit der gilb Joh. Georg Tibianus encomia Mariae (1595) nach Alem. 10, 181. wein, der klar und etwas zur gilbe oder röthe geneiget sey W. H. v. Hohberg georgica cur. aucta (1715) 3, 1, 288b; umb die diechen (schenkel des seidenschwänzleins) ziehet sich eine weiszlechte farbe zu einer liechten gilbe Aitinger jagd- u. weidbüchlein (1681) 293; die gilb in den augen hat von der geelsucht ihren ursprung Tabernämontanus kräuterbuch (1687) 62; die gilbe des ... lehmes Krünitz oeconom. encycl. (1773) 18, 532. 22) in verengerter bedeutung von gelblichen, verwitterten gesteinen und erden (auch bis gegen 1800 gebräuchlich): terra lutea gilbe vocabularius rei numm. (1558) o 4a; was sol ich von glantz, kisz, gilbe oder schmilben, wismut, kobelt ... sagen, der eins theils gold, silber, kupffer und bley geben (am rande bergart, die güldig sein) Mathesius leichpredigten (1572) 69a; mulbicht ertz, das zufelt und welchs inn ein irrdische gilbe oder letten bricht ders. Sarepta (1571) 28b; das pferd (hat) auff der erden gescharret und eine gilbe in der thammerde entblöset Meltzer beschr. d. stadt Schneebergk (1684) 108; gilbe eine silberhaltige bergart gelber farbe A. v. Schönberg berginformation (1698) anhang 14a; eisensteinige gilbe Mathesius Sarepta (1571) 79a; man halte eine gilbe oder gefärbte erde nicht sogleich für eisenerde Krünitz encyklop. (1773) 17, 754; gilbe, eisengilbe, nennt man den gelben eisenocker, welcher aus verwittertem schwefelkies oder aus sonstigen eisenhaltigen steinarten entstanden ist Blumhof eisenhüttenkunde (1817) 2, 463; vgl. noch gilbe 'ein gelbes, mildes, erdhaftes und sprötes mineral, so auf gängen bricht und bisweilen metall hält' bergmänn. wb. (1778) 228, gilbe 'eine verwitterung, guhr, sinter etc. von gelblicher farbe' Voigt beitr. z. e. min. idiot. (1789) 272; auch in der form gilben 'eine gelbe bergart' bei Minerophilus bergwerkslex. (1784) 254; ebenso gilbe, gilben Chomel 4, 1090. 33) als bezeichnung für ein gelb werden. a) von der ictericia, der gelbsucht gesagt. öfter das symptom (die gelbe färbung) und die krankheit zugleich bezeichnend: die gilbe in den augen zu vertreiben Gäbelkhower artzneybuch (1596) 1, 297; für die gilbe im angesicht und sonst am leibe ebda. zumeist als bloszer krankheitsname; bis gegen 1700 im schwange; vgl. ictericia die gilwe morbus (obd. auf. d. 15. jh.) Diefenbach nov. gloss. 208a; gelsucht oder die gilbe voc. theut. (Nürnberg 1482) k 7b; sowie die gilb oder gelsucht W. H. Ryff spiegel und regiment d. gesundheit (1544) c c 3a; geelsucht oder gilbe Bock kräuterbuch (1546) register, u. öfter: es sint etlich (bettler) die heiszent die sweiger, die nemmend pferdmist und mengent den mit wasser und bestrichent bein, arm und hende damit, so werdent si geschaffen, als ob sie die gilwe oder andere grosse siechtagen hettent (v. j. 1422) Baseler ratsverordnung bei Staub-Tobler schweiz. id. 2, 296; agleyenwasser ist gut für die gilb des magens H. Brunschwig das buch der rechten kunst zu distilieren (1500) 19b; die brü vom fünffingerkraut getruncken ist eyne sondere artzenei wider die gülbe, verstopffung der leber, wider die pestilentz und allerhand gifft M. Sebiz feldbau (1580) 215; anno 1693 lag ein knab an der gelben sucht, die mutter hieng ihm ... ein büschlein gelben feil auf den rücken und die gilbe hat sich verlohren Chr. Lehmann histor. schauplatz (1699) 893; im wortspiel: dasz der, so jetzt im unrecht keine rötin mehr empfahe, mit der zeit ohne safran für sich selbst die gülb empfahen möchte (1437) nach Schmid schwäb. wb. 249. anders: ein doctor der artzney zu Straszburg prangte sehr herein auff der gassen, war allenthalben mit güldenen ketten behengt, diesen sahe ein frembder und fragte: wer dieser edelmann were? als ihm aber die antwort ward, es were kein edelman, sondern ein artzt, sagt er drauff: das mag mir wol ein trewer guter artzt seyn, der den krancken die gilbe abnimpt, und sie an seinen eigenen halsz hengt Zinkgref apophth. (1653) 1, 244. b) vom krankhaften absterben von pflanzen und bäumen (vgl. dazu auch gilf meltau rhein. wb. 2, 1231): die wein- oder öltrusen uber die wurtzel deren bäume, welche die gilbe uberkommen, ... geschütt, thut denselbigen trefflich wol Sebiz feldbau (1579) 375; gilbe, gelbsucht, eine krankheit der bäume, da die blätter vor der zeit gelb werden und abfallen Nemnich wb. d. naturgesch. 195. insbesondere, schon ahd., der getreidebrand: giliwi (fames si oborta fuerit in terra ... aut corruptus aer aut) aurugo (... vel robigo) (10. jh.) ahd. glossen 1, 438, 4 St.-S.; gihilibo (12. jh.) ebda; ich wird euch schlahen mit dem brenner und der gilwe (percussi vos in vento urente et aurugine) Zür. bibel (1531) 175b. c) vom reifen des getreides bis ins 17. jh. belegt: wann der waitz stêt in der gilb magister Bartholomäus pract. 253 (hs. d. 15. jh.) nach Lexer 3, nachtr. 212; wann der waitz in der gülb ist, kan man die ähren aufheben zum bundwein W. H. frh. v. Hohberg georgica curiosa (1682) 1, 122; wann der haber in der gilb ist, so schneid das stroh mit dem habern ab Tabernämontanus kräuterbuch (1664) 645; ... in der rechten gilbe, wann er (der flachs) gerauft, eingeröstet, und man mus vleissig achtung haben, das er nicht zu sehr, auch nicht zu wenig röstet (1569) haushaltung in vorwerken 60 E. 44) pflanze mit gelb färbendem saft: gilbe serratula tinctoria Nemnich wb. d. naturgesch. 195; gilbe, gilve, gilbenblume, gilbenkraut, eine allgemeine benennung solcher färberkräuter, die gelb färben Jacobsson technolog. wörterbuch (1781) 2, 94.
7214 Zeichen · 153 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gilbestf., adj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    gilbe stf. , gilbliht adj. s. gilwe, gilweleht.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gilbe

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Gilbe , plur. die -n, von dem Worte gelb, welches ehedem auch nur gilb lautete, im gemeinen Leben, 1. Die gelbe Farb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gilbe

17 Bildungen · 16 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

gilbe‑ als Erstglied (16 von 16)

gilbeln

DWB

gilbeln , vb. , gelblich werden: diese ( zweiglein ) fiengen an zu gilbeln mährleinbuch (1799) 66.

gilben

FWB

1. ›etw. gelb einfärben‹; refl.: ›sich gelb einfärben, gelb werden‹.; 2. ›jm. eine fahle, blasse Farbe verursachen‹.

Gilberich(t)

Idiotikon

Gilberich(t) Band 2, Spalte 295 Gilberich(t) 2,295

gilberling

DWB

gilber·ling

gilberling , m. , rotwelsche bezeichnung für etwas gelbes, z. b. für weizen oder wachs, vgl. v . Grolman spitzbubensprachen 25 a , sieh auch…

Gilberneⁿ

Idiotikon

Gilberneⁿ Band 2, Spalte 418 Gilberneⁿ 2,418

gilberschen

DWB

gilber·schen

gilberschen , n. , name für die goldammer: diser vogel ( emberiza flava ) ... wirdt ein ... gilbling, gilberschen, kornvogel und geelgorst g…

gilbert

DWB

gilbert , m. , wie gilbling, gilberschen: gillwerth emberiza citrinella Nemnich wb. d. naturgesch. 196 . wie gilberling s. v . Grolman spitz…

Gilbert de la Porrée

Meyers

Gilbert de la Porrée ( Gislebertus Porretanus ), namhafter franz. Scholastiker, geboren um 1070 in Poitiers, gest. daselbst 4. Sept. 1154, w…

Gilbertīner

Meyers

Gilbertīner , geistlicher Mönchs- und Nonnenorden, wurde 1135 von Gilbert von Sempringham in England nach der Regel des heil. Benedikt gesti…

Gilbertinseln

Meyers

Gilbertinseln (auch Kingsmillinseln und, weil gerade unter dem Äquator [der Linie] gelegen, Linieninseln genannt), brit. Archipel in Mikrone…

Gilberton

Meyers

gilber·ton

Gilberton , Ort im nordamerikan. Staat Pennsylvanien, Grafschaft Schuylkill, 16 km nördlich von Pottsville, mit Kohlengruben und (1900) 4373…

gilbe als Zweitglied (1 von 1)

kupfergilbe

DWB

kupfer·gilbe

kupfergilbe , f. bergm., eine kupferhaltige erde, eine art kupferocher oder kupfergrün. Adelung. vgl. kupfergelb .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gilbe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gilbe/dwb?formid=G16839
MLA
Cotta, Marcel. „gilbe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gilbe/dwb?formid=G16839. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gilbe". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gilbe/dwb?formid=G16839.
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