Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
geslaht Adj.
2 ‘jmdm. eigen, gemäß’ (mit Dat.)
3 ‘edel, fein’
1 ‘geartet, geformt, beschaffen’, oft in Verbindung mit wol: dâ mite der satel was bedaht, / daz was ein phelle wol geslaht Er 7583; noch wîzer danne ein snê / ir lîp vil wol geslaht MF:Mor 30: 1,5; umb dînen dienest wol geslaht KvWWelt 152. – vil ~ (häufig bei Konrad von Würzburg): ein spîse cleine [...] nam diu frouwe vil geslaht / und az ir friundes herze gar KvWHerzm 430; diu selbe decke vil geslaht / was über sînen schilt gezogen KvWEngelh 2560; ouch hete er [ der künic ] einen turn gemaht / ûz marmelsteine vil geslaht KvWTroj 17454. 15871; HvFreibTr 6199. – subst.: man sach den vil geslahten / ûzerweltiu cleider tragen KvWWelt 24 2 ‘jmdm. eigen, gemäß’ (mit Dat.): er sprah ze den obezpovmen / selbe habet samen / daz si obez pâren / also in geslaht ware VMos 5,17; nû ist mir der touf niht geslaht Wh 193,19 u.ö.; diz cleit enwær im [dem Hirten] niht geslaht KvWTroj 3124; mit iuwerm urloub spriche ich daz: / ir tuot als iu wol ist geslaht! Renner 1591; Loheng 4288. – mit Präp. von ‘von jmdm./ etw. angestammt, angeboren’ wan daz was im niht geslaht / von vater noch von muoter Parz 414,6; im wære ez von dem vater geslaht, / daz er mich solte minnen Kudr 959,3; sitz ebene und swende sô den walt, / als dir von arte sî geslaht Winsb 20,6; Georg 5610; Wh 182,19. 421,6 3 ‘edel, fein’ der getriuwe Tinas, / von arte edel und geslacht HvFreibTr 4341. – subst.: ich weiz ir zucht so vil, / der geslachten, wandelvrîen SM:Ro 6: 3,7
MWB 2 574,13; Bearbeiter: Helmich