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gerinne

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gerinne n.

Bd. 5, Sp. 3708
gerinne, n. subst. verb. zu rinnen. 11) das rinnen, besonders anhaltendes Campe, confluxus Steinbach 2, 295. 22) der ort des rinnens. 2@aa) flusz- oder bachbett, rinnsal, alveus, crepido, fluminis extrema terra, quam aqua crepitans alluit Henisch 1519. 2@bb) künstlich angelegter wasserlauf, sei es durch grabung, sei es aus holz, stein oder eisenblech; nebenform gerenne, wie renne neben rinne Wenckenbach bergm. wb. 55. Ehrenberg baulex. 260. 2@b@aα) bei den mühlen der canal oder raum, dadurch das über den fachbaum fallende wasser gegen das mühlenrad zuflieszt Eggers kriegslex. 1, 1037: die gerinne sollen alle glich sie (sein) an der Gere .. man sol auch keine gerinne eingê wan as von alder gewest ist. Michelsen rechtsdenkm. 120 (Erfurt, 16. jh.); das gerinne wird eingetheilt in das mühlgerinne (mahl-, obergerinne, vorarche), vor oder in welchem die wasserräder hängen, in das untergerinne (hinterarche), das unterhalb der wasserräder ist, und in das wüste oder frei-gerinne (freischütz, frei- oder friedarche), durch welches neben dem mühlgerinne das überflüssige wasser abläuft; nach der verschiedenen beschaffenheit der wasserräder heiszt das gerinne panster-, staber-, strauber- (oder straub-) und sackgerinne, ebenso nach der höhe seiner lage ober-, mittel- und unterschlächtiges gerinne, das letztere heiszt auch gerades oder schuszgerinne, wenn es einen geraden schräg abschieszenden, krummes oder kropfgerinne, wenn es einen gekrümmten boden hat. Ehrenberg 261. Mothes ill. baulex. 2, 394. 2@b@bβ) in berg- und pochwerken eine kastenförmige, aus pfosten zusammengefügte oder aus einem halben baumstamm ausgehauene rinne Herttwig bergbuch 171b, gerinne, canale Agric., vgl. krinne 1, e: (der schichtmeister) wisse gerinne in die stollen legen, in welche das wasser so gesammelt, geleitet wird, das aus den gängen, klüften, absetzen des gesteins flieszen möge. Bechius Agricola 73; silber-gerinn ist ein ausgehauenes gerinn, worin wasser im ofen auf das blick (silber) gelassen und also abgequicket wird Berward bergphrases (1673) 29; gerinne bei der mehlführung, zum niederschlagen der aus dem pochtroge ausgetragenen pochtrübe in mehrfachen lagen übereinander hergestellt, sind aufbereitungsanstalten Dannenberg-Frantz 148; auch zur beförderung von erzen: unter der nassen (pucher) wirdt das erz durch das blech in die gerinn und schlemmgräben gebucht, und wie ein silberhaltiger schlich über die planherd getrieben. Ercker aula subterranea (1672) 45b; das gerinne oder [] lotten, wodurch das erz von einer höhe herunter gerollt wird Frisch 2, 121c; sogar das erz selbst: schoszgerinne, das kleine gepochte erz, so aus dem pochtrog in das gerinne fleuszt Minerophilus 582. s. halb-, hohlgerinne. dazu demin. das gerinnchen, gerinnlein Adelung, gerinlein canaliculus Dief. 94a aus Agric. de re metallica. 2@b@gγ) gerinne oder soolrinne, leitungsrinne für die soole in salzwerken Eger technol. wb. 2, 330b. 2@b@dδ) gerinne, kleinere brückencanäle und überleitungen, namentlich die in holz ausgeführten Krafft landw. lex. 365a: by deme nuwen wercke warff es (das grosze wasser) den borgkstegk umme und furte on vor das gerinne, do dy kerszlache in louffet, (man muszte ihn mit seilen herausziehen) anders das wasser hette das gerinne umme geworffen. das gerinne was ouch lochericht worden. Stolle thür. chron. 171; (das wasser) furte das holz vor das gerinne und schutzte das und brach des gerinnes wol zwo meszgerten langk nedder. 189. 2@b@eε) abfluszrinne des hauses: gang, das sind wassergerinn. Sachsensp. 2, 51 var.; gerinne, abzucht, abzugscanal Röhrig techn. wb. 281b; abfluszrinne eines brunnens: das gerinne, das von der sychen (des spitals) teile des bornis geet. Schirrmacher Liegnitzer urkbch. 312 (von 1417); do ligen die zwu roren eins schuchs tief unter der erden in dem gerin oder abflusz desselben prunnes. Tucher baumeisterb. 165, 24; eines teiches: die fische, so durch den recken und gerinne mit durchgehen. Döbel jägerpract. 4, 101b; teichgerinne aus eichenholz Weber öcon. lex. 586a, forst-, fisch- u. jagdlex. (1773) 3, 596 fg.; ableitungscanal eines baches: also ist ein schutzpret gemacht in einem gerinn und graben oberhalb des rechen am selben weier. Tucher baumeisterb. 221, 19. 2@b@zζ) gosse, straszen-, tagerinne Röhrig techn. wb. 281b: im jahr 1644 sind bei uns in der mark kohlstrünke und weggeworfene knochen von den armen kindern fleiszigst aufgesucht und aus dem gerinne aufgehaben worden. Scriver Gotthold 1046. 2@b@hη) im wasserbau, oben offene wasserleitung Röhrig 281b; das gerinne einer schiffahrtsschleuse. ebenda. 2@b@thθ) collectiv das gerinne, mehrere canäle Kraft deutsch-lat. wb. 1033b. 2@b@iι) gerinne wie oben im bergbau von erzen, so noch bei andern rinnenden gegenständen gebraucht: guszrinne in gieszereien Röhrig a. a. o.; in der münze: bogen heiszt ein von leinwand gemachtes gerinne in eisen gespannt, darin das kleine geld gegossen wird. Jacobsson 5, 265a. 33) rinnende flüssigkeit: gerinne, wasserfurchen, elices Henisch 1519; (wasserleitungen) die glashelles gerinne der berg' in die wimmelnden städte führen. Cludius bei Campe. 44) gerinne, nebenform zu gerenne, andrang berittener leute, auflauf Rothe dür. chron. 780, gerinde Frankf. bürgermeisterb. von 1438 bei Lexer 1, 883.
5327 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gerinnestv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    gerinne stv. 1. mit noch erhaltener ursprünglicher bedeutung der präp. ge, laufe zusammen, gerinne. diu gerunnen milch i…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gerinne

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Gerinne , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Gerinnchen, Oberd. Gerinnlein, ein durch die Kunst verfertigter C…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gerinne

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gerinne , ein künstlich angelegter offener Kanal für fließendes Wasser.

  4. modern
    Dialekt
    Gerinne

    Rheinisches Wb.

    Ge-rinne -re·n. Sol Sg. t. n.: die Einrichtung an der Mahlmühle, durch die das Mehl rinnt.

  5. Sprichwörter
    Gerinne

    Wander (Sprichwörter)

    Gerinne Einen aus dem Gerinne ziehen. Holl. : Hij is uit de goot opgenomen. ( Harrebomée, I, 251. )

  6. Spezial
    Gerinne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|rin|ne n. (-s,-) 1 (Rinnsal) rié (riá) m. 2 (Waal) agá (agas) m. 3 (kleiner Kanal) canal (-ai) m. , sala (sales) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gerinne

92 Bildungen · 3 Erstglied · 89 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gerinne 2 Analysen

ge- + rinne

gerinne leitet sich vom Lemma rinne ab mit Präfix ge-.

Alternativen: gerinnen+-e

Zerlegung von gerinne 2 Komponenten

ger+inne

gerinne setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gerinne‑ als Erstglied (3 von 3)

gerinnede

KöblerMhd

gerinnede , st. F. nhd. Geronnenes ÜG.: lat. concretum Gl Q.: Gl (11./12. Jh.?) E.: s. ahd. girunnida* 3, st. F. (ō), Lab, Gerinnung, Gerinn…

gerinnelt

DWB

gerinnelt , part. mit kleinen rinnen versehen, canaliculatus Nemnich 3, 189 . vgl. gerinnt.

gerinne als Zweitglied (30 von 89)

Freygerinne

Adelung

frey·gerinne

Das Freygerinne , des -s, plur. ut nom. sing. an den Mühlen und Teichen ein Gerinne, welches, wenn das Wasser im Überflusse vorhanden ist, a…

guszgerinne

DWB

-gerinne : 1) mit wänden eingeschlossener kanal, um darin das roheisen zur form laufen zu lassen; 2) sehr steiles gerinne, besonders bei mit…

halbgerinne

DWB

halb·gerinne

halbgerinne , n. im hüttenwesen ein nur aus zwei seiten bestehendes gerinne. bergw.-lex. 282 b .

herbërgerinne

MWB

herbërge·rinne

herbërgerinne stF. ‘eine, die Unterkunft bietet’ si [Elisabeth] nam ouch sunder froude war [d.h. hatte besondere Freude] , / [...] ein fri …

herdgerinne

DWB

herd·gerinne

herdgerinne , n. gerinne das beim waschherde auf den pochwerken angebracht ist. Jacobsson 2, 245 a .

hinderpredigerinne

Lexer

hinder-predigerinne stf. etleich dienen der hinderpredigerinne, das si des nachtes nicht erplinden Vintl. 7785.

hohlgerinne

DWB

hohl·gerinne

hohlgerinne , n. eine art gefluder bei den bergmaschinen, aus einem trog oder krippe in einem baum ausgehauen bestehend.

hoppemegerinne

KöblerMnd

hoppemegerinne , F. Vw.: s. hoppemeiærinne*

kraftsūgerinne

KöblerMhd

kraftsūgerinne , st. F. Vw.: s. kraftsūgærinne*

krüegerinne

KöblerMhd

krüegerinne , st. F. Vw.: s. krüegærinne*

mahlgerinne

DWB

mahl·gerinne

mahlgerinne , n. bei den wassermühlen dasjenige gerinne, durch welches das wasser auf die räder geleitet wird. Jacobsson 3, 5 a .

mittelneigerinne

KöblerMhd

mittelneigerinne , st. F. Vw.: s. mittelneigærinne*

mühlgerinne

DWB

mühlgerinne , n. das gerinne, in welchem das wasser zum rade der mühle läuft.

mærentragerinne

KöblerMhd

mærentragerinne , st. F. nhd. Märchenerzählerin, Klatschbase Hw.: s. mærentrager Q.: Schürebr (um 1400) (merentragerin) (FB mærentragerin) E…

nāchfolgerinne

KöblerMhd

nāchfolgerinne , st. F. Vw.: s. nāchvolgærinne