Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gemache Adv.
1.1 ‘einer Sache gleich, entsprechend’ , mit Gen.-Erg., subst.
1.2 ‘angenehm, bequem’ , präd. mit D.d.P.
1.3 ‘rücksichtsvoll’
2 Adv.
2.1 ‘unbeschwert, ohne Widrigkeiten’
2.2 ‘ruhig, still’
2.3 ‘freundlich’
2.4 ‘gemächlich, langsam’
1 Adj. 1.1 ‘einer Sache gleich, entsprechend’, mit Gen.-Erg., subst.: ez enwart in tûsent jâren / nie des gesmîdes gemach, / daz man an den stegereifen sach Flore(S) 2851. – formelhaft wunders ~ : in deme zite gescach micheles wunders gemach AvaJo 1,4; LobSal 58; si jâhen, sin gevrieschen nie / solhes wunders gemach Tr 8247; hœre, herre, wunders gemach Serv 2707; Flore(S) 1087; zwô frouwen geswester / sagten dâ wunders gemach ebd. 243 1.2 ‘angenehm, bequem’, präd. mit D.d.P.: swaz der hêrre von gote gesprach, / daz wart dem kinde liep unt gemach Kchr 1917; Gen 1391; GenM 55,14; ez wâre in leit oder gemach En 6923. – attr.: dar nâch reit er in daz lant / und lie dâ niender hûs gestân / daz die geste iht möhten hân / dehein gemach belîben [subst. Inf.] dâ RvEAlex 5633; nu kan mit disen dingen / us kampfes ring dringen / die man der tiefel und dú wip / mit dem gemachen, bliden lip SHort 4794; daz er im [der verwundete Landgraf Ludwig zu Salatin] kumen wolde, / durch rât gemach [um der unkomplizierten Hilfe willen] bi im sîn Kreuzf 7691 1.3 ‘rücksichtsvoll’ Artûs der herre / gap im [Erec] swaz er vor gesprach [als Wunsch äußerte] . / doch was er im [Erec dem Artus] dar an gemach / daz es in iht bevilte Er 2271 2 Adv. 2.1 ‘unbeschwert, ohne Widrigkeiten’ dú heiligú scrift von im [Salomon] des giht / das nieman me ze keinir zit / [...] gelepte in kúniglichir kraft / nie mit so grozir herschaft / so gemache, swie er wolte, / darnah man wúnschen solte, / an alle muͤie gar sundir pin RvEWchr 33211 2.2 ‘ruhig, still’ si dolte sô gemache, / daz ez gar âne braht beleip Tr 12598 2.3 ‘freundlich’ iedoch sprach sî gemache, / diu minneclîche kluoge [die Begleiterin, die die beiden Liebenden (Reinfried und Yrkane) mahnt, Abschied voneinander zu nehmen] Reinfr 3764 2.4 ‘gemächlich, langsam’ Parzifal staphete fürsich, / sin swester reit bi im gemach ParzRapp 399,41; sô læzt er [der Wolf] sein grimmichait und eilt niht snell, er trabt gemach über daz velt BdN 147,25; wenne in [den Fuchs] hungert [...], sô stiftet er sich tôt sein und legt sich auf die erden und zeuht den âtem gemach an sich, unz die vogel auf in gesitzent sam auf ain âs, sô væht er si danne und frizt si ebd. 163,34; wer ain hant gemach legt auf die andern, dâ wirt kain stimm [Ton] auz ebd. 15,32; RvEAlex 12222; Hadam 222,7
MWB 2 398,49; Bearbeiter: Tao