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Geländer

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Adelung
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Geländer

Bd. 2, Sp. 520
Das Geländer, des -es, plur. ut nom. sing. ein erhöhetes Werk, theils das Herunterfallen anderer Körper zu verhüthen, und sich daran zu lehnen, theils auch Gewächse daran zu befestigen, damit sie von dem Winde nicht umgeworfen werden. In der Baukunst ist das Geländer eine Lehne, welche von einer Reihe kleiner ausgezierter Pfeiler unterstützt wird, und um ein Dach, vor einem Balcon-Fenster, an den Treppen u. s. f. angebracht wird. Eine Brücke bekommt an den Seiten ein Geländer, damit niemand in den Fluß falle, und in gleicher Absicht wird zuweilen auch ein Brunnen mit einem Geländer umgeben. Das Gerüst von schwachen Latten oder Stangen in den Gärten und Weinbergen, woran man die Weinstöcke, und andere Gewächse befestiget, ein Spallier, heißt gleichfalls ein Geländer. Anm. Gemeiniglich leitet man dieses Wort mit Wachtern von lehnen ab, weil doch das Anlehnen Hauptabsicht eines Geländers ist. Wenn diese Abstammung gewiß wäre, so würde man der zweiten Sylbe richtiger ein e als ein ä geben. Allein, wenn man den Gebrauch dieses Wortes in den verwandten Sprachen und Mundarten erwäget, so wird die Abstammung von lehnen ziemlich unwahrscheinlich. Im Nieders. heißt ein Geländer Land, Läne, Glind, im Holländ. Glend, in der Schweiz Lander, in andern Oberdeutschen Gegenden Lande, Lende, im mittlern Lat. Glandis. Im Mecklenburg. ist Glinde nicht nur ein breternes Geländer, sondern auch die Flügel einer Windmühle und ähnliche breterne Arbeiten. Fronsberg zählet die Landen, Lunden und Latten unter das Zimmerholz, welches in einem Zeughause vorräthig seyn soll. Es scheinet daher, daß dieses Wort zu dem Deutschen Latte, oder nach dem Frisch mit Lende zu dem Lat. Latus, die Seite, gehöret, wo das n, wie in vielen andern Fällen nur um des Wohllautes willen eingeschaltet worden. Indessen verdienet auch das Schwed. und Isländ.[] Linda, das Holländ. Lint, ein Gürtel, eine Binde, in Betrachtung gezogen zu werden. Die Sylbe Ge hat hier eine collective Bedeutung, und zeiget an, daß ein Geländer aus mehrern einzelnen Stücken bestehe, wodurch es denn von einer Lehne an einem Stuhle u. s. f. hinlänglich unterschieden ist, ungeachtet in den gemeinen Sprecharten Lehne auch häufig von einem Geländer gebraucht wird.
2221 Zeichen · 31 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geländer

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Geländer , des -es, plur. ut nom. sing. ein erhöhetes Werk, theils das Herunterfallen anderer Körper zu verhüthen, u…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geländer

    Goethe-Wörterbuch

    Geländer a zaunartiger (mit einem Handlauf versehener) Fallschutz an Galerien, Treppen, Brücken uä; mehrf ‘eisernes G.’ …

  3. modern
    Dialekt
    Geländern.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Ge-länder n. : 1. wie schd., Geländeʳ [verbr.], Gelänneʳ [ PS-Schmalbg ], Gelander [ Don-Werb ], Glender [ Beam Penns 42…

  4. Spezial
    Geländer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|län|der n. (-s,-) 1 clander (-dri) m. 2 antoré (-rá) m. 3 (Treppengeländer, Brustwehr) sparangola (-les) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gelaender

13 Bildungen · 11 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gelaender 3 Analysen

ge- + lander

gelaender leitet sich vom Lemma lander ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

Alternativen: ge-+land+-er geland+-er

Zerlegung von gelaender 2 Komponenten

gela+ender

gelaender setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gelaender‑ als Erstglied (11 von 11)

geländerbaum

DWB

gelaender·baum

geländerbaum , m. baum am geländer, spalier: die gipfel von eichen und kastanien liefen nur wie fruchthecken und geländerbäume wallend um de…

Geländerbutzer

RhWB

gelaender·butzer

Ge-länder-butzer Bo-Stdt , Köln-Stdt m.: verächtl. einer, der an den Eisengittern am Rheinufer herumrutscht, –lungert, faulenzt.

geländerdocke

DWB

gelaender·docke

geländerdocke , f. in der baukunst, docke, wie sie das geländer stützen oder bilden. Adelung. vgl. dockengeländer vorhin.

Geländereiten

Meyers

gelaende·reiten

Geländereiten , das Reiten außerhalb eines begrenzten Raumes im Gegensatz zum Bahnreiten. S. auch Distanzritt und Kampagnereiten. Vgl. Sande…

Geländergang

Campe

gelaender·gang

○ Der Geländergang , des — es, Mz. die — gänge , ein mit einem Geländer versehener Gang, an der Seite eines Gebäudes, eines Schiffes, auf de…

geländerholz

DWB

gelaender·holz

geländerholz , n. holz, stamm zu einem geländer, musz im folgenden gemeint sein: von einem gelenter holz, 24 schuch lang, 28 pf., von einem …

geländerlein

DWB

gelaender·lein

geländerlein , n. : eh man noch ganz hinauf kommt ( auf der treppe ), ist ein absatz und ein eisern geländerlein. Göthe 42, 30 , in der lebe…

gelaender als Zweitglied (2 von 2)

weingeländer

DWB

wein·gelaender

-geländer , n. spalier, an dem reben gezogen werden, in wbb. seit dem 15. jahrh.: Diefenbach gloss. 223 a . 465 b ; Stieler 1064. 1121 ; Sch…