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gefährden

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gefährden

Bd. 4, Sp. 2078
gefährden , zeitwort zu gefährde, wie gefähren, gefahren zu gefähr, gefahr. 11) mhd. geværden, doch selten (nicht in den wbb.); reflexivisch sich geværden: ein îclich man ist geleites vrî (von der verpflichtung geleite zu nehmen), ab er sich sînes gûtes gevêrden wil. Kulmisches recht 5, 21 in A (erwegen B), nach dem Ssp. II, 27, 2, wo aber genenden steht, doch in lat. übers. committere periculo; ebenso im Schwabensp. 167 genenden, ernenden, aber auch geværden, wie Leman zum Kulm. recht anführt. 22) auch nhd. anfangs sehr selten; im reg. zur Zimm. chron. 4, 608b ist zum part. gefert ein geferden angesetzt, doch nur in folge der heutigen gewöhnung (s.gefähren 1, b). ich finde es zuerst bei Stieler 402, ich bin nicht gefärdet, sine periculo sum, auch sich selbsten gefärden; dann bei Rädlein 331b, aber als veraltet, gefährden, in gefahr bringen, hintergehen, tromper, user de fraude ou de finesse envers quelcun, also nicht ganz mit dem heutigen gebrauch stimmend, wol aber mit gefährde 1, a. b, es würde so im alten amtsstil zu suchen sein; vergl. ich bin bei dieser vertheilung sehr gefährdet worden. Heynatz antib. 1, 399 (doch zu fährden gestellt). bei Ludwig, Aler, Steinbach, Frisch fehlt es wieder, sie haben nur gefähren. dann aber bei Adelung als »im gemeinen leben (?) und in den rechten, in gefahr stürzen, wie das einfache fährden«, mit beispielen, welche aber nur die Stielers sind (das sich gefährden als 'oberd.'). 33) im 18., hauptsächlich aber in unserm jahrh. taucht es bei schriftstellern wieder empor, zuerst nur wie man alterthümelnd gefährde brauchte, wird aber gebrauchter als dieses, ja beliebt und hat nun auch schon den klang des alterthümlichen wieder abgestreift, als willkommenes zeitwort zu gefahr, während man das wirklich dazu gehörende gefähren fallen liesz. danach bei Chamisso auch befährden, verfährden für befahren, verfähren. 3@aa) in gefahr setzen: die zeugungskraft wird .. nicht gefährdet. Klinger 11, 334, vielleicht ist auch da fährden gemeint; die freiheit des denkens gefährden. Savigny system 1, x; der charakter des christenthums, der durch gnostische tendenzen gefährdet wurde. Winer bibl. realwb. 2. aufl. 1, 84 (diese beispiele in den 40 er jahren als ungewöhnlich ausgezogen); auch bei Göthe später: der glimmer besonders ballt sich in kugeln und man sieht dasz die dreieinheit gefährdet sei. 51, 103; doch sind wir auch mit diesem (jüngling) nicht gefährdet .. wenn sich der most auch ganz absurd gebärdet u. s. w. 40, 103 (Faust 2. th., 2. act); im garten hier auch leise horcher schreiten, die frohen zecher lauernd zu gefährden. Lenau (1874) 2, 277; um den übergang, welchen Kleists anzug gefährden könnte, zu beobachten. Droysen York 1, 321. jetzt ist es im täglichen gebrauch der zeitungen, redner u. a. 3@bb) etwas anders gewendet gefährdete zeit u. ähnl., wie sonst gefährliche, zeit der gefahr: wie der indische seefahrer endlich auf den Rhein kommt, um zur gefährdeten stunde den bösen raubvögeln mein liebes kind abzujagen. Bettine br. 1, 229; die Lübecker hatten klüglich in so gefährdeter zeit ... die grafen von Holstein zu ihren schirmvögten ernannt. Dahlmann n. gesch. 1, 400. 3@cc) aber auch in gefahr kommen, gefahr laufen: der graf stellte ihm vor, er möge lieber mit ihm .. zurückfahren. er gefährde, wenn er auch .. den pestcordon durchschleichen sollte, jenseits an der pest zu sterben. Brentano 4, 218. selbst mit acc., wie eben auch gefahr laufen (sp. 2065): das soll eine gelehrtenschule nicht (auszergewöhnliches leisten), denn sie kann es nicht, ohne .. durchungemessene anstrengung für den augenblick eine erschlaffung für die folgezeit (beim jugendl. geiste) zu gefährden. Döderlein reden u. aufsätze, 2. samml. s. 33. man hätte auch das pflegen sollen, da zumal das trans. gefahr laufen, ohnehin schwerfällig, nicht in gang kam und sonst dafür nur das franz. riskieren besteht mit zu alltäglichem klange; s. auch das zweite gefahren 3.
3971 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gefährden

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gefährden , verb. reg. act. im gemeinen Leben und den Rechten, in Gefahr stürzen, wie das einfache fährden. Ich bin dabe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gefährden

    Goethe-Wörterbuch

    gefährden 33 Belege, mit Ausnahme einzelner amtl Vorkommen (Bed 2) erst nach 1800 auftretend 1) ; drei Viertel der Beleg…

  3. Spezial
    gefährden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ge|fähr|den vb.tr. mëte al prigo, manacé (-cia), compromëte (-mët, comprometü).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gefaehrden

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Ableitung von gefaehrden

ge- + faehrden

gefaehrden leitet sich vom Lemma faehrden ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gefaehrden 2 Komponenten

gefaehr+den

gefaehrden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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