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gefähren

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gefähren

Bd. 4, Sp. 2080
gefähren , wesentlich gleich gefahren, mhd. nur væren belegt (vgl. unter 1, b) nebst erværen (noch nhd. erfähren), ahd. neben fârên auch fârian, gifârian Otfr. IV, 17, 3. 35, 25 (s. mhd. wb. 3, 268a, 44), vergl.gefähr gleich gefahr. 11) in gefahr setzen, gefährden. 1@aa) einen gefehren, gefeeren, gefähren, im 15. 16. jh. doch selten: non est tibi periculum a me, ich will dich nit gefeern. Alberus dict. Tt 1a; auch noch in der ursprünglich kräftigsten bed.: wolten die stat gevert han mit ainem sturm. städtechr. 5, 17, 15. jh. (s. dazu sp. 2072); er wirt ietz nicht gefehren mich .. weil ich geh in des königs geleit. Rein. fuchs L 8 (1583 108a gefähren). gangbar besonders im 17. jh. bis ins 18.: es ist ein wahn und eitler schein zu sehr ümm seelge traurig sein. wer todt ist, wird nicht mehr gefähret. Fleming 318 (Lappenb. 261); ach wehe dir und mir, dasz wir uns so gefähren. 617 (510); der diesen ort (ecke, spitze) zuerst die Sturmeck wollen nennen, der hat mit schaden ihn wol besser lernen kennen, als der, der ihm den nam von 'guter hoffnung' giebt. den lob ich nicht, der mich gefähret und betrübt. Iversen ostind. reis. (bei Olearius) 142; was meint der himmel doch mit so gehäuftem regen? ... mich dünkt, er traure so und giesze milde zehren um das, was sicherheit der welt wil noch gewehren, die friede brauchen wil, den himmel zu gefähren. Logau 2, 1, 13, von d. nassen jahre 1649; wer nur so viel an sich findet, dasz er weiter nichts begehrt als von oben ihm geordnet, den hat glücke nie gefährt. 3, 10, 76; (du hast) gewehret, dasz kein unglück noch hohn noch tück der feinde mich gefähret. A. Gryphius 2, 277 (geistliche lieder); das macht dein güt, dein freundlichkeit, dein himmelsüsz barmherzigkeit, dasz mich nicht thut gefähren unglück, fallstrick u. s. w. Berliner gesangb. 1640 s. 265, der fallstrick ist recht eigentlich gefährend, aus jagd und krieg, vgl. gefahren 1, b. c. auch in prosa: ist aber mit in den lerm gerathen und von einem kürsnergesellen gefähret worden. Micrälius Pommern 3, 615; dasz man ihnen tribuliersoldaten einlege und sie aufs ärgeste despectiere und gefähre. 5, 242; Paulus wurde von jüden und heiden ... geängstet, verfolget und gefähret. Scriver seel. 1, 681; die ihre eigene seelen durch so viel herrschende sünden gefähret. 1, 7; wenn ich was bitte, das meine seele gefähren kan. Gotth. 326. Und noch im 18. jh. in wbb. anfangs, im part.: gefähret seyn, sich in gefahr setzen. Ludwig 707; s. auch unter c. bei Steinbach 1, 408 auch noch fähren, in periculum vocare, es mischte sich im part. mit gefähren. 1@bb) bildlich im rechtsleben, einen hinterhalt legen mit worten, durch clauseln schädigen o. ä.: er hat alles gesuecht uns in den taidingen (verhandlungen) zu geveren und zu betriegen. Lexer 1, 958, 15. jh.; hernach über vier tag ongefarlich kam graf Froben Christoph sampt dem notario geen Hechingen und vermaint, es solte der verzig (verzicht) nichs desto weniger furgeen und umb so wenig tag nit gefert werden. Zimm. chr. 4, 73, 22; ob er mich nicht etwan in verfertigung der acten gefehrt hab. Ayrer proc. 2, 3, s. dazu gefahren 1, a, auch gefährung; noch schwäb. ich will dich nicht darum gfähren, zur verantwortung ziehen Schmid 178, auch gleich schikanieren (s. Göthe sp. 2074 β), in schaden bringen u. ä., s. gefahren 2, c von geldbusze. vom gläubiger dem schuldner gegenüber: ich gebe ihm meine parole, dasz ich ihm noch 14 tage nachsehen und ihn nicht gefähren will. causenmacher 123; ich werde den herrn auch niemahls gefähren. das. 1@cc) im verkehrsleben, übervortheilen, verkürzen u. ä.: triegen, liegen, gefären. Schm. 1, 551 aus Avent. chr.; dadurch dann die besteeholzer gefärt und betrogen werden. ders. aus der Salzb. waldordn.; gefähren, betriegen, ich bin gefähret, hoc mihi fraudi est, circumventus sum. Aler 859b (die zweite lat. wendung auch aus dem kriegsleben, gleich mhd. væren); ich bin gefähret worden, hoc mihi fraudi fuit Steinbach 1, 408, Frisch 1, 239a, bei Adelung verschwunden. s. dazu gefahr II, 2, a, gefähr 1, b. c, gefahren 1, b. 1@dd) bemerkenswert sich geferen, von einer gewagten that: baur (spricht der fuchs), wann ich mit der schlangen, die stat wo sie gelegen zuo besichtigen, in das loch schleufe, so wil ich mich geferen zu ruck widder herausz zu springen, so stosz du bhend den stein wider für (die schlange zu fangen). Frank spr. 2, 29a, wie mhd. sich wâgen, franz. se risquer. s. auch sich gefahren 2, b. 22) von den andern bildlichen verwendungen von gefahren zeigt sich hier nur die bed. scharf aufachtend bemerken (s.gefahren 1, d): in allen bawen war der graf gewon, seinen werkleuten uf herr Wilhalm .. zu trewen (dräuen) mit vermeldung, er würde bald kumen und alsdann ire unschick und wölf im gebew glich sehen, welches auch manichmal geschach, das er, so bald er ankame, die mängl des bawens und wo man gefelet, het geferet und vermeldet. Zimm. chron. 4, 399. vgl.ungefert participisch verstanden, unachtsam sp. 2076 bei Henisch. 33) hierher wol auch, doppelt merkwürdig, folgendes gefiren: in dem zohen her durch die wäld zwen gsellen und ein junge dirn. Lew und sein gsell mit groszem gfirn (var. gefirn), dieweil sie in eil der müln thür (dat.) den rigel nit kunten thun für, flohen sie auf die bün mit sorg u. s. w. Peter Lewe 142 (weim. jahrb. 6, 428), mit gefirn, wie nachher mit sorg; darin musz wol ein gefêren fürchten stecken, zu gefahr II, 4, c furcht, das doch im hochd. nicht eigentlich entwickelt war, nur nahe daran, sodasz jenes doch glaubhaft ist (s. dort). die form gefîren aber, mit ê zu î erhöht, ist als möglich auszer zweifel nach gebîrde für gebêrde sp. 1730; erscheint doch für vär, vêr (mhd. være) sicher auch vier, straszburgisch: pfenning, do one vier nün schillinge by der marg sy. Straszb. chr. 996 anm. 2, d. i. ungefähr (s. sp. 2070). endlich vergl. auch das merkwürdige gefährt gleich gefähr adj. sp. 2069.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gefähren

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gefähren , wesentlich gleich gefahren, mhd. nur væren belegt ( vgl. unter 1, b ) nebst erværen ( noch nhd. erfähren), ah…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gefaehren

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Ableitung von gefaehren

ge- + fahren

gefaehren leitet sich vom Lemma fahren ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von gefaehren 2 Komponenten

gef+aehren

gefaehren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — gefaehren kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „gefaehren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gefaehren/dwb?formid=G03715
MLA
Cotta, Marcel. „gefaehren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gefaehren/dwb?formid=G03715. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gefaehren". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gefaehren/dwb?formid=G03715.
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gefaehren"},
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