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gampen

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gampen

Bd. 4, Sp. 1213
gampen , sich gaukelnd bewegen, lustig springen u. ä. 11) mhd. noch nicht bezeugt, obwol sicher so gut vorhanden wie gampeln, belegt nur in französischer färbung, gampieren und gampenieren tänzeln u. ä. (Lexer 1, 733), die auf höfischen gebrauch deuten. Dann im 15. 16. jh., doch auch selten: im fladenhaws dort zu Schlampampen (Schlaraffenland), do sie zu zeiten ser umb gampen. H. Folz, fastn. sp. 1201, von lustigem oder tollem herumspringen; als der zwinglisch predicant zu ainer zeit intonirt (im Straszburger münster), do sasz ein abenteurer uf dem galgbronnen, der im munster steet, und gampet mit den fueszen, bisz ers übersicht und in bronnen fellt ... er sollt billich sein lebenlang an das gampen gedacht haben (man hätte ihn tüchtig abstrafen sollen, nachdem er berettet war). Zimm. chron. 4, 24, gaukeln, baumeln, vgl. schwäb. füszgampen sp. 1025. 22) doch noch in oberd. mundarten, bairisch scherzen, hüpfen, springen, z. b. mit e lârn wampm is net gued gampm Schm. 2, 48; auch tirol., mit gampe f. lustige dirne, gampig scherzhaft, verliebt Schöpf 172; schwäb. im sitzen die füsze schaukeln (wie eben in der Zimm. chron. vorhin), und 'geilen', belegt durch die vorige redensart in anderer auffassung: mit leeren wampen ist nicht gut gampen, sine Cerere et Baccho friget Venus Schmid 218; besonders schweiz.: mit bank oder stuhl gaukeln, am ziehbrunnen (gampbrunnen) ziehen, baumeln, daher gampiross das schaukelpferd, die gampete ein schaukelbalken, wippe (s. kippe 2 unten 5, 782) Stalder 1, 420, appenz. gampross Tobler 212a. 33) verwandtschaft. 3@aa) weiterbildungen sind gampeln und gampern, s. d.; wichtiger mit ablautung gumpen, das häufiger ist, und von der dritten gestaltung mit i eine spur in mhd. gimpelgempel penis, eig. gaukler oder ähnl., auch auswärtig in dänisch gimpe die schaukel, wippe (schweiz. gimpfe die kippe Tobler 222a), gimpe wippen, sich schaukeln, das freilich zum folg. gehört. 3@bb) auch mit höherer lautstufe schweizerisch gimpfen, gämpfen, gigampfen schwanken, und auswärtig entsprechend schott. gamp possenreiszer, to gamp (gawmp) possen machen, gaukeln, gamp adj. lustig Jamieson 1, 454b, schwedisch gamp narr (auch gant) Rietz 183b, n. gimpe vorhin. 3@cc) überhaupt zeigt der auslaut manigfaltigkeit, denn stammverwandt ist gewiss gabeln gaukeln, tändeln u. ä. (auch gappeln, gaupeln, gopen), s. sp. 1123 die weitgreifende verwandtschaft, und anderseits wol mhd. gamel, gamen spiel, lust nebst zubehör (s. gämlich 3, a), also der lippenlautstoff in allen formen verwandt zur gestaltung des auslauts (vgl. ähnliches unter klammer, krampf); die letztere form durch -s verstärkt in bair. gämsen lustig springen, scherzen (gespr. gampsn) Schm. 2, 20, der zwar an gäms gemse denkt, aber auch schwedisches gamsa narren vergleicht. s. auch gankeln.
2833 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gampenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    gampen swv. BMZ hüpfen, springen, stampfen. mit den füszen gampen Zimr. chr. 4. 24,15 ff. vgl. gumpen;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gampen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gampen , sich gaukelnd bewegen, lustig springen u. ä. 1 1) mhd. noch nicht bezeugt, obwol sicher so gut vorhanden wie ga…

  3. modern
    Dialekt
    Gampen

    Rheinisches Wb.

    Gampen -mb- Saarbr 1833 Sg. u. Pl. m.: müssig umherschlendernder Mensch.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gampen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gampen 2 Komponenten

gam+pen

gampen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gampen‑ als Erstglied (1 von 1)

gampenieren

Lexer

gampen·ieren

gampenieren swv. hüpfen, tänzeln. ob ir eʒ (gewant) eht alse hôch verteclîchen traget, daʒ ir iuwern lîp dâ mite brankieret, unde gampeniere…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gampen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gampen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „gampen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gampen/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gampen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gampen/dwb.
BibTeX
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