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gätter

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gätter n.

Bd. 4, Sp. 1507
gätter, getter, n. nebenform des vorigen, doch in der bedeutung nicht ganz überein. 11) form und bildung. 1@aa) mhd. zur zeit nur einmal geter n., seit dem 15. jh. oberd. sehr entwickelt zu finden, während es im md. nicht fusz gefaszt hat (vgl. Trochus unter 2, a), dem nd. ganz abgeht. ein rhein. geder m. s. 2, a, es ist wie rhein. gader für gater, gatter. auch hd. noch im 16. jahrh. zuweilen geter, z. b. Zimmer. chron. 4, 275, vgl. unter gätterisch. 1@bb) entstehung vermutete Schmeller 2, 80 für gätter wie für gitter durch abstumpfung aus gegätter (s. d.), was dann Weigand als thatsache angab und ausführte. aber der abfall des ge- von dem ohnehin seltenen gegätter ist nicht bewiesen und dessen collectivische bed. stimmt nicht; das gätter ist vielmehr wesentlich ein kleineres, mehr zierliches gatter, es mag also ein altes deminutivum einfachster art mittelst -i sein, ahd. zu denken getiri n. neben gataro m., wie z. b. fuli n. neben folo m. (s. unter fül n.), vgl. küchlein 2, b V, 2515; s. auch über göt unter gatte III, 3. 1@cc) dazu stimmt auch eine alem. form gättri, in Wackernagels voc. opt. 21a gättry cancellus (15. jh.); auch das gettry cancellus Dief. nov. gl. 70b ist alem., wie z. b. kilchof in demselben voc. 90b zeigt. das ist wie alem. füli neben mhd. fül, später alem. fülly (s. sp. 480. 510), wie eni neben ahd. ano (s. u.ahn und eni), in dem auch nach der ältesten art das geschlecht des mutterwortes bewahrt ist, wie in dem geder unter 2, a, falls es richtig ist. die alem. mundart hat das alte verkleinernde -i nie abgeworfen, s. Grimm gramm. 3, 684, Weinhold al. gr. s. 232. s. übrigens auch das fem. unter 3. 22) bedeutung und verbindung. 2@aa) zuweilen zwar mit gatter einerlei, wie in dem md. schoszgetter gleich schuszgatter bei Trochus O 5b (s. u.gatter II, 4, c), während Henisch 1371 beide unterscheidet: schutzgatter als fallthor und schoszgätter, ziechport, das eisen gätter unter einem thor, cataracta, porta pensilis aquae emittendae vel remittendae parata. rhein. geder gleich gader: die gaderhaber soll ein jeder nit weiter denn über den geder zu liefern schuldig sein. weisth. 2, 197, vom Hundsrück (zum m. s. unter 1, c), zur sache s. gatter II, 3, b. manche oberd. wbb. geben nur diese form, mit der allgemeinen bedeutung von gatter: clatrum, ein holz oder eisen damit man ein geschrenkt getter macht. Dasypod. 34d; gätter, clathri, cancelli. Schönsleder S 4c. 2@bb) genauer aber ist dem gatter gegenüber, das 'mehr kunstlos, aus gröbern holzstäben, ja selbst stangen bestehend' ist, gätter 'ein gatter künstlicherer und feinerer art' Schmeller 2, 80, und vorzugsweis von eisen (doch vergl. Calepinus unter c), während das gatter vorzugsweis von holz ist, gätter also wie jetzt gitter. So z. b. als gatterthür in einem klosterhofe: dem volgt Wilwolt mit stichen und schlegen bis durch das tor zu dem getter da man in das gasthaus get (zu Heilsbronn). Wilw. v. Schaumburg 69. in einer kirche, wie gatter II, 6, c: ehe dann er zum gätter kompt, gehn drei jüngste priester cardinäl entgegen. Link v. Colditz bapsts gepreng C 3; im 15. jh. gerra, ein ysen getter ante chorum Dief. 261b. vom j. 1632 wird aus München berichtet, wie Gustav Adolf in der Frauenkirche der auffahrt Christi zwischen dem getter scti Bennonis altar beigewohnt, s. Schm. 2, 81, kunstvolle einhegung eines seitenaltars. 2@cc) besonders auch als fenstergitter (vgl.gatter II, 4, e), sei es vor dem eigentlichen fenster oder statt des fensters: cancellus, ein getter, fit in fenestris. Melber c 3b; ein getter oder getterfenster, transenna, cancelli lignei, ferrei sive viminei qui fenestris aut etiam mercibus appositi visui pervii sunt. Calepinus (1570) 1564, vgl. aus dem 15. jh. bei Dief. 94b getter fenestra reticulata; der schneider het sein schuch und den rock gern gehabt (die ins haus geholte waare), den wolt im der pfaff nit widergeben, sonder lag in ainem eisenen getter im haus (im gitterfenster) und spottet des schneiders. Zimmer. chr. 3, 563; zu dem mogte es (das fenster) mit einem ansehenlichen starken getter versorgt werden, das des orts (an dieser stelle) kain untrew zu befaren. 4, 246, was Henisch 1588 getter für gewalt nennt. 2@dd) auch sonst zum halben verschlusz von maueröffnungen. so bei kaufleuten zum schutze ausgelegter waaren, wie sie Calepinus vorhin mit beschreibt: si (betrügerische maurer) hetten den burgern und kawflewten die gewelber gemacht und gepauen das man die eysen getter mocht herausz ziechen, und geschach den leuten groszer schade mit diebstal. Augsb. chron. 1, 221 anm. 2 (vgl. h). die würt. bauordn. vom j. 1654 schreibt vor: da aber noch alte, aufgerichte luftlöcher auf die straszen und gassen gericht (wie kellerhälse) .. sonder nachtheil des innhabers .. nicht abgebrochen .. mögen werden, so soll der innhaber solche luftlöcher für einfallen .. der fürgehenden mit eisinen gättern versehen. s. 56. vor einem fensterlein am hauseingange, um nachzusehen wer klopft: wie er vernommen das klopfen oder anleuten, ist er an ain getter gangen, zu erlernen wer also zu unzeiten zum herrn doctor beger. Zimm. chron. 4, 176; vgl. im 15. jh. getter in pariete Dief. 94b. 2@ee) aber auch noch kleiner z. b. getter am turnierhelm: dise zwen .. lagen under den rossen, das in von den andern die getter an (d. i. an'n) turnirhelmen und sie allenthalben so hart getrett wurden, das sie sich des lebens nahen verwegen hetten. Wilw. v. Schaumb. 53. ähnlich ein gemaltes getter im gesichte, bei einer mummerei: dem ainen hat man ain vergults getter uf ain schwarz geferbts angesicht .. gemacht. Zimm. chron. 2, 431, 35. bair. fliegengätter z. b. vor speiseschränken. auch gätter als netzartiges gestrick ist in gätterhaube, als netzartiger besatz in gätterisch bezeugt, s. schon mhd. unter gatter II, 1; eingenäht z. b. in modekragen der männer um 1520: lange kragen .. mit schwarzen siden bendlen, zwifelstricken (vgl. u. gatter 4, d), getteren, mit herzen durchseget (durchsäet) .. Murners geuchm. 925 Sch.; s. auch das gadderken unter gätterlein. 2@ff) anderseits aber auch als kerkergitter oder vor käfigen: er ligt in einem gätter eingeschlossen, circumdati cancelli homini improbo. Maaler 155c; nun war der herzog dem lewen wol bekannt, das im der herzog getrawte und mit der hand zum getter hinein griff den lewen straichlen. Zimmer. chr. 4, 413; hat er die (der graf von Mansfeld vil narren und nerrin) in der durnitz in eim erker zusamen beschlossen .. darvor ein eisin getter gewesen. 2, 361. 2@gg) die erweiterung des begriffes über den der thür hinaus (sieh gatter II, 6) erscheint bei gätter besonders früh; s. z. b. das gerichtsgätter, clathri, cancelli, die canzellei, vom j. 1376 bei Schm. 2, 81; s. auch gätterschiff; auch das gätter in kirchen unter b ist mehr eine umhegung als nur thüre. auch von dem eingehegten raume selber, s. das gätter in der dürnitz, ein erhöhter, durch gitterwerk abgesonderter raum für die höheren hofdiener Schm.2 1, 957. 2@hh) bildlich ans getter setzen, an den rand in büchern: die (bücher) haben gmeinlich solche glossen ... die setzen sie dann an das getter ad marginem, das füllt die bletter. Fischart 1, 9 Kurz (nachtrab 221); und will sie (die belegstellen) an das getter auch nach dem jesuwidrischen brauch ad marginem hieraus fein setzen. 1, 17 (nachtr. 553). nach der letzten stelle ist es zugleich ein aussetzen, entnommen von dem getter der kaufleute unter d, wo waarenproben, gleichsam die belege und wegweiser für den inhalt des ladens, augenfällig ausgelegt wurden. 2@ii) die form ist ins neuere schriftdeutsch nicht aufgenommen worden; noch Henisch zwar nennt sie, nach Maaler gätter 1371, auch getter 1588, aber bei Stieler, Rädlein, Ludwig, Kirsch, Steinbach, Frisch ist es verschwunden, durch gitter vertreten, wie in den md. mundarten. die oberd. aber führens fort: schweiz. gätter n., schrankfenster, hölzernes oder eisernes gitter Stalder 1, 427, bair. z. b. fenstergätter, gätter in kirchen (gespr. gáder) Schmeller 2, 81, österr. gader n. Höfer 1, 276, kärnt. gátter n. Lexer 110. 33) eine dritte nebenform (s. 1, c) erscheint als fem., alem.: die gättere, reticuli e nervis Maaler 155c, Frisius 1156b (nach Varro), gestricktes gitter, s. 2, e. aber auch als gitter überhaupt: ein gelendergettere, clatratae fenestrae. Dasyp. 34d, also auch elsäss.; und schwäb.: die (landsknechte) beflissen sich, wann sie vermainten der domherr were in der gettere und es horte, für das haus zu steen (und seinen neubau uf die welschen manier zu verspotten). Zimmer. chron. 4, 140, 27, wenn sie ihn im gitterfenster anwesend vermuten. noch schweiz. z. b. hennegättere f., hühnergitter Fromm. 6, 120. Es musz eine weiterbildung des fem. gatter (s. d. 1, d) sein, das wol ahd. als gatara bestand, und müszte ahd. gátaria gewesen sein; war das i nicht auch verkleinernd wie in gättri?
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gättern.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gätter , getter , n. nebenform des vorigen, doch in der bedeutung nicht ganz überein. 1 1) form und bildung. 1@a a) mhd.…

  2. modern
    Dialekt
    Gätter

    Elsässisches Wb.

    Gätter [Katər Olti. bis Hf. ; Kætər Str. ] n. (m. Kerzf. Ndhsn. Bf. Dachstn. Pfm. ) 1. Gitter aus Latten, Eisenstäben od…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaetter

11 Bildungen · 9 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von gaetter 2 Komponenten

gaet+ter

gaetter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gaetter‑ als Erstglied (9 von 9)

gätteren

ElsWB

gaet·teren

gättere n [katərə Kerzf. ] 1. schnell laufen, fliegen, stricken. Dene n Strumpf hes t wider gegättert. †2. vergittern. ‘ein gegättert Fenste…

gätterhaube

DWB

gaetter·haube

gätterhaube , f. bundhaube, reticulum, s. Frisch 1, 323 c mit beschreibung, vgl. Adelung, der den oberd. umlaut entfernt; s. gätter 2, e zul…

gätterisch

DWB

gatte·risch

gätterisch , ebenso, doch verächtlich wie es scheint, von der form einer pelzverbrämung, in einem fl. bl. vom fürwitz der welt, das den klei…

Gätterle

ElsWB

gatt·erle

Gätterle [Katərlə Hüss. Osenb. Su. Ruf. Geberschw. Bisch. Ingersh. Rapp. Molsh. ] n. kleines Gitter.

gätterlein

DWB

gaetter·lein

gätterlein , n. kleines gatter oder gätter, gätterlin cancelluli Henisch 1371 ; eisern, hölzern gätterlein Rädlein 322 a ; bair. z. b. ein g…

gätterschiff

DWB

gaetter·schiff

gätterschiff , n. schiff mit gittergeländer, im alten Straszburg, s. Arnold pfingstm. 191. 23 , vgl. 25.

Ableitungen von gaetter (2 von 2)

gegätter

DWB

gegätter , n. verstärktes gätter ( s. d. ), groszes starkes gätter, oberrh., schon um 1500: und was ein groszer zulouf und getreng von dem v…

vergätteren

ElsWB

vergättere n [fərkatərə Hf. ] mit einem Gitter versehn. ‘vergetteren clatrare’ Dasyp. — Schweiz. 2, 499.