Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gabele F.
2 als Bauernwaffe
3 als Marterinstrument
4 sprichwörtl.
1 in der Landwirtschaft zum Heben und Wenden, ‘Heu-, Mistgabel’ do er [...] die gabeln dar in [ins Heu] sluͦc Albert 1518; nu giengen si zestunde / mit gabelen und mit rechen / und begunden nâher brechen / daz unkrût und den mist Greg 3727; unz da er einen gebourn vant. / der het ein gabeln in der hant / und suberte sin heu da StrKD 50,4; ovch ist denne des kelneres reht, was dv gabele leibet [dem Wirtschaftsverwalter gehört dann all das, was nach der Einfuhr der Ernte auf den Feldern übrigbleibt] UrkCorp (WMU) N816,10. – als Maß: dar vmbe sol min vrowe ime gen zvei vierteil roken vnd einen hvͤffen howes [...] eder dv bodemlege [den Boden bedeckende Lage] einre gabelen dief iegeliches hvͤffen UrkCorp (WMU) N818,36 2 als Bauernwaffe: ob er [der bûman ] [...] vîentscaft trage, / sô wer sich mit der gabelen Kchr 14813; dô kom des dorfes schar / mit vil manger fremden wer, / mit zuberstangen, spiez und gabel Neidh WL 32:7e,3 3 als Marterinstrument: so zugen si inen bitterliche die hut abe und wurfent si in einen siedenden kessel alzehant; darin stiessen si si mit fúrigen gablen Mechth 5: 14,11; HlReg 38,24; PassIII 123,49. 233,35 4 sprichwörtl.: trîp die natûr mit einer gabeln / von dir daz si beginne zabeln, / si loufet doch sân zuo dir hin wider, / swenne du die gabeln legest nider [Hor.ep. 1,10,24] Renner 4561 (vgl. TPMA 8,429)
MWB 2 39,33; Bearbeiter: Plate