Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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fusztapfe, m. 11) das zeichen des trittes von einem fusze beim gehn, laufen, springen und dgl., vestigium. also gleicher bedeutung mit fuszstapfe 1), und zwar steht das wort 1@aa) zunächst, wie dieses, von einem solchen zeichen das von einem menschen herrührt oder einem wesen, von dem in menschlicher weise geredet wird. aber fusztapfe ist nicht mit fuszstapfe ein und dasselbe wort, sondern, wie dieses aus fusz und stapfe (s.fuszstapfe), zusammengesetzt aus fusz und einem noch in der Wetterau erhaltenen nd. tappe m., fuszspur, das sich hochdeutsch zu tapfe bildete. das zusammengesetzte wort erscheint zuerst im 15. jahrh., in welchem Diefenbachs aus der sprache Thüringens schöpfendes wb. von 1470 sp. 156 »inpeda dicitur vestigium humanum, eyn fueʒ tappe« und sp. 204 »peda, ein fuesz tappe«, endlich im auslaute gekürzt sp. 283 »vestigium, ein fuesz tap« bietet. dieses fusztappe findet sich auch in des Würtembergers Steinhöwel übersetzung des decameron: darumb ich keiner rat dasz sy nach folge den fustappen dez von dem ich sagen mein, dann das gelücke nit alweg eins syns oder meinung geschickt ist. ausg. von Keller s. 452, 6. als femininum dagegen nimmt es Stieler sp. 2258 auf, der als masculinum sp. 2134 fuszstapf und fuszstapfen hat. die, was den letzten theil tappe anlangt, verhochdeutschte form fusztapfe tritt zunächst bei Luther auf: sihe auff den boden und merck, wes sind diese fustapffen. der könig sprach: ich sehe wol fustapffen menner und weiber und kinder. Bel zu Babel 18 und 19. das ist aber auch in der bibelübersetzung die einzige stelle, in der diese form sich findet, sonst steht überall fusstapffe, d. i. fuszstapfe. in wörterbüchern des 18. jh. kennt v. Graben teutsch-ital. handlex. (1731) 289 nur fusztapf, kein fuszstapf, und Matthiä fusztapffe, während doch Kirsch, dem er sonst nachtritt, nicht dieses, sondern fuszstapffe zu kennen scheint. in schriften dagegen begegnet die form vielfach, auch bei personificationen, also bildlich, und in diesem falle mitunter in die unter 2) gegebene bedeutung überschlagend und mit ihr sich mischend: wir, theuerster graf, sehen ihm (Cronegk) in den himmel nach, und folgen ihm auf der bahn, auf welche er so rühmlich fusztapfen eingedrückt hat. Gellert in J. A. Cramer Gellerts leben 108; überall sieht man deinen fusztapfen. aus dem nord. aufseher bei Lessing 6, 125; weil die wundergaben nicht mehr in ihrem vollen alltäglichen glanze herrschten, weil nur noch fusztapfen und spuren davon unter frommen christen übrig waren. Lessing 11, 521; den wandelnden grauen barden, der auf der weiten heide die fustapfen seiner väter sucht. Göthe Werther 1477 s. 152, eben so 1775 s. 152, aber werke 1828 16, 126 fuszstapfen, wogegen s. 287, in den briefen aus der Schweiz, eine reihe menschen zu sehen, deren einer in des andern tiefe fusztapfen tritt, wie auch werke 1808 11, 293, wo diese briefe zum erstenmal als anhang zum Werther gegeben wurden, zu lesen ist, während der erste druck in Schillers Horen 1796 8, 81 fuszstapfen hat. vgl. auch fusztapfe 2). ein einziger fusztapfen der geliebten ungetreuen in den sand gedrückt, welchen er bemerkte, beschäftigte seine aufmerksamkeit mehr als die goldnen äpfel an den bäumen. Musäus volksm. (1787) 2, 44; dessen fusztapfen aus der höhle des löwen rückwärts gingen. 3, 143; da fand ich ... einen fusztapfen im feuchten sande, der mir Zoens niedlichen fusz abzubilden schien. 158. so suchten die frommen liebenden unter Salems trümmern die fusztapfen Christus. Schubart (1787) 2, 306; das mittelmässige gemisch von anmerkungen in den epischen, lyrischen und dramatischen gedichten sind fusztapfen genug für einen, der aus ihnen eine landstrasze zu machen weisz. Herder z. sch. lit. 2, 298; die lyrische muse hat vor andern ihren schwestern den vorzug, dasz sie die gegenden, die sie durchwandelt, gleichsam zu einem classischen boden macht, und auch im dunkeln leuchtende fusztapfen zurückläszt. dessen Terps. 3, 12. wir haben einen freund in uns, der uns auf diese fusztapfen der um und mit uns wandelnden liebe immer aufmerksam macht. dessen z. rel. 9, 391; man wuszte, was man vom kritiker fodern durfte, und foderte nach so viel vorhergegangenen fusztapfen viel. z. sch. lit. 11, 184; dieser ... hatte sich nämlich tiefe fusztapfen im schnee des ritters und der fürstin, welche beide ungemein geizig waren, dadurch gebahnt, dasz er alle wirthe und welsche ... übersah und überlistete. Jean Paul Titan 4, 70, = hatte sich auf der Romreise durch sein wirthliches führen der casse grosze gunst bei dem ritter und der fürstin erworben. Schiller hat fusztapfe als femininum: dasz sie darum in seinem herzen sich wüszte? ... ihn anspräche in jeder fusztapfe der natur? 145a (in Gödekes ausg. 3, 10, 12) = Fiesko 1, 1; deine fusztapfe in wilden sandigten wüsten mir interessanter, als das münster in meiner heimat. 198a (435, 2) = kab. u. l. 3, 4; man zeigte ihnen die fusztapfen ihres zugs. histor. cal. 1791 s. 110 (dreiszigj. kr. 1). diese letzte stelle, in welcher der pl. steht, läszt freilich nicht erkennen, ob das wort als masc. oder fem. genommen ist, aber die beiden vorhergehenden stellen entscheiden hier für das letzte. dieselben redensarten, wie bei fuszstapfe, erscheinen auch bei fusztapfe. so in eines fusztapfen treten: nach des konigs Sigmundus tode in seine fuosztapfen treten sollten (kuonig werden). Schweinichen 1, 52; sie (die vorsicht) erhalte die würdigen lehrer dieser hohen schule, und gebe dasz ich in ihre fusztapfen trete. Gellert verm. schriften (1760) s. 206; genau in die fusztapfen der geschichte zu treten, und weder zur rechten noch zur linken auszuweichen. Lessing 7, 141 (hamburg. dramat. 1, 249). eben so auf oder in jemandes fusztapfen wandeln: treu auf Lessings fusztapfen wandelnd. Schlichtegroll in Gotters ged. 3, xliii. eines fusztapfen nachfolgen: die wahre fusztapfen Jesu Christi, denen wir nachfolgen sollen, die heiszen lieben und leiden. Otho 555. auch begegnet die redensart in der vorhin angeführten stelle Steinhöwels, in der die form fusztappe fest gehalten ist. gleicherweise aber, wie hier nachfolgen, läszt sich natürlich auch das einfache folgen setzen. eines fusztapfen verlassen, eigentlich wie bildlich s. v. a. einen andern weg gehn, als der ist, den der durch den gen. bezeichnete gieng: verlässest du die ausgetretenen fusztapfen deiner vorgänger nicht: so bleibst du ein nachwandler, ein nemo. Herder Terps. 3, 41. in derselben weise aber, wie diese redensarten mit denen bei fuszstapfe stimmend sich finden, kommt auch in dem fusztapfen, meist aber im fusztapfen, ganz gleich in dem oder im fuszstapfen (s. oben sp. 1046) vor: persönlich und im fusztapffen appellieren. Frankfurter ref. I, 42 §. 3; im fusztapffen mündtlich geschehe. §. 5; die zwo widerparthey sollen dem schultheissen im fusztapffen aufflegen ein jeder ein marcell. Fronsberger kriegsb. 1, ija. 1@bb) dann aber auch von einem solchen zeichen von dem fusze eines thieres: hört! itzo verfolgen die bellenden hunde mit fliegendem sprunge das schüchterne wild ... es zeigt sich im schnee der fusztapfen bild. Mylius verm. schr. 382. 22) was spur, womit das wort auch in der folgenden stelle zusammengestellt ist, doch bezeichnet fusztapfe genauer: einer setzte den fusz in die spur des andern, so dasz niemand scheinet einen fusztapfen gelassen zu haben, welcher dessen eigener heiszen konnte. Winckelmann 3, 74, vgl. noch fusztapfe und spur neben einander in der vorhin angeführten stelle Lessing 11, 521. eben so wol steht fusztapfe auch in dem weitesten sinne von spur, wie fuszstapfe 2). vgl. vorhin 1). 33) ein schritt, wie fuszstapfe 3). warlich, ich (Witzel spricht) werd dannoch müd von disser reys, doch soll mich der gang nit verdriessen, es werden mir meine schwere fustapffen wol vergolten werden, hie zeitlich und dort ewiglich. Alberus wider Witzeln K 6a; und solt zu Leiptzig umb die kirch zu s. Tomas uff den karfreitag gen und solt zu allen fustapfen ein ave Maria beten. M 6a,
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschfusztapfem.
Grimm (DWB, 1854–1961)
fusztapfe , m. 1 1) das zeichen des trittes von einem fusze beim gehn, laufen, springen und dgl., vestigium. also gleich…
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fusztapfe‑ als Erstglied (1 von 1)
fusztapfete
DWB
fusztapfete , f. 1 1) ein fuszteppich. bildlich vom grünen blumigen waldboden: und die grüne fusztapete wiegt mich ein auf seidnem moos. Her…