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²Fuᵉre

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

²Fuᵉre f.

Bd. 2, Sp. 963
²Fuᵉre f. [verbr.] 1.1. Furche, (mit dem Pflug hervorgebrachte) linienmäßige Vertiefung im Boden. — Spez.: Abstand zwischen den Kartoffelpflanzen (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh); Rille, in die Erbsen gelegt werden (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Feïf Fūären bräit baugen (pflügen) (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Af). Fuon schöüfeln (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). En Buer mott ne lieke Fuer trecken (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@HambürenHb). Den Ploog in de Foore setten die Furchenbreite bestimmen (WMWB). De hät bim Ploigen ne scheuwe Fuar tuagen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo). Op halwe Fohr pläugen in halber Tiefe pflügen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@PlettenbergPl). Ümgraben mit dubbelde Fur tief umgraben (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@ReckeRe). — Phras. Vbdg.: Piärd inne Fuur (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@KattenvenneKv) Pferd, das rechts vor dem Wagen und in (nicht: neben) der Furche geht; verkürzt: Innefur (Kr. HalleHal Kr. Halle@EggebergEb) dass. [verstr. bes. nördl. OWestf Münsterl]: He cheit inne Fuhr er (das Pferd) geht rechts (Münsterl KAUMW). Dat Piard uppe Fuor (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EllerbuschEb) Pferd, das links vor dem Wagen und neben (nicht: in) der Furche geht; verkürzt zu Ubbe Fuar (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@TheesenTh) dass. [nördl. OWestf Kr. MünsterMün Lhs]. — Ra.: Fäld un Fohre (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). Hai ploeiget krumme Fuoern er will sein Ziel auf unehrliche Weise erreichen (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Luike Foa ploegen aufrichtig und offen sein (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BischofshagenBi || mehrf.): Mit den Minsken es kaine loike Fōer tēo plōen mit ihm kann man nicht gut auskommen, sich nicht einigen (Kr. HöxterHöx Kb || mehrf.). He höllt Föern äss Husbalkens sagt man, wenn jmd. zu breite Furchen zieht (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@EggerodeEg). He bliff in de Foore er bleibt in der Reihe, er verhält sich nicht auffällig (WMWB). Doi Fuar es sau schoiwe, dat doi Hase sik drin dautlöppet die Furche ist sehr schief gezogen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Ick kuome nich to Fuar ich komme damit nicht zurecht (Kr. HalleHal Kr. Halle@HörsteHö). — Sprichw.: Ne Fuore äs ne Dïele gïet en Halm äs ne Schmïele (dünner, hochgewachsener Grashalm; Unkraut am Feldrand) (Kr. SoestSos SCHMB || mehrf.). Woai grade Fuahrn baugen (pflügen) well, draff sik nitt ümkeyken (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HemmerdeHm). ’n Bur kaas ’t noit rächt maken: Schitts em in de Fohre, is ’t em nicht genugg; schitts em in de Mule, is ’t em tevölle (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr || mehrf.). In krummen Fuoren wässt mähr ä in stracken auf unehrliche Weise läßt sich mitunter mehr verdienen (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.); entschuldigt sich ein Pflüger, der keine gerade Furche ziehen konnte (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@LavesumLa). — 1.2. ausgefahrene Wagenspur [verstr.]. — 1.3. Graben auf der Heuwiese (Frbg.) [verstr.]. — 1.4. Furchen Hautfalte, Runzel (Kr. BürenBür Kr. Büren@GrundsteinheimGr). — 2.1. Ackerrain, unbebauter (mit Gras bewachsener) schmaler Grenzstreifen zwischen zwei Äckern, Grundstücken, der auch als Weg dienen kann [HPaderb Kr. BrilonBri Wal, sonst verstr. SWestf]. In de Fōär! ruft der Schäfer seinen Hund, damit dieser längs der Grundstücksgrenze läuft (Kr. ArnsbergArn Lh). Hei (der Schäfer) harr ouck immer en gurren Rüen, dei op Kommando dei Schope wiär bi deï Fur dreif (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@BremkeBk). — Ra.: De sind nich in de For wassen das ist nicht unappetitlich, minderwertig (sagt man z.B. zu Kindern, die keine Brotkrusten essen wollen) (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt || mehrf. bes. Kr. SteinfurtStf Tek). — 2.2.1. Abhang, böschung (zwischen zwei Äckern), der/die sich durch stetes Abwärtspflügen gebildet hat [Kr. IserlohnIsl Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt KSauerl]. — 2.2.2. Hügel, kleiner Berg (Frbg.) (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@MeinerzhagenMh). — 2.3. Pflugwende, Ackerstelle, an der der Pflug gewendet wird [verstr.]. — 2.4.1. (schmaler) Weg zwischen zwei Gartenbeeten, Rabatten; Weg im Garten [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Mark Sos]. — 2.4.2. glatter Rand eines Gartenstückes, Beetes [Ennepe-Ruhr-KreisEnr Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Sos]. Fohren kloppen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@PlettenbergPl). Et Fiarken rampet (wühlt) an der Fuar (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@KierspeKi). ⟨Stammvokal (nach lautschriftlichen Belegen): ›ōª‹ [Kr. MünsterMün die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Kr. HöxterHöx Kr. BürenBür Mark Kr. SoestSos Kr. ArnsbergArn Kr. MeschedeMes Olp], ›oª‹ [Ravensbg Kr. WiedenbrückWie Kr. LippstadtLst KSauerl], ō [WMünsterl Alt],  [die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Alt], ū [Kr. TecklenburgTek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Höx], ǟ (wohl ›eª‹) (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh). — Mit -e [Kr. MindenMin WMünsterl Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Hellweg Kr. BürenBür Kr. WarburgWbg Kr. OlpeOlp Kr. BrilonBri Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Wbg], ohne -e [verbr.]⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,911: Furche; NDSWB 4,795: Fōre¹, Fore, Fōr. Zus.: → Akker~, Āne~, Bū~, Deile~, Drē¹sk~, Dweªrs~, Egge~, Ende~, Felge~, Flo¹de~, Flo²te~, Gārden~, Gnē²se~, Gnē²t~, Grad~, Gras~, Grents~, Gro¹n~, Hakke~, Heªrwest~, Hunger~, Kwiᵉken~, Māde~, Middel~, Nē²s~, Ōrd~, Pad~, Plō¹g~, Rāde~, Rügge~, Schand~, Schēd~, Scheide~, Scheidel~, Schrippel~, Snad~, Striᵉke~, Strīk~, Wāgen~, Wāter~, Wende~, Wrāse~.
4113 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    füre

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    füre ! weidmännischer zuruf an den leithund, vorwärts fort und nicht zur seite zu suchen. auch nu füre! Heppe wohlred. j…

  2. modern
    Dialekt
    ²Fuᵉref.

    Westfälisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ²Fuᵉre f. [verbr.] 1.1. Furche, (mit dem Pflug hervorgebrachte) linienmäßige Vertiefung im Boden. — Spez.: Abstand zwisc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fuere

40 Bildungen · 39 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von fuere

fu + -er + -e

fuere leitet sich vom Lemma fu ab mit Suffixen -er und -e.

fuere‑ als Erstglied (30 von 39)

²Fuᵉreende

WWB

fuere·ende

²Fuᵉre-ende n. [Enr, sonst verstr. (bes. Gel Alt)] Furend ( Enr Hr ) Ackerstelle, an der der Pflug gewendet wird.

²Fuᵉregang

WWB

fuere·gang

²Fuᵉre-gang m. [verstr. Bch Dor] Fōan’ngang ( Dor Wl ) alljährlicher Zug um die Gemeindegrenze zur Feststellung ihres genauen Verlaufs.

füre gehn

ElsWB

füre ge hn vor, voraus, nach vorne gehn Co. s. auch für h i. — Schweiz. 2, 30.

²Fuᵉreh²wed

WWB

²Fuᵉre-ho²wed n. [verstr. Gel Dor Enr] Ackerstelle, an der der Pflug gewendet wird. ⟨ Nur entstellte Formen wie Fūehöbbeltse ( Enr Ad ) oder…

²Fuᵉrehüpper

WWB

fuere·huepper

²Fuᵉre-hüpper m. [Mark] 1. als Irrlicht umgehende Seele einer Person, die einen Grenzstein verrückt hat. — 2. Landmesser (scherzhaft) ( Dor …

²Fuᵉrehukke

WWB

²Fuᵉre-hukke f. Fuoarhucke unsaubere Frau (Schimpfw.) ( Alt Lü).

füreilen

DWB

fuere·ilen

füreilen , s. voreilen. ahd., erst um 1000, fure îlen. 1 1) vorauseilen, in der geschwindigkeit überbieten, in ihr übertreffen. ahd. mit acc…

füreinander

DWB

fuer·einander

füreinander , adv. eins vor das andere, in ordnung. so in bair. fürainander bringen, fürainander kommen u. s. w. Schmeller 1, 554 . aber die…

füreinandersein

DWB

fuereinander·sein

füreinandersein , n. ein sein oder leben für einander, d. h. des einen für das andere: vom element, vom kleinesten atom erhebt sich dies ges…

²Fuᵉrelīne

WWB

fuere·line

²Fuᵉre-līne f. Foorliene Gartenleine, Leine zum Pflanzen in geraden Reihen (WMWB).

Fǖremmer

WWB

fuer·emmer

Fǖr-emmer m. [verstr.] (lederner) Eimer, der dem Herbeischaffen von Löschwasser dient.

für enander

ElsWB

fueren·ander

für enander , für nand 1. für einander, zusammen. Die zwe n sin jetz f. [fər M. ] e. halten zusammen Obhergh. 2. für [fér M. ] enander ane g…

fürendig

DWB

fuer·endig

fürendig , adv. gar sehr, auf dem Schwarzwald, s. Schmid 165 . eigentlich, da dort eben so wol fürendlich gesagt wird, welches mit endlich, …

fürenthalten

DWB

fuer·enthalten

fürenthalten , heute schriftdeutsch vorenthalten ( s. d. ), von dem es in dem begriffe nicht unterschieden ist. vgl. Heynatz antibarb. 1, 43…

fürerkantnus

DWB

fürerkantnis , fürerkantnus , f. und n. 1 1) das vorherwissen. prescientia, furerkantnus, erkantnus die von ewikeyt furgeet, furwyssenheyt. …

fürers

DWB

fuer·ers

fürers , adv. weiter, ferner. also was fürer ( s. d. ), dem hier noch zu mehr adverbialischem aussehen das häufig bei adverbien vorkommende,…

fürerst

DWB

fuer·erst

fürerst , adv. 1 1) vor allem andern, allem zuvor, vor allen dingen zuerst, primum. eine bildung, die erst im 18. jahrhundert erscheint; doc…

füresc

LDWB1

füresc [fǖ·resc] m.inv. (Polypodiopsida) ‹bot› Farn m. ◆ füresc duc/füresc da punc (Polypodium vulgare) ‹bot› Gemeiner Tüpfelfarn m .

füressen

DWB

fuer·essen

füressen , n. in der bürgerlichen küchensprache Baierns eine vorspeise nach der suppe. es ist dies nemlich ein nach dieser und vor dem rindf…

füre steh(n)

ElsWB

füre ste h (n) [fìrə té Obhergh. ; férə tén K. Z. ] 1. hervorragen. Dë r Balke n ste h t ganz underm Dach füre Obhergh. 2. sich nach vorne…

fuere als Zweitglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „fuere". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fuere/wwb?formid=F05360
MLA
Cotta, Marcel. „fuere". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fuere/wwb?formid=F05360. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „fuere". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fuere/wwb?formid=F05360.
BibTeX
@misc{lautwandel_fuere_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„fuere"},
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