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frönen

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

frönen

frönen

Fron, Frone f. ‘unentgeltliche Arbeit leibeigener und höriger Bauern für den Grund- oder Gutsherrn im Feudalismus’, in neuerer Zeit (19. Jh.) übertragen ‘unliebsame, erzwungene, harte, mühsame Arbeit, Plackerei’. Mhd. vrōn(e) ‘Gewaltherrschaft, Herrendienst, Zwingburg, Gefängnis’, neben der ursprünglichen Bedeutung ‘Herrschaft, Herrschaftlichkeit, Herrlichkeit, Heiligkeit’, ist eine Substantivierung des Adjektivs mhd. vrōn ‘was den (geistlichen oder weltlichen) Herrn betrifft, ihm gehört, heilig (von Gott, Christus), herrschaftlich, öffentlich’, ahd. frōno (indeklinabel und nachgestellt) ‘dem Herrn (Gott, Christus) gehörig, heilig, herrlich’ (vgl. krūzi frōno ‘heiliges Kreuz’), dann ‘öffentlich, dem Staate gehörig’ (9. Jh.). Dies ist eigentlich ein erstarrter Genitiv Plur. (‘der Götter’) von ahd. frō ‘Herr’ (9. Jh.), Anrede für heidnische Götter, dann für den christlichen Gott (später von Herr, s. d., verdrängt); dazu ahd. frouwa f. (s. Frau). Der n-Stamm germ. *frawan- in ahd. frō, asächs. frō in der Anrede, sonst frāho, frōho, aengl. frēa ‘Herrscher, Herr, König, Gott, Christus, Ehemann’ und der jan-Stamm germ. *fraujan- in asächs. frōio, aengl. frīgea, got. frauja ‘Herr’ lassen sich vergleichen mit aind. pravaṇáḥ ‘vorwärts geneigt, abschüssig’, pravaṇá- ‘Abhang, Halde’, griech. prēnḗs (πρηνής), prānḗs (πρανής) ‘vorwärts geneigt, kopfüber, abschüssig, steil’ und führen als Ableitung mit ie. -u̯o- auf ie. *prō̌ ‘vorwärts, vorn, voran’, wozu auch griech. prṓra (πρῷρα) ‘Schiffsvorderteil’, aslaw. pravъ, russ. právyj (правый) ‘recht, gerecht, richtig’, eigentlich ‘geradeaus’, gehören. Mit gleichem Suffix, aber von anderer Ablautstufe sind gebildet aind. pū́rvaḥ ‘der vordere, erste’, aslaw. prьvъ, russ. pérvyj (первый) ‘der erste’. Alle Formen führen auf ein vornehmlich Präpositionen und Adverbien bildendes ie. *per ‘das Hinausführen über’ (s. für, vor, ver-, auch fern, fremd, fromm). – Der religiös-christliche Gebrauch des Adjektivs ist erhalten in Fronleichnam m., der Bezeichnung für das seit 1246 gefeierte Kirchenfest am 2. Donnerstag nach Pfingsten, eigentlich ‘der Leib des Herrn, der Leib Jesu Christi’, mhd. vrōnlīcham, vrōnlīchname, nach mhd. der vrōne līcham (s. Leichnam). Zahlreichersind Komposita zur weltlichen Bedeutung des Adjektivs ‘den Herrn betreffend, ihm gehörend, herrschaftlich’, vgl. ahd. frōnohof ‘Herrenhof, Staatskasse’ (10. Jh.), mhd. vrōn(e)hof, auch ‘Kirchhof’; mhd. vrōn(e)bote ‘Amts-, Gerichtsbote, Büttel’; spätmhd. vrōnwalt ‘herrschaftlicher Wald’. Frondienst m. ‘erzwungene Dienstleistung für den Grundherrn’, mhd. vrōndienest. – fronen Vb. ‘Frondienste, harte Arbeit leisten’, ahd. frōnen ‘(für den Herrn) in Beschlag nehmen’ (10. Jh.), mhd. vrōnen, vrœnen ‘als Abgabe überreichen, (für den Herrn) in Beschlag nehmen, pfänden, dienen, Frondienst leisten, zum Herrn erhöhen, heiligen, verherrlichen, schmücken’; daneben die umlautende Variante frönen Vb. (einem Laster, einer Leidenschaft) ‘sich rückhaltlos hingeben’, eigentlich ‘einem Laster, einer Leidenschaft wie einem Herrn dienen’ (1. Hälfte 18. Jh.).
3075 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    frönen

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    Fron, Frone f. ‘unentgeltliche Arbeit leibeigener und höriger Bauern für den Grund- oder Gutsherrn im Feudalismus’, in n…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    frönen

    Goethe-Wörterbuch

    frönen -öh- a ‘jdm f.’: einem Grundherrn Frondienst leisten; einem Mächtigen dienstbar sein [ Faust: ] Wie das Geklirr d…

  3. modern
    Dialekt
    frönen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    frönen Fronarbeit leisten, dienen, schuften: Dat güng em arger, aß ehn Buhr, He müst noch stärker frönen Babst 1, 62; fr…

  4. Spezial
    frönen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    frö|nen vb.intr. se dediché (a valch), se dé (a valch). ▬ dem Laster frönen se dé al viz; ester pié dal viz.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit froenen

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von froenen 2 Komponenten

fro+enen

froenen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von froenen (1 von 1)

erfrönen

GWB

erfrönen refl iSv sich etw erdienen, durch bes Anstrengungen erlangen [ Sternberg: ] Wenn, statt zu strafen, ich bekehre, | Wenn, statt zu s…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „froenen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/froenen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „froenen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/froenen/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „froenen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/froenen/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_froenen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„froenen"},
  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-10},
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