Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Friedhof m.
Friedhof m.
Friedhof m. ‘Beisetzungsort für Verstorbene’, ahd. frīthof ‘Vorhof, Vorplatz, Vorraum einer Kirche, Begräbnisstätte’ (9. Jh.), mhd. vrīthof ‘Vorhof eines Tempels, eingefriedeter Raum um eine Kirche, Kirchhof’, asächs. frīdhof, mnl. nl. vrijthof. Dem ersten Kompositionsglied liegt ein Verb ahd. frīten ‘hegen, schonen’ (um 1000), got. freidjan ‘schonen’ zugrunde, das sich zu der unter frei (s. d.) behandelten Wortgruppe stellt. Die Ausgangsbedeutung ist ‘eingefriedeter, geschützter Platz, Immunitätsbezirk’. Da der geweihte Platz um eine Kirche meist als Begräbnisstätte dient, wird das Wort schließlich auf diese Bedeutung beschränkt (s. auch Kirchhof) und später als Ort der Ruhe und des Friedens im Sprecherbewußtsein mit verwandtem Friede verbunden; diese Umdeutung wird für die Lautform bestimmend und verhindert in der Literatursprache den Weiterbestand der folgerichtig diphthongierten Form Freithof, die im 16. Jh. nachweisbar und in südd. und westmd. Mundarten noch heute gängig ist.