FREISLICH adj. ahd. freislîh,
mhd. vreislich.
mnd. vrēislik;
mnl. vrēselijc,
nnl. vreeselijk;
afrs. frāslik, frēslik.
abl. von freise f. auch in den formen freischlich, frais(ch)lich
und jünger selten frieslich. 1
gefahr‐, verderbenbringend; dadurch furchterregend; nachmhd. selten: 9.jh.
pernitiosa freislihhiu
ahd. gl. 4,320,45 S./S. ⟨1135/45⟩ wir mainen alle die wenichait, sorge, not unde aribait/ unt tes viantes ahtisal, dei uns brahte Adames val./ dar zuo sin wir geborn, so freislich was ter gotes zorn
paternoster 18,6 M. ⟨1271/86⟩ Idra heizet ein freislich wurm,/ gegen dem tet er ouch strîtes sturm:/ daz houbt er von dem wurme sluoc,/ dar nâch er driu hin wider truoc Ulrich v. Etzenbach
Alexander 9941 LV. ⟨M14.jh.⟩ da quam eme ein grois ritter intgain riden, und da reit ein konink mit eme, der was so vreislichen gestalt
seelentrost 2,293 P. 1433/40 do dy vinde dys vrisliche schissen sogen, sy lissen von dem sturme und czogen von dan
script. rer. pruss. 3,568. 1535 das selbig thier das ist so frießlich, was im begegnet, das erschlecht es mit dem horn
volks- u. schwankb. 2,111 DLE. 1741 freislich,
adj. periculosus; timendus; terribilis Frisch
wb. 1,290. 1792 fraischlich,
grausend, schrecklich Klein
provinzialwb. 1,122. ⟨1819⟩ was hat so freißlich scharfen ort?/ das hat das wort, das feste wort Arndt
5,73 R./M. –
selten auch kühn, tapfer, verwegen: (2.h13.jh.)hs.u1430 das er ein den kúnsten ritter zu gesellen hatt der hůt von synem bette offgestunt und der ein freischlich hercz in synem libe hatt
Lancelot 1,108 DTM. ⟨A14.jh.⟩ daz sich der mensch frúmcleich fraisleich und keckleich secze gegen drein seinen veinten mönch v. Heilsbronn
fronleichnam 22 M. ⟨u1480⟩ des kaisers nefe kam auch fraislich her gehurtt Füetrer
Lanzelot 351 LV. 2
in der verbindung freisliche obrigkeit
das recht besitzend, gerichtsbarkeit(en) auszuüben; zuerst im wörterbuch: 1691 die freißliche obrigkeit, magistratus merum imperium seu criminalem habens jurisdictionem Stieler
stammbaum 589. 1741 fraißliche obrigkeit,
dominus territorii, qui habet jus superioritatis Frisch
wb. 1,288c. ⟨1759⟩ eine gerichtsbarkeit über peinliche sachen zu erkennen. sie wird auch die hohe fraisliche obrigkeit genennt Heumann
catechismus (Frankf./Leipz.1760)224. 1829 diese strafgerichtsbarkeit ist in den ältern gesetzen und urkunden mit verschiedenen namen belegt: ungericht, halsgericht, blutbann, cent, centbarkeit, frays, fraysliche obrigkeit Puchta
dienst 1,70.Casemir