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¹Fō¹der

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
10 in 7 Wb.
Sprachstufen
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17
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8

Eintrag · Westfälisches Wb.

¹Fō¹der n.

Bd. 2, Sp. 800
¹Fō¹der n. [allg.] 1. Futter, Nahrung (bes. für Haustiere). En Fauer gïem’m füttern (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Dä Schwuine aost met den Feoar harümme (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@AsendorfAd). Es ett Foer upp was, gong de Koh kapott (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@OndrupOn). Se willt Futter hebben (Kr. MindenMin Kr. Minden@VennebeckVe). Se müeget dat Fōr (Kr. SteinfurtStf Rh). Brood was Foor, wat de Peerde gäärne mochen (WMWB). — Ra.: De is gudd in Foor er/sie ist gut genährt, sieht gut aus (WMWB || mehrf.); dat Dier äs schlecht im Fo das Tier ist sehr mager, sieht schlecht aus (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@SuderwickRs || mehrf.). Däi mag sin Foer wall er hat guten Appetit (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa || mehrf.). Ziege is daute, und Fohr is uppe sagt man, wenn man etwas wohl oder übel hinnehmen muß, sich den Ärger aber nicht anmerken lassen will (Kr. HalleHal Kr. Halle@LoxtenLo). Gudd, datte Giul starf; ’t Feoer was olle dass. (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). Dröüch Fauer Schläge, Prügel (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl || mehrf. die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch Dor). Dat is ’n Foer fö mi das kommt mir sehr gelegen, das kann ich gut ausnutzen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). Hei häff sin Fohr wägg er hat seine Strafe bekommen (Kr. HalleHal Kr. Halle@LoxtenLo || ähnl. mehrf.); et hett suin Feor weg auch: sie wurde schwanger (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Se krich eär Fauer sie wird ihre gerechte Strafe bekommen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Sprichw.: Guet Fauer giet gurre Buetter (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs). En gutt Peard is sein Fäoer wärt (Kr. BürenBür Kr. Büren@SalzkottenSk || mehrf.). Gurrer Putz es dat halwe Fauer gepflegtes Vieh gedeiht gut (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Et fluiget kain Viuelken säo häoge, et matt op ter Eere sejn Fauer saiken sagt man, wenn jmd. hochtrabende Pläne hat (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Friäwele Kinner stiäket de Hawer, man mott ne en Fauer afftrecken übermütigen Kindern muß man weniger zu essen geben (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr || mehrf.). — Sagw.: Dat wiwwe niu wall wierkrüijen, hall jenne Frub- ben säggt, os se der Kęuh Bottern upp dat Fewwer straik (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd = NDJB 35,60). — Bauernregeln: Lechmess dump, kamme et Fauer schmïeten in diän Kump; Lechmess hell un kloor, maut me et Fauer hollen te roor (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@ImmeckeIm). Spirlt im Februar de Mucken, mot de Buer no’t Futter kucken (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr). — Rätsel (Wortspiel mit → ²Fō¹der): Worümme kann en Peard kain Schneider wäern? Antwort: Weil dat et dat Futter upfreaten doit (Kr. BürenBür Kr. Büren@SalzkottenSk || (ähnl.) mehrf.). — 2. Häcksel; kleingehacktes Grünfutter, Heu oder Stroh, das als Viehfutter verwendet wird [OWestf SWestf]. Fōr trecken nach der Ernte die auf dem Feld liegengebliebenen Halme mit einer sehr breiten Harke zusammenharken (Kr. AhausAhs We). Foer schlïepen dass. (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WehrWr). Fouder schneīden (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh). Kumm, hälp mol en winnig Fader schnieden (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@HesbornHe). ⟨Fragebogenbelege sind im folgenden nicht berücksichtigt: ›Fō¹(e)r‹ [verbr. bes. OWestf SWestf], ›Fō²(e)r‹ [Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Isl], Fō(e)r [Kr. MindenMin Kr. LübbeckeLüb Münsterl Kr. HerfordHfd Kr. HalleHal Bch], Fūer [westl. Münsterl], ›Fō¹der‹ [Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Wol, verstr. Kr. SteinfurtStf Kr. BrilonBri Olp], Fewwer [Lippe], Fēer [Det], Futter [verstr.]⟩ Zus.: → Ānd~, Dro²ge~, Dūwen~, Fāsel~, Fē~, Fisk~, Gō²se~, Gro¹n~, Gūle~, Harke~, Hō¹ner~, Iᵉsels~, Knal~, Kō¹~, Köddekens~, Nacht~, Pīlen~, Piᵉrde~, Riᵉsen~, Rū~, Ssiᵉgen~, Toªge~, Trekke~, Winter~.
2919 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    foderAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    foder , Adj. Vw.: s. vordere (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Foder

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Foder , des -s, plur. inus. auf den Blechhämmern, eine mittlere Art des Bleches, welches schwächer als Kreuzblech un…

  3. modern
    Dialekt
    foder

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    foder , voder s. vorder .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit foder

84 Bildungen · 83 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von foder

fodern + -er

foder leitet sich vom Lemma fodern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

foder‑ als Erstglied (30 von 83)

foderare

KöblerAhd

foder·are

foderare , V. nhd. füttern, Futter liefern ne. feed (V.), give food Q.: Urk (1033) E.: s. germ. *fōþra-, *fōþram, *fōdra-, *fōdram, st. N. (…

foderarius

KöblerAhd

foder·arius

foderarius , M. nhd. Futtereintreiber, Abgabeneinnehmer ne. food-collector Q.: Urk (1067-1109) E.: s. foderare

Fō¹derbank

WWB

foder·bank

Fō¹der-bank f. bankartiges Gestell zum Schneiden, Zerkleinern von Futter (WMWB).

Fō¹derbritse

WWB

Fō¹der-britse f. Fouderbritzke senkrechte, etwa armdicke Hölzer zwischen Kuhstall und Tenne (Frbg.) ( Wal Kü).

Fō¹derbüᵉden

WWB

Fō¹der-büᵉden Foohbühe großes, wannenartiges Gefäß für Futter ( Enr Sp).

Fō¹derbüᵉne

WWB

foder·bueene

Fō¹der-büᵉne f. m. [verstr.] Fēerbüen ( Det Ko ) (über den Ställen gelegener Dach-)Raum, in dem (Häcksel geschnitten und) Viehfutter aufbewa…

Fō¹derdeªle

WWB

Fō¹der-deªle f. Fęuerdiälle „Futtertenne“ ( Unn Hi).

Fō¹derdüppen

WWB

foder·dueppen

Fō¹der-düppen [Tek] Foerdüppe ( Tek Hv ) Gefäß, mit dem Schweinefutter in den Futtereimer gefüllt wird.

Fō¹derekke

WWB

Fō¹der-ekke Fauereck m. Raum, in dem Häcksel, Viehfutter aufbewahrt wird ( Alt Am).

Fō¹deremmer

WWB

foder·emmer

Fō¹der-emmer m. [verstr.] Fūremmer ( Bor Kr ) Eimer, in dem dem Vieh das Futter gereicht wird.

foderen

LothWB

fodere n [fódərə n Bo. Falk. Sgd. Lix. u. s.] tr. v. 1. fordern, einfordern, verlangen: du hasch nix se f. — henneb. fodern From. 7, 264; Gr…

Fō¹derfat

WWB

foder·fat

Fō¹der-fat n. [verstr. nördl. OWestf] Fōefatt ( Min Ha ) wannenartiges Gefäß für Futter.

Fō¹dergang

WWB

foder·gang

Fō¹der-gang m. Gang, von dem aus das Futter in die Futterraufe gelegt wird ( Dor Wl).

Fō¹dergeªrste

WWB

Fō¹der-geªrste f. Foorgaste „Gerste als Grünfutter“ (WMWB).

Fodergebühr

Campe

foder·gebuehr

Die Fodergebühr , Mz. die — en , dasjenige Geld, welches der Gerichtsdiener für die Foderung einer Person vor Gericht empfängt.

Fō¹dergeld

WWB

foder·geld

Fō¹der-geld n. [verstr.] Geld für das Futter (beim Verkauf von Vieh). Ook, wann ’n Stück Veh ümhannelt wäode, dann stunn de Magd Fuurgeld, m…

Fō¹dergidder

WWB

Fō¹der-gidder n. [verstr.] Fauergitter ( Höx Wü ) senkrechte, etwa armdicke Hölzer zwischen Kuhstall und Tenne (Frbg.).

Fō¹derhäld

WWB

Fō¹der-häld n. Fauerhält Gefäß zum Aufbewahren des (gekochten) Futters ( Mes Ot).

Fō¹derharke

WWB

foder·harke

Fō¹der-harke f. Feoaharken große Harke für liegengebliebene Getreidehalme auf dem Stoppelfeld ( Hfd St).

Fō¹derharksel

WWB

Fō¹der-harksel n. Nachgeharktes, zusammengeharkte Halme auf dem Stoppelfeld (WMWB).

Fō¹derhō¹k

WWB

foder·hok

Fō¹der-hō¹k m. Foorhook Lagerfläche auf der Tenne für Viehfutter (WMWB).

Fō¹derkāmere

WWB

foder·kamere

Fō¹der-kāmere f. [verstr.] (über den Ställen gelegener Dach-)Raum, in dem das Viehfutter zubereitet (und aufbewahrt) wird.

Ableitungen von foder (1 von 1)

Erfoderlich

Campe

Erfoderlich , adj. u. adv. was zu einer Sache erfodert, als nothwendig erkannt wird. Die dazu erfoderlichen Kosten belaufen sich hoch. Den e…