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flechte

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
18 in 17 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Flechte

Bd. 6, Sp. 668
Flechte (Herpes), früher und im Volksmund noch jetzt gebräuchliche Bezeichnung jedes chronischen »Ausschlags«. Neuerdings sind zahlreiche, früher als F. bezeichnete Ausschlagsformen in das Gebiet des Ekzems (s. d.) verwiesen worden. Nur für die Schuppenflechte (Psoriasis) und für die Blasen- oder Bläschenflechte (Herpes) hat man den Namen F. beibehalten. Bei letzterer Form treten mehrere gruppenweise auf geröteter, entzündeter Haut beisammenstehende, hirsekorn- bis linsengroße Bläschen, die ursprünglich mit klarer Flüssigkeit gefüllt sind, an dieser oder jener Stelle des Körpers rasch auf und verschwinden wieder nach Verlauf einiger Tage oder höchstens Wochen, nachdem der Inhalt sich erst trübte, dann eintrocknete und eine Borke gebildet hatte, die zuletzt ohne Narbenbildung abfällt. Man unterscheidet folgende Formen der Bläschenflechte: 1) Der Herpes labialis s. facialis erscheint meist ohne bekannte Veranlassung am Munde, an der Nase, am Ohr, an den Augenlidern etc., auch auf der Mund- und Rachenschleimhaut, zumal bei fieberhaften Krankheiten. 2) Der Herpes progenitalis, an der Vorhaut des männlichen Gliedes, bei Frauen gewöhnlich an den großen Schamlippen, ist ebenfalls ein ganz unschuldiges Übel, das bei manchen Individuen sehr häufig wiederkehrt, aber binnen wenigen Tagen wieder verschwindet. 3) Die Gürtelflechte (Gürtelausschlag, Herpes zoster, Zona) gewinnt oft große Ausbreitung und kann überaus heftige Schmerzen verursachen; sie kommt am ausgeprägtesten am Rumpfe vor und umgibt hier wie ein halber Gürtel den Leib. Dem Ausbruch der Gürtelflechte geht gewöhnlich eine heftige Neuralgie vorauf, die auch während der Blüte des Ausschlags noch anhält. Dieselbe F. wird auch am Kopf, an der Brust, dem Bauch und an den Gliedmaßen in Form eines entzündeten, mit Bläschen besetzten Hautstreifens beobachtet. Der Verlauf der Gürtelflechte dauert in der Regel 3–4 Wochen; es ist dabei häufig, wenigstens einige Tage lang, ziemlich lebhaftes Fieber vorhanden. Eine andre Herpesform, der Herpes iris oder circinnatus, gehört zum Erythema multiforme, s. Erythem. Die Ursache des Herpes ist nicht hinreichend aufgeklärt; sie scheint jedoch auf einer (zentralen oder peripheren) Nervenaffektion zu beruhen. Es wurden als solche Affektionen Neuritis, Perineuritis, Blutungen und Infiltrationen in die Spinalganglien gefunden, die teils auf Infektion, teils auf Wirkung verschiedener Gifte bezogen wurde. Die Ausbreitung der Gürtelflechte scheint sich meistens nicht dem Verlauf der Nervenstämme anzuschließen, sondern entspricht den mit der Verteilung dieser nicht identischen Gebieten, die von bestimmten Rückenmarksquerschnitten (Segmenten) versorgt werden; ein Umstand, der an Störungen in diesen letztern denken läßt. Die Behandlung der Gürtelflechte beschränkt sich auf Linderung der Schmerzen und Schutz der erkrankten Hautstellen durch Salben. Eine ansteckende Form der F. ist der durch einen Pilz, Trichophyton tonsurans, erzeugte Herpes tonsurans (Rasier-, Glatzflechte; s. Bartsinne und Kahlköpfigkeit). – Auch bei Haustieren kommt Herpes tonsurans vor, am häufigsten beim Rind und Hund, seltener bei Pferden, Ziegen und Katzen, am seltensten bei Schafen und Schweinen, endlich auch beim Geflügel. Beim Rind sitzt die F. meist an Kopf und Hals und bildet scharfbegrenzte Flecken mit dicken, grauen Borken. Bei Kälbern befällt sie die Umgebung des Maules (Teigmaul, Maulgrind); doch kommen hier, wie auch bei Lämmern und Ferkeln, ähnliche nicht auf Flechten beruhende Ausschläge vor. Beim Hund bilden sich haarlose Flecke mit und ohne Borken namentlich an Kopf und Beinen, beim Pferd in der Sattellage. Beim Schafe fallen fleckenweise Wollenbüschel aus, beim Geflügel ebenso Federn. Charakteristisch ist zum Unterschied von andern Hautkrankheiten der geringe Juckreiz, doch erfordert die sichere Diagnose den mikroskopischen Nachweis der F. Die kranken Tiere sind abzusondern; die Beseitigung der F. erfordert tierärztliche Behandlung. Vgl. auch Hautkrankheiten der Haustiere.
4022 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    flêchte

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    flêchte s. vlêhede.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    flechteF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    flechte , F. Vw.: s. vlechte

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Flêchte

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Flêchte , plur. die -n, Diminut. das Flechtchen, Oberd. Flechtlein, von dem folgenden Zeitworte flechten. I. Von dem…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Flechte

    Goethe-Wörterbuch

    Flechte Geflochtenes, Zusammengewundenes 1 Haarflechte, Zopf; nur pl, einmal metonym für das in Bann ziehende Mädchen Br…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Flechte

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Flechte ( Herpes), bei den alten Aerzten ein fieberloses Hautleiden, das an einer oder mehren Stellen rothe, entzündete …

  6. modern
    Dialekt
    Flëchte

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Flëcht e [Flǽχt Str. ; Fláχt K. Z. ] f. Flechte, Hautkrankheit. Um die Fl. zu vertreiben, muss man nüechter n i Spützet …

  7. Spezial
    Flechte

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Flech|te f. (-,-n) 1 ‹bot› (Baumflechte) barbücia (-ces) f. 2 (Zopf) trëcia (-ces) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit flechte

165 Bildungen · 24 Erstglied · 140 Zweitglied · 1 Ableitungen

flechte‑ als Erstglied (24 von 24)

Flechtels

MeckWB

flecht·els

Wossidia Flechtels Flechels n. Flechtwerk; geflochtenes Stroh für Frauenhüte Ro Rostock@Biestow Biest ; Geflecht aus dünnen Weidenspänen, im…

Flechtenfarbstoffe

Meyers

Flechtenfarbstoffe , in den Flechten enthaltene oder aus Flechtensäuren dargestellte chemische Verbindungen, wie Orseille, Lackmus, Persio, …

Flecht(en)gras

PfWB

flechten·gras

Flecht(en)-gras n. : 1. 'Quecke (Triticum repens)', Flechtgras, s. PfWB Flechte , PfWB Gras [verbr. (ohne SWPf)], Flechde- [ BZ-Apphf ], Fle…

Flechtengrind

Meyers

flechten·grind

Flechtengrind ( Tinea serpiginosa , Kopfgrind, Ansprung etc.), eine Entzündung der Kopfhaut, mit Jucken und Borkenbildung, die unter das bei…

Flechtengrün

Meyers

flechten·gruen

Flechtengrün ( Thallochlor ), der grüne Farbstoff der Flechten, der nicht völlig mit dem Chlorophyll übereinstimmen soll.

Flechtenhāke

WWB

flechten·hake

Flechten-hāke Eisenstück zum Hochstellen der Seitenbretter an den Rungen ( Kr. Wiedenbrück Wie Rö).

Flechtenkringel

MeckWB

flechten·kringel

Wossidia Flechtenkringel m. Weihnachtsgebäck, 'zweyen, in einander geschlungenen Schlangen nicht ungleich' (Ro 1742) Schmidt Fast. 103.

Flechtensäuren

Meyers

flechten·saeuren

Flechtensäuren , in den sogen. Farbstoffflechten enthaltene oder aus Bestandteilen derselben hervorgehende Säuren, namentlich Lekanorsäure, …

Flechtenscheide

WWB

flechten·scheide

Flechten-scheide Latte, mit der die verschiedenen Bretter als Seitenbrett zusammengehalten werden ( Kr. Steinfurt Stf Hb).

Flechtensnaur

MeckWB

Wossidia Flechtensnaur f. Haarband: fascia crinalis 'ein Flechtenschnore' Chytr. 266.

Flechtenstiert

MeckWB

Wossidia Flechtenstiert m. geflochtener Schwanz: Flechtenstiert Heit min Pierd im Hausstandsreim Wi Wismar@Alt Bukow ABuk .

Flechtenstikkel

WWB

Flechten-stikkel Flechtenstirkel Runge am Wagen ( Kr. Soest Sos Sc).

Flechtenwagen

MeckWB

flechten·wagen

Wossidia Flechtenwagen m. Wagen, dessen Leitern mit Stroh umflochten sind, vorn durch ein Krett, hinten nur durch einen Strang abgeschlossen…

Flechteweªrk

WWB

Flechte-weªrk n. [verstr.] „Flechtwerk“, Geflecht z.B. aus Weidenruten.

flechte als Zweitglied (30 von 140)

Ölbeerflechte

Campe

Die Ölbeerflechte , Mz. — n , eine Art Flechten (Oliven flechte, Lichen olivaceus ). Nemnich.

afterflechte

DWB2

after·flechte

afterflechte f. : 1840 afterflechte riccia, gattung der lebermoose Behlen real-lex. forstkde. 1,39;

Barkflechte

WWB

bark·flechte

Bark-flechte. „ Borkenflechte “ Hautkrankheit ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

Baumschuppenflechte

Campe

baum·schuppenflechte

Die Baumschuppenflechte , Mz. die — n, eine schuppenförmig über einander liegende Flechtenart mit breiten, platten, eingeschnittenen und kra…

Becherflechte

Campe

becher·flechte

Die Becherflechte , Mz. die — n, eine Benennung der bechertragenden Flechten, welche anfangs aus einem körnichten Schorfe bestehen, der sich…

Bīflechte

WWB

Bī-flechte f. [Sos] schmales (Seiten-)Brett am Kastenwagen. De Ïeselkār matt n ne Buiflechte hęwwen ( Kr. Soest Sos SCHMB).

Borkenflechte

Herder

borken·flechte

Borkenflechte (Herpes crustaceus), eine Hautkrankheit mit Bläschenbildung; aus den Bläschen ergießt sich eine Feuchtigkeit, die zu dicken Kr…

Dradgeflechte

WWB

Drad-ge-flechte n. Drahtgeflecht ( Kr. Iserlohn Isl El).

Drügflechte

RhWB

Drüg-flechte drȳ·ə.fleit Mettm-Cronenbg f.: dummer Mensch.

Düngeflechte

WWB

duen·geflechte

Dünge-flechte f. [OWestf, sonst verstr.] Seitenbrett des Mistwagens. ⟨ Dünge- [verstr.], Dünger- [verstr.], Düngel- ( Kr. Waldeck u. Kr. Fra…

einflechte

DWB

ein·flechte

einflechte , f. crates, storea, intextura: da sitzen sie ( die Türken ) in ein ring, sind ir vil, doch nit blosz, sonder mit undergebreitem …

geflechte

DWB

gef·lechte

geflechte , f. verstärktes flechte, hautkrankheit: für böse geflecht der händen, die aufgeschrunden sind. Gäbelkhover 4, 332; für die geflec…

Gekrösgeflechte

GWB

Gekrösgeflechte anatom, als Übergangsbildung des ‘Gekröses’ (sd) GWB N6,404,17 Anatomie dSchnecke Horst Fleig H. F.

Ableitungen von flechte (1 von 1)

geflechte

DWB

geflechte , f. verstärktes flechte, hautkrankheit: für böse geflecht der händen, die aufgeschrunden sind. Gäbelkhover 4, 332; für die geflec…