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Fersen

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
7 in 6 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Fersen

Bd. 6, Sp. 458
Fersen, 1) Fredrik Axel, Graf von, schwed. Militär und Parteiführer, geb. 16. April 1719 in Stockholm, gest. daselbst 24. April 1794, stand 1740 bis 1748, wo er zum Generalmajor avancierte, zumeist in französischen Diensten, zeichnete sich im Siebenjährigen Krieg auf schwedischer Seite als Generalleutnant (seit 1757) gegen Preußen aus und ward 1770 Feldmarschall. Seit 1751 Führer der »Hüte« (s. d.), spielte er im politischen Leben Schwedens lange eine hervorragende Rolle, erst (besonders 1756) als Gegner der Machterweiterungspläne der Königin Luise Ulrike (s. d.), dann (seit 1765) im Bunde mit der Hofpartei bei deren Kampf gegen die »Mützen« (s. d.). Nach dem Staatsstreich Gustavs III. (s. d.) 1772 zum Reichsrat ernannt, nahm er bereits 1773 seinen Abschied und trat später, als die Souveränitätsbestrebungen des Königs deutlicher hervortraten, an die Spitze der aristokratischen Reichstagsopposition, weshalb er 1789 vorübergehend verhaftet wurde. Seine »Historiska skrifter« (hrsg. von R. M. v. Klinckowström, Stockh. 1867–72, 8 Bde.) sind tendenziös geschrieben, enthalten aber viele wichtige Beilagen, so die Memoiren der Königin Luise Ulrike. 2) Hans Axel, Graf von, schwed. Militär, Hofmann und Diplomat, Sohn des vorigen, geb. 4. Sept. 1755 zu Stockholm, gest. daselbst 20. Juni 1810, ward, durch viele Reisen gebildet, 1775 schwedischer Offizier, ging aber 1778 nach Paris, wo sein häufiger Verkehr mit der Königin Maria Antoinette (s. d.) schon damals Verdacht erregte, und machte seit 1780 als französischer Adjutant den Nordamerikanischen Freiheitskrieg mit. 1783 zum Oberst des Regiments Royal Suédois ernannt, erfreute er sich fortan der unbeschränkten Gunst des Königspaares und gehörte, besonders seit 1789, zu dessen vertrautesten Ratgebern. Der Königin in schwärmerischer (vermutlich platonischer) Liebe zugetan, war er 1791 am Fluchtversuch nach Varennes hervorragend beteiligt und machte später vom Auslande her mehrere vergebliche Versuche zur Befreiung der französischen Königsfamilie. Inzwischen in Schweden zum Generalmajor befördert, kehrte er 1794 dorthin zurück und ward hier von dem ihm sehr gewogenen König Gustav IV. Adolf (s. d.), der ihn mit mehreren diplomatischen Sendungen betraute, und dessen Begleiter er 1805–1807 während des schwedischen Krieges gegen Napoleon I. war, 1799 zum Universitätskanzler von Upsala, 1801 zum Reichsmarschall ernannt. Wegen seiner Nichtbeteiligung an der Thronrevolution von 1809 beim Volk unbeliebt, ward er (nebst der Gräfin Piper, seiner Schwester) 1810 öffentlich beschuldigt, den plötzlich verstorbenen, volkstümlichen schwedischen Kronprinzen Karl August von Schleswig-Holstein (s. d.) vergiftet zu haben, und von dem erbitterten Pöbel im Stockholmer Rathaus ermordet. Die spätere Untersuchung ergab seine völlige Unschuld. Vgl. R. M. v. Klinckowström, Le comte de F. et la cour de France (Par. 1878, 2 Bde.); P. Gaulot, Un ami de la reine. Marie Antoinette. M. de F. (das. 1892; schwed., Stockh. 1893); Flach, Grefve Hans Axel v. F. (das. 1896); C. C. Bonde, Fersenska mordet (in der »Personalhistorisk Tidskrift«, 1898–99).
3118 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    fersenst. F., sw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    fersen , st. F., sw. F. Vw.: s. versen (1)

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fersen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fersen , Axel, Graf, geb. um 1750 in Stockholm, trat in franz. Dienste und kehrte durch die Revolution vertrieben nach S…

  3. modern
    Dialekt
    Fërsen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Fërse n , Fërste n [Fártə m. Olti. ; Fárə f. Sier. NBreis. , m. Heidw. Osenb. Su. Katzent. Barr ; Fársə m. Hi. Bitschw…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fersen

29 Bildungen · 29 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von fersen 2 Komponenten

fer+sen

fersen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fersen‑ als Erstglied (29 von 29)

Fersengeld

SHW

Fersen-geld Band 2, Spalte 625-626

Fersennaht

SHW

Fersen-naht Band 2, Spalte 627-628

Fersenbefiederung

Campe

fersen·befiederung

◬ Die Fersenbefiederung , Mz. die — en . 1) Die Befiederung der Fersen, die Versehung derselben mit Gefieder oder Flügeln. 2) Die Befiederun…

fersenbein

DWB

fersen·bein

fersenbein , n. os calcaneum, malleolus, knöchel, σφυρόν , talus, fr. talon. steife haare laufen auch vor dem fersenbein her, so dasz sie mi…

Fersenbeisser

Wander

fersen·beisser

Fersenbeisser Fersenbeisser und Kopftreter werden keine Freunde. – Luther. Der Kampf des Guten mit dem Bösen ist ein nie endender. Wenn eine…

fersenbeiszer

DWB

fersen·beiszer

fersenbeiszer , m. nennt Luther die schlange, den teufel nach 1 Mos. 3, 15 . wenn die Christen mit dem teufel oder fersenbeiszer nicht im ka…

fersengeld

DWB

fersen·geld

fersengeld , n. nur in der redensart fersengeld geben, fugere, terga vertere, davon laufen statt zu kämpfen oder zu zahlen, mit den fersen z…

Fersenkeiker

RhWB

Fersen-keiker -ik- Köln m.: verächtl. Bedienter.

fersenken

WWB

fers·enken

fer-senken V. bewirken, dass etwas in etwas, unter der Oberfläche von etwas verschwindet. En Sarch vesenken in die Grube lassen ( Dor Wl).

Fersenker

WWB

fers·enker

Fer-senker m. Hammer, mit dem der Schuhmacher Nägel in den Absatz versenkt ( Mün No).

fersenkitzel

DWB

fersen·kitzel

fersenkitzel , m. wir fühlen den körperlichen achsel und fersenkitzel halb willkürlich. J. P. aesth. 1, 163.

Fersenkläuel

PfWB

fersen·klaeuel

Fersen-kläuel n. : ' Garnknäuel für die Strumpfferse ', Fääʳschdeklaile [ GH-Neubg ]. — Zum Grundw. s. mhd. kliuwel, Lexer I 1628 . -knochen…

fersenlust

DWB

fersen·lust

fersenlust , f. endlich gehört es noch zu den vortheilen dieser augen und fersenlust, dasz die kinder mit kindern durch keinen härtern canon…

Fersenmesser

RhWB

fersen·messer

Fersen-messer -męts Heinsb , Erk n.: förmiger Meissel zum Aushöhlen des Holzschuhs, u. zwar des Raumes für die Ferse.

Fersenminder

RhWB

fersen·minder

Fersen-minder -e- Bergh , Dür , MGladb f.: die M. (s. d.) am Fersenteil des Strumpfes.

Fersenpunkt

Campe

fersen·punkt

Der Fersenpunkt , des — es, Mz. die — e , bei Einigen statt Fußpunkt . S. d.

fersenritter

DWB

fersen·ritter

fersenritter , m. id cum sentiret Mezentius ( herzog Heinrich ) mox conscensis equis avolasse dicitur, formidans hospitii periculum. der gro…

Fersensporn

LDWB2

fersen·sporn

Fer|sen|sporn m. (-[e]s,-e/-sporen,-sporne) ‹anat› (verknöcherter Auswuchs des Fersenbeins) sprom (-s) m.

fersenstich

DWB

fersen·stich

fersenstich , m. wer den fersenstich des kampfes und den frieden des siegs oft erfahren hat. Claudius 8, 102 .

fersenstosz

DWB

fersen·stosz

fersenstosz , m. und wenn ihr verächtlicher fersenstosz den beleidigten wurm aufweckte. Schiller 204 a .