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fersengeld

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fersengeld n.

Bd. 3, Sp. 1546
fersengeld, n. nur in der redensart fersengeld geben, fugere, terga vertere, davon laufen statt zu kämpfen oder zu zahlen, mit den fersen zahlen (s. Murners stelle unter ferse 2), böhm. patami platiti, od pat platiti. schon mhd., doch nur bei Boner und Ottocar: alsus behuop der küng sîn lëben, sîn vînde muosten alle gëben vërsengeld, daʒ was vil guot. Bon. 100, 87; die Unger gâben vërsengëlt, an die marich uber vëlt in was ze fliehen gâch. Ottoc. 76a; und gâben fërsengëlt (es steht fursewgelt) fluchtig uber vëlt. 728a; nhd. solchs musz er holen über feld, damit so geit er fersengelt. Schwarzenberg 120, 2; gib fersengelt. Scheid grobian. P 3; so thun sie eilend fliehen und rennen und raumen ir läger und zelt und geben weidlich versengelt den nechsten (d. i. weg) wider in ir land. H. Sachs III. 1, 34b; wo du anderst wilt bleibn bei lebn, so magst du wol versengelt gebn, ehe ich dich erstich vor meim haus. Ayrer fastn. 69c; da fleisch, tod und teufel fliehen und fersengeld geben müssen. Luthers br. 3, 388; die Teutschen haben die Behemen etlichmal mit fersengelt geschlagen. tischr. 377b; die Franken geben versengelt. Aventin 1580, 261a am rande; das sie musten ins letzte fersengeld geben. Schütz Preuszen 99; dann die kost es wenig, wann sie es mit ander leut gut oder mit fersengelt zahlen. Garg. 54b; welchs als es die feind horten, meinten sie es weren warhafte teufel, fiengen derhalben all an mit verschossenem zaum fersengelt zu geben. 254b; fersengeld geben. Harnisch 202; es ist ihme aber dermaszen mit gehörigem ernst unter die nasen gepfiffen worden, dasz er mit seinen durstigen ölbergern zeitlich widerumb umbwenden und das versengeld mit schimpf und spott naher Homburg geben müssen. Reinhard wertheim. gegenbericht 1, 253; zwar durch die sporn wird seine schand, schand? nein, sein fersengelt bezahlet. Weckherlin 816; meint ihr wol, sind sie gehelmte hasen, und kommen fersengeld zu geben in den krieg. Opitz 2, 31; wie, wann die taube sieht den habicht auf sich fliegen und giebet fersengeld. 3, 266; itzt, weil er dich verspürt, so gibt er fersengeld, ja selbst mein fleisch und blut musz mit ihm reiszaus gehen. Chr. Gryphius poet. wälder 1, 95; aber sobald sie mich und mein gold sahen, eben so bald gaben sie auch fersengelt. Simpl. K. 264; und würden ihr mordliches vornehmen ausgeführet haben, sofern nicht alsbald einer aus den hausgenossen zur hintern thür hinausgeloffen und die wacht vom rathhaus abgeholet hätte, auf derer ankunft sie das versengeld gegeben. fr. Simpl. 2, 85; hierüber entwischte der weinwütende burgermeister von der tafel und gabe (? mit) seinen füszen das gebührliche fersengeld. Abele 5, 219; er liesz mir das kleid in händen und gab fersengeld. Weise keuscher Joseph 87; so zahl ich euch mit fersengeld. Platen 193a. statt fersengeld hat Weinhold schles. wb. 19b fersenbrotel geben dasz diese ausdrucksweise längst auch nd. war, erhellt aus einer stelle des Ssp. 3, 73: latet sie (acc. pl., die Wendinne) ok ire man (nom. pl.), also wendisch recht is, sie (die männer) muten irme herren die versne penninge geven, dat sin dri schillinge. die Wenden durften ihre weiber entlassen (repudiare), hatten aber dafür, dasz sie die weiber mit dem rücken ansahen, ihnen die ferse zeigten, d. h. sie verlieszen, dem herrn die fersenpfennige, drei schillinge, zu entrichten. Homeyer s. 389 hält das erste sie für den nom., das folgende man für den acc., wie grammatisch zulässig ist, doch hat die alte lateinische übersetzung 'repudiantur'. versnepenning leitet er (gleich Wohlbrück Lebus 2, 268) von färse, juvenca, was durch die form versne, von versen, nicht von verse, wie durch die analogie des hd. fersengelds widerlegt wird. kommt für dieselbe abgabe auch 'kuhpfennig' vor, so beruht das auf einem frühen misverstand des 'versnepenning'.
3842 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêrsengêld

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Fêrsengêld , des -es, plur. inus. ein Wort, welches nur in der im gemeinen Leben bekannten figürlichen Redensart, Fe…

  2. modern
    Dialekt
    Fërsengëld

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Fërse n gëld n. Rda. F. gë ben Reissaus nehmen Su. Hlkr. ‘die Teutschen, als sie das Römisch volck jnnen wurden, gaben s…

  3. Sprichwörter
    Fersengeld

    Wander (Sprichwörter)

    Fersengeld 1. Das Fersengeld ist oft die beste Münze. – Parömiakon, 1573. 2. Fersengeld geben. – Franck, II, 48 b ; Eise…

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Zerlegung von fersengeld 2 Komponenten

fersen+geld

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Cotta, M. (2026). „fersengeld". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fersengeld/dwb?formid=F03238
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Cotta, Marcel. „fersengeld". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fersengeld/dwb?formid=F03238. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „fersengeld". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fersengeld/dwb?formid=F03238.
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