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Fādem

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WWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Fādem m.

Bd. 2, Sp. 521
Fādem m. [allg.] 1. Faden. — 1.1. Garn (zum Nähen). Tweï Fiäm zwei Fäden (Kr. BeckumBek Vh). ’n dreïfächtigen Fahm aus drei Einzelfäden gezwirnter Faden (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@KühlsenKü). Fam trecken (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl). In den Fām is ’n dicken Knüpp (Knoten) (Kr. SteinfurtStf Rh). Wamme kainen Knüpp innen Faam mäket, iß de äißte Stiek ümme- süß (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Treck mi äs iäben den Fahm döhr dat Naoteläugt (Nadelöhr) (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw). Ick kann den Fām nich düör’t Aor krigen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: Hä luowet ne noh Striäk un Foden er lobt ihn ganz besonders (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Hä giett en Fahm aan er gibt heftig an (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Anne Feame sīn Bandweber sein (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Sw). Äinem en Fām nātmāken dafür sorgen, daß jmd. ein Gespräch führen kann (KKWB). ’n Fiamken doümme wickeln etwas abschwächen, verzeihen; etwas vorteilhaft erscheinen lassen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Heu hät nennen dreugen Famt up suinen Luibe er ist vollständig durchnäßt (Lippe OESTERH || mehrf.). Dai hiät ’n röuen Fām an sick vor der muß man sich in acht nehmen (Kr. IserlohnIsl Is). Hä hïet ’n Fām inne Blōase er ist blasenkrank (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Do bitt keine Mius en Fahm af das ist eine unabänderliche Tatsache, daran ist nichts zu ändern (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi || (ähnl.) mehrf.). Dat hängt an’n suid’n Fahme das ist sehr bedroht, das ist in seinem Ausgang ungewiß (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). Hai hiäw ’en Faam verluaren er hat beim Sprechen den gedanklichen Zusammenhang verloren, weiß nicht weiter (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr || mehrf.). Dä Faden ritt nie af sagt man, wenn wieder ein neues Unglück, etwas, was zu Sorgen Anlaß gibt, eingetreten ist (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). De Katt iß mi mett’n Fahm döörgaohn sagt die Spinnerin, wenn ihr ein Faden reißt und sie das Fadenende nicht mehr zu fassen bekommt (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). — Sprichw.: Je länger de Dach, je köäter de Fām (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl || mehrf.). Fiule Sniders nïehmt nen langen Fahm (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd || ähnl. mehrf.). Bekker te fiene Fiame spinnt, diam briaket se lichte man soll nicht überschlau sein (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Naodel, Famd un Fingerhaut sind datt beste Heiratsgaut (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@HerfordHf). Wann ik datt Fämmken hewwe, sa ’k datt Klüggen waoul kreeigen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnerheideHd || mehrf.). — Sagw.: Wat sind doch de Naudeln slächt, siä de Snider, os he besuopen ut’n Wärtshuse kwamm un dat Lock in de Näggenaudeln mit dem Fa’em nich driäpen konn (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). — Reim: Langen Fahm hott dui; fiule Schnuider, spott dui (beeil dich)! (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EickumEi). — 1.2. Bindfaden, dünnes Seil. — 1.3. Docht (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@HerringhausenHh). — 2. Faser an Pflanzen. — 2.1. Bohnenfaser; Faser, die man bei grünen Bohnen abzieht. Fähme afteïn (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@KülteKü). — 2.2. Faser beim Wegerich: In einem Kinderspiel wurde versucht, den Stengel ganz ohne Fasern abzurupfen (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). ⟨›Fāden‹ [verstr.], ›Fān‹ [verstr.], ›Fām‹ [verbr.], Fāme (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@MedebachMb), ›Fāmt‹ [Kr. LübbeckeLüb Kr. MindenMin Kr. HerfordHfd Lippe]. — Pl.: ›Fādens‹ (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@FlamschenFl), „Fäden“ [verstr.], „Födn“ (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@AmelunxenAm), ›Feªden‹ [verstr. nördl.], ›Feªme‹ [verbr. bes. OWestf SWestf], ›Fēªme‹ [Höx], ›Feªm‹ [bes. Münsterl], ›Feªmen‹ [verstr.], ›Feªms‹ (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi), ›Feªmde‹ [verstr.], ›Faeme‹ [Kr. MindenMin Kr. HöxterHöx (wo ›a‹ = ›ā‹], ›Fāmen‹ [verstr. Kr. WiedenbrückWie Kr. PaderbornPad Bür]. — Dimin.: ›Feªm(e)ken‹ bzw. ›Fēªm(e)ken‹ [verstr.], „Femtken“ (Lippe OESTERH), Fǟmken (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@KurlKu), „Fähnken“ (Kr. MünsterMün Gr)⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,231: Fadem; NDSWB 4,7: Fāden, Fām(t). Zus.: → Band~, Bend~, Binde~, Bō²nen~, Ge-dulds~, Fīkes-bō²nen~, Flas~, Frīe~, Gummi~, Haspel~, Hechte~, Kiᵉten~, Klot-hēde~, Kobben~, Leide~, Näie~, Pak~, Pik~ Schot~, Snippel~, Strō²~, Trekke~, Twǟrn~, Ūlen~, Wul~.
3359 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    fadem

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    fadem , m. filum, ahd. fadam, fadum, mhd. vadem, nd. nnl. vaðem, vaam, vaem, alts. fathmôs brachia bina, ags. fäþm, fäðm…

  2. modern
    Dialekt
    Fadem

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    Fadem Band 1, Spalte 672 Fadem 1,672

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fadem

42 Bildungen · 41 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

fadem‑ als Erstglied (30 von 41)

fademlos

SHW

fadem-los Band 2, Spalte 321-322

Fademnudel

SHW

Fadem-nudel Band 2, Spalte 321-322

Fadembeutel

RhWB

fadem·beutel

Fadem-beutel vE:mbyəl Eup m.: verächtl. Weberlehrling, Junge oder Mädchen, in der mechanischen Spinnerei anlernend.

Fademblätter

RhWBN

fadem·blaetter

Fadem-blätter Saarbr-Neudrf Pl.: Breitwegerich (wegen der zwirnähnl. Sehnen der Blattstengel).

Fādembrüᵉke

WWB

Fādem-brüᵉke m. Fāmbruch „Fadenbruch“ (Ravensbg SCHONL 149).

fademchen

DWB

fadem·chen

fademchen , n. was fädenchen, fädchen, wetterauisch färremchen.

fademdick

RhWB

fadem·dick

fadem-dick fōădəms-  Bitb-Rittersd Adj.: von der Dicke eines Fadens.

Fādemdikkede

WWB

Fādem-dikkede f. Anzahl der Fäden auf einem best. Gewebeabschnitt (WMWB).

fādemduᵉne

WWB

fadem·duene

fādem-duᵉne Adj. fest, stramm wie ein Faden idW.: De is nich fahmdonne der hält einer Belastung nicht stand ( Hal Hö).

fademecht

DWB

fadem·echt

fademecht , wie fadechtig, fadig, fädig, faserig: birkenholz sehr fademecht und aderig ist. a. weish. lustg. 451; fädemichte blumen. Lohenst…

fademen

DWB

fade·men

fademen , fädemen , wetterauisch färreme, nnl. vademen, oft auch fadmen, fädmen = fädeln. mhd. vedemen ( wb. 3, 201 a ). 1 1) einfädmen ( sp…

Fademführer

RhWBN

fadem·fuehrer

Fadem-führer Kref m.: in der Handweberei die Vorrichtung an der Windemaschine, welche die Laufösen hin u. her bewegt.

Fademgeknuddel

RhWB

Fadem-geknuddel -rəm- Simm-Castellaun n.: verwirrter Garnknäuel.

fademgerade

PfWB

fadem·gerade

fadem-gerade Adj. : 1. 'schnurgerade'. 's reißt foremgrad 'dem Gewebefaden entlang' [ KU-Schmittw/O ]. — 2. übertr. 'genau, pedantisch', far…

Fademgetühns

RhWB

Fadem-getühns -rəmjəd:nts Mettm-Velbert n.: dass.

Fademine

Meyers

fade·mine

Fademine , Ort im Distrikt Sanures der ägypt. Provinz (Mudirieh) Fayûm, an einer Hügelwand über dem Kanal Bahr el Tahuna inmitten üppiger Ve…

Fademjunge

RhWB

fadem·junge

Fadem-junge vā:mjo·ŋ. Aach ; vE:mjǫŋ Eup m.: Weberlehrling in der Spinnerei.

Fademkraut

RhWBN

fadem·kraut

Fadem-kraut n.: 1. Dill, Anethum graveolens Saarbr-Göttelborn . — 2. –blätter (s. o.) Saarbr-Stdt .

Fādemkrǖtse

WWB

Fādem-krǖtse n. Fāmkruis (durch Spannen der Webekette am „Pflockscherrahmen“ entstehendes) Fadenkreuz (Ravensbg SCHONL 112).

fādemlike

WWB

fadem·like

fādem-like Adj. fāmluike schnurgerade, gerade wie ein Faden (Ravensbg SCHONL 206).

fadem als Zweitglied (1 von 1)