Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erlachen swV.
2 mit Dat.d.P.: ‘jmdm. (freundlich) zulächeln’
3 mit Gen. oder Präp. (zur Angabe des Grundes)
1 ohne Erg.: si des solich gamen hête daz si erlachete Gen 885; diu dâ kan sô suoze lachen, swenne ir rôter munt erlachet / unde er liebe lachen sol KLD:GvN 45: 2,5; SM:KvL 14: 3,2; daz wysen manne zymet wol / daz er derlache wen er sol Hiob 11244; Tr 16377; HvFreibTr 3888; Eracl 2282; Vät 17583. – negiert: sî sint esel unde affen, / die daz wellent widerklaffen, / die sprechent daz er [Jesus] nie erlachte / noch kindes kurzwîl nie gemachte Philipp 3956; daz enchunde niemen machen, / daz er ie wolde erlachen StrKD 98,10; der was gewesen als unvro / durch sines herren ungemac / das man in nie erlachen sach RvEWh 12936; Herb 9458; Minneb 5037. – inneclîche (wider sich) ~ Tr 13202; Eilh (L) 1871. – von Blumen, Himmel: ‘erstrahlen’ vor süßikeit wurz, anger, krut erwachet, / kle, viol sich ufrichtet und erlachet Mügeln 257,10; nû hôrt ein frôlîch mêre: / die erde ez jâmern machte, / der himel vil sêre erlachte EbvErf 2316 2 mit Dat.d.P.: ‘jmdm. (freundlich) zulächeln’ hilf, daz mir in liebe erlache [...] ir munt so rôt SM:KvL 15: 3,10. – übertr.: swer nû wolt lân im wirde und êre erlachen / und die künige nû rechen wolt Loheng 5016; gewâpent hin în [in den Kampfring] zuo in solde nieman gên / biz daz der ernst ir eime ze schimpfe erlachet [d.h. bis einer der beiden als Sieger aus dem gerichtl. Zweikampf hervorging] ebd. 2006 3 mit Gen. oder Präp. (zur Angabe des Grundes): – mit Gen.: des maniger wol erlachet, / der sîn ist worden rîch: / er kan die siechen laben / mit miltegebender hant SM:Pf 1: 1,6; ich sunge, ich sagete ir also hovelichen danc, / geruohte sî mîn ungemüete wenden, / des sich ir ôre müeste ervreuwen und och ir herze erlachen SM:UvS 18: 2,5; nu seht, wie gæhes daz zergât! / der hiute in swebenden fröiden swebet an allen sachen, / der mag sînes herzeliebes lîhte morgens nien erlachen ebd. 35: 7,6; alsô wart gevohten dâ in maniger hande wîs, / daz sîn diu zarte minne in lust erlachet Loheng 5196; Bit 5255. 6543. – mit Präp.: hei, sumer, waz herzen gegen dîner kunft erlachet! Neidh SL 17:2,1; der swan vuor ein teil hin von dem gestade baz, / von sîner kunft manic trûric herze erlahte Loheng 726; der vröude [...], / der din suͤze herz duͦ smachde, / duͦ ’t zuchtlich van vröuden erlachde / van dins sunes uperstendnisse / na sines krüzs bedruͤfnisse MarlbRh 46,16; davon si muoste erlachen, / ir sigen diu ougen zuo SM:St 8: 3,1
MWB 1 1972,30; Bearbeiter: Tao