Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
edeln swV.
1.1 tr. ‘in den Adelsstand erheben’
1.2 intr. ‘in der adeligen Würde/ edlen Grundhaltung einem Familienzweig nachkommen’
2 tr. ‘wertvoll machen, veredeln’ (vgl. edele Adj. 2 )
2.1 von Sachen (Lebensmitteln) ‘Wert verleihen’
2.2 von Personen ‘auszeichnen, mit einer besonderen Würde ausstatten’
3 ‘adelswürdig machen’ (durch die moralische Haltung; vgl. edele Adj. 3 )
1 in Bezug auf den Adelsstand, die edle Abstammung (vgl. edele Adj. 1.1) 1.1 tr. ‘in den Adelsstand erheben’ do nam er die, und machte sie sin genozz, vn edilte die vnd die kint, die vmmer me von in bequemen, vn gab in ritters namen, vn macht sie dinstlute des riches KlKsr 3,1 1.2 intr. ‘in der adeligen Würde/ edlen Grundhaltung einem Familienzweig nachkommen’ Ehmereiz, dîn hôher muot, / swederthalp der edelt hin [nach welcher Seite er in seiner Adeligkeit tendiert] , / daz wirt an prîse dîn gewin, / nâch dînem vater oder nâch mir Wh 342,25 2 tr. ‘wertvoll machen, veredeln’ (vgl. edele Adj. 2) 2.1 von Sachen (Lebensmitteln) ‘Wert verleihen’ der sudenwint, der auster haizt, edelt den wein in den weinreben dar umb, daz er warm ist BdN 351,2; ist das du wilt vnedil wynstocke ediln, so besnyt di vnediln vnde ouch di ediln, vnde pfroppe di ediln vf di stocke der vnediln Pelzb 131,13; ander spise [im Ggs. zu Leib und Blut Christi] die der mensche nútzet, die ist in ir selber tot [...] und enpfohet leben in dem menschen und wurt in ime geedelt Tauler 119,8 2.2 von Personen ‘auszeichnen, mit einer besonderen Würde ausstatten’ du bis diͤ edelst, diͤ iͤ gewart, / so högt dich dins sunes götlich art, / de dich geedelt hat an ime MarlbRh 57,33; mit sîner hant macht er ein wîb gehiure / von erst ûz mannes rippe, nicht ûz erden, / da von diu wîb sint geedelt MinneR 30 671,6; DvAStaff 474; Eckh 5: 268,10; vrag aller kreatur schoͤn ordnunge, ob ich in keiner wúnklicher wise min gerehtkeit moͤhti behalten, min grundlosen erbarmherzkeit erzoͤgen, menschlich natur geedeln, [...] denn mit minem bittern tode? Seuse 207,3 3 ‘adelswürdig machen’ (durch die moralische Haltung; vgl. edele Adj. 3): merke, ein hôchgeborniu jugent, / daz rîliches herzen tugent / edelt baz dann alle friunde ûf erden KvWLd 18,13; Teichn 435,48; ein wip [...], / diu nach des wnsches lere / uf stæte und uf ere / geedelet und getugent ist StrKD 52,81; als si hie geheiliget sint in der minne und geedelt an tugenden Mechth 4: 12,41; ez [das Lesen des senemæres] liebet liebe und edelt muot, / ez stætet triuwe und tugendet leben Tr 174. 2264; Er 4458; Frl 5:97,18. 11:13,9
MWB 1 1495,6; Bearbeiterin: Baumgarte